Zahlen zum Energieverbrauch von verschiedenen Geräten zu vergleichen, kann sehr spannend sein, auch mit Blick auf das mögliche Sparpotenzial im eigenen Haushalt.
Ich bin aber kürzlich auf einer Webseite über einen Vergleich gestolpert, den ich kritisch beurteile. Er sagt aus, dass ein Elektroofen so viel Strom verbraucht wie eine große Zahl gleichzeitig angeschlossener Kühlschränke.
Warum das ein Vergleich ist, der hinkt, schauen wir uns in diesem Artikel kurz an.
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Inwiefern die Aussage stimmt
Der Energieverbrauch pro Stunde eines einzelnen Elektroofens kann im Bereich der Größenordnung von 50 Kühlschränken liegen. Das gilt aber nur mit Blick auf diesen Zeitraum.
Die folgenden Zahlen beziehen sich eher auf ältere Geräte. Bei modernen Geräten sinken die Werte ähnlich stark.
- Werte des Elektroofens: Beim Heizen für eine Temperatur von 200 Grad Celsius erreichen ältere Öfen Verbrauchswerte von etwa 2 kWh in der ersten Stunde, also für die Kombination aus dem Aufheizen und dem Halten der Temperatur in dieser Zeit. Gleichzeitig gilt, dass moderne Modelle teils mit weniger als der Hälfte davon auskommen können.
- Werte eines Kühlschranks: Ein älterer Kühlschrank mit Gefrierfach kommt dagegen eher auf 0,03 bis 0,05 kWh in einer Betriebsstunde. Dabei ist bereits berücksichtigt, dass der Verbrauch eines Kühlschranks generell dadurch schwankt, dass der Kompressor immer nur zeitweise zum Abkühlen anspringt.
- Der schwierige Vergleich: Rechnet man den Kühlschrank-Mittelwert für ältere Geräte von 0,04 kWh in einer Stunde auf 50 Geräte hoch, kommt man auf 2 kWh pro Stunde – und damit auf den Wert für einen (nicht sehr effizienten) Elektroofen beim einstündigen Heizen mit 200 Grad Celsius.
Warum der Vergleich hinkt
Während ein Kühlschrank permanent läuft (wenn auch nicht mit permanent aktivem Kompressor), macht man einen Ofen nur kurzzeitig und bei Bedarf an.
Und selbst, wenn man den Ofen jeden Tag eine Stunde lang benutzen würde (was wohl eher selten vorkommt), relativiert sich die Vergleichsdimension mit 50 Kühlschränken drastisch, schaut man sich den ungefähren monatlichen Stromverbrauch statt nur eine Momentaufnahme an:
- 50 Kühlschränke mit Gefrierfach: So viele Geräte erreichen auf Basis unserer angenommenen Werte (die relativ hoch liegen) zusammen in 30 Tagen bei typischem Betrieb etwa 1.440 kWh.
- Ein älterer Ofen: Dieses Gerät kommt selbst bei unrealistisch häufiger Nutzung von einer Stunde an jedem einzelnen der 30 Tage insgesamt nur auf 60 kWh. Nutzt man ihn dagegen drei bis vier Mal die Woche, sind es nur noch 20 bis 30 kWh.
Auf lange Sicht verbrauchen 50 Kühlschränke also deutlich mehr Strom als ein Ofen.
Übrigens: Ein einzelner älterer Kühlschrank liegt ungefähr bei 29 kWh im Monat. Sparsame Geräte können dagegen ungefähr mit der Hälfte davon auskommen, insbesondere ohne Gefrierfach.
So einen riesigen Unterschied zwischen den beiden Geräten gibt es also nur im aktiven Betrieb. Geht es dagegen darum, wie viel Öfen und Kühlschränke zu unserer monatlichen Stromrechnung beitragen, liegen sie nicht in völlig anderen Dimensionen.
Die genauen Werte kommen auf die jeweiligen Geräte an, wobei gilt: Je älter und je größer ein Modell, desto höher ist tendenziell der Verbrauch.
Um beim Heizen mit einem Ofen etwas Energie zu sparen, empfiehlt es sich übrigens, falls möglich, auf das Vorheizen zu verzichten und Umluft zu nutzen, da bei dieser Art des Heizens weniger hohe Temperaturen nötig sind.

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