Nvidia will Produktion von RTX 3000 angeblich ankurbeln - Was ist dran?

Gerüchten zufolge soll Nvidia die Produktion von RTX 2060 und 2060 Super zugunsten von RTX 3000 einstellen. Wir schätzen ein, was dran ist - und was es bringen könnte.

von Alexander Köpf,
15.06.2021 08:53 Uhr

Seit einigen Tagen sorgt eine Meldung aus China (via ITHome) im Netz für Aufsehen. Demnach fährt Nvidia die Produktion der RTX 2060 und RTX 2060 Super angeblich zugunsten von Grafikkarten aus der RTX-3000-Reihe deutlich zurück.

Der letzte Stand zur RTX 2060: Anfang des Jahres wurde vermehrt davon berichtet, dass Nvidia die Produktion der RTX 2060/RTX 2060 Super respektive des TU106-Chips wieder ankurble, um der hohen Nachfrage nach Grafikkarten, unter anderem bedingt durch Kryptominer und Verlagerung von Arbeit ins Homeoffice, entgegenzukommen. Lest mehr dazu im folgenden Artikel:

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Nun soll die Produktion der TU106-Chips jedoch halbiert werden. Grund hierfür sei, dass Nvidia die Produktionskapazitäten in Richtung der Ampere-Grafikkarten (RTX 3000) verlagern möchte. Doch das macht nur bedingt Sinn.

Unterschiedliche Fertigungen bei Samsung und TSMC

Der TU106-Chip wird in einem 12-Nanometer-Verfahren bei Auftragsfertiger TSMC in Taiwan gefertigt. Bis auf eine Ausnahme werden alle Ampere-GPUs jedoch in einem 8-Nanometer-Verfahren bei Samsung in Südkorea produziert.

Die Ausnahme ist der GA100-Chip für Nvidias A100, der bei TSMC in einem 7-Nanometer-Verfahren hergestellt wird. Nvidia A100 ist eine Grafikkarte für professionelle Systeme, die nicht für das Spielen ausgelegt ist. Ihr fehlt die Unterstützung für DirectX 11 und DirectX 12.

Sollte Nvidia also tatsächlich die Produktion der Turing-Chips für RTX 2060 und RTX 2060 Super einstellen, hätte das im besten Falle indirekten Einfluss auf die Produktion der RTX-3000-Karten für Spieler. So würden zwar möglicherweise Kapazitäten für Kleinstbauteile aus vor- und nachgelagerten Produktionsketten freigeschaufelt, gleichzeitig müsste Samsung die eigene Produktion ankurbeln.

Insgesamt halten wir die Meldung daher für fragwürdig. Es ist zwar durchaus denkbar, dass durch eine derartige Maßnahme - sollte sie sich als zutreffend erweisen - minimal mehr RTX-3000-Grafikkarten produziert werden könnten. Es ist gleichzeitig aber sehr unwahrscheinlich, dass wir dadurch spürbar mehr Karten auf dem Markt sehen werden.

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