Im Rahmen der Keynote zur Computex 2024 ging es bei Nvidia ausschließlich um Künstliche Intelligenz. Kein Wunder, das Unternehmen verdient sich gerade eine goldene Nase damit und hat sich so zu einer der wertvollsten Firmen der Welt gemausert.
Viele der angekündigten Neuerungen sind für die Mehrheit der Spieler allerdings höchstens mäßig interessant. Ja, es gibt jetzt tolle neue RTX-KI-Laptops, mehr Monitore, die G-Sync unterstützen und weitere Spiele, die DLSS 3 oder DLSS 3.5 bieten.
Und Entwickler können sich freuen, dass Nvidia den Quellcode zum RTX Remix Toolkit offengelegt hat, mit dem sich Spieleklassiker in die Moderne holen lassen. Aber das sind eben keine neuen Grafikkarten, die sich viel erhofft hatten. Eine Sache sticht unserer Meinung nach dann allerdings doch heraus: Project G-Assist.
Was hat es mit Project G-Assist auf sich?
Eigentlich ist das Project G-Assist gar nicht so neu. Es geht auf einen Aprilscherz aus dem Jahr 2017 zurück.
Der Geforce GTX G-Assist
sollte Gamer unterstützen, beispielsweise um schwere Passagen in Spielen zu meistern. Mehr noch: Die KI sollte sogar fähig sein, das Ruder vollständig zu übernehmen und genauso weiterzuspielen und in Onlinegames wie Rainbow Six: Siege zu kommunizieren, wie ihr es getan hättet.
Damals ahnte niemand, dass die Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz derart große Sprünge vollziehen würde, wie wir sie heute beispielsweise bei den großen Sprachmodellen wie ChatGPT sehen (Large Language Models, kurz LLM). Und jetzt wird aus Teilen der einstigen Eulenspiegelei tatsächlich Realität.
Project G-Assist kann zwar nicht alles, was der Aprilscherz erhoffen ließ, aber das ist auch gut so, denn das wäre eindeutig Cheaten. Es ist dennoch ein mächtiges Werkzeug:
3:11
Nvidias Project G-Assist soll Spiele revolutionieren
Der echte KI-Chatbot ist nämlich nicht nur im Stande, Auskunft darüber zu geben, wie die Performance oder der Look in einem Spiel verbessert werden können, er kann sogar selbst eingreifen und Änderungen vornehmen, sofern der Spieler im Overlay dazu auffordert. Er ist zudem in der Lage, die Grafikkarte automatisch zu übertakten oder dynamisch zu undervolten (via Nvidia).
Gleichzeitig erkennt die KI, ob die richtige Auflösung und Bildwiederholrate ausgewählt ist.
Wer beispielsweise flüssige 60 Bilder pro Sekunde haben will, muss nicht mehr selbst in den Settings rumpfriemeln, sondern sagt oder schreibt es einfach der KI.
So ein klein wenig erinnern die Performance-Funktionen an die Geforce Experience, die auch automatisiert Einstellungen vornehmen kann.
Mehr als eine Weiterentwicklung der Geforce Experience
Das Project G-Assist ist aber zu weit mehr in der Lage. Es kann wertvolle Tipps geben, beispielsweise um Quests zu lösen, wie man bestimmte Items erhält oder schwierige Bossgegner legt.
Wo befindet sich die beste Waffe für das Early-Game? Die KI hat darauf eine Antwort. Wie lässt sich ein bestimmter Dinosaurier in Arc: Survival Ascended zähmen? Genau, der schlaue Chatbot weiß es.
Allerdings wohl vorerst nur, wenn die Entwickler ihn aktiv einbauen und mit entsprechenden Datenbanken füttern.
Die ersten Spiele mit Support für Project G-Assist dürften oben genanntes Arc: Survival Ascended und Cyberpunk 2077 sein, mit dessen Entwicklern Studio Wildcard und CD Project Red Nvidia sich zusammengetan hat, um Techdemos des Chatbots zu realisieren.
Wann genau Spiele mit entsprechendem Support erscheinen, ist allerdings nicht bekannt.
Das halten wir von Project G-Assist
Aus unserer Sicht ist die KI eines der, wenn nicht das spannendsten Feature für Spieler seit der Einführung von DLSS und Frame Generation.
Allerdings stellt sich die Frage, ob Spiele damit nicht womöglich zu leicht zu meistern sind, auch wenn Nvidia das verneint. Klar, es steht jedem frei, wie viel Unterstützung er sich holen will. Aber Project G-Assist könnte schon auch zur Bequemlichkeit einladen.
Nichtsdestotrotz sind wir gespannt, wie sich der Chatbot in der Praxis verhält und sind durchaus von dem Konzept begeistert.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.