Tipp für PC-Bauer: Was die 3D-Plattform BuildCores jetzt schon kann – und wo sie noch hakt

PC-Konfiguratoren gibt es viele, doch kaum einen in 3D. Zumindest bis jetzt.

Noch nicht perfekt, aber schon sehr interessant: BuildCores ermöglicht euch, euren zukünftigen PC ganz genau zu betrachten. (Bildquelle: BuildCores.com) Noch nicht perfekt, aber schon sehr interessant: BuildCores ermöglicht euch, euren zukünftigen PC ganz genau zu betrachten. (Bildquelle: BuildCores.com)

Beim Stöbern durch Reddit bin ich neulich auf eine Plattform gestoßen, die Webseiten wie zum Beispiel PCPartPicker Konkurrenz machen will. BuildCores hebt sich mit einem interaktiven 3D-Modell von anderen Buildern ab. 

Da ich eine Menge Spaß damit hatte, ein wenig damit herumzuprobieren, will ich euch diese Seite kurz vorstellen.

Es handelt sich um eine recht neue Plattform, die im Jahr 2024 ins Leben gerufen wurde und noch ein paar Schwächen aufweist, doch das Potenzial ist groß.

Was ist BuildCores?

BuildCores ist eine PC-Konfigurations-Plattform, die ihr sowohl im Browser unter buildcores.com als auch als App für iOS und Android nutzen könnt. Die Plattform befindet sich derzeit (Stand: 03. Mai 2026) in der öffentlichen Beta-Version 0.47.

Das Grundprinzip kennt ihr: Ihr wählt Komponenten wie CPU, Mainboard und GPU aus einer Datenbank aus und stellt euch so einen PC zusammen. BuildCores checkt automatisch die Kompatibilität und zeigt euch den Gesamtpreis.

So weit, so bekannt. Der Unterschied steckt im 3D-Builder. Etwas Ähnliches gibt es zwar auch im Videospiel PC Building Simulator, doch das kostet nun mal Geld und BuildCores nicht.


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Das Kern-Feature: Euer Build in Echtzeit-3D

Statt einer trockenen Teile-Liste (mit deprimierenden Preisen) rendert BuildCores euren zusammengestellten PC als interaktives 3D-Modell. Ihr könnt den Build drehen, zoomen und aus jedem Winkel inspizieren. Außerdem mit dabei

Die Plattform modelliert konkrete Einbausituationen:

  • Clearance-Check: Passt die CPU zum Sockel auf dem Mainboard? Das klärt BuildCores für euch. Doch ganz perfekt funktioniert es noch nicht. Dazu später mehr.
  • Airflow-Layout: Wie sind Lüfter positioniert, wohin strömt die Luft? (Noch keine richtige Airflow-Simulation)

Partnerhersteller wie HYTE und darkFlash haben ihre Gehäuse bereits als detaillierte 3D-Modelle in der Plattform hinterlegt. Die Modell-Bibliothek wächst laut Changelog kontinuierlich.

Ihr seht BuildCores in seiner ganzen Pracht, auch wenn es auf den ersten (und auch zweiten) Blick etwas unübersichtlich wirkt. (Bildquelle: Screenshot BuildCores) Ihr seht BuildCores in seiner ganzen Pracht, auch wenn es auf den ersten (und auch zweiten) Blick etwas unübersichtlich wirkt. (Bildquelle: Screenshot BuildCores)

RGB-Simulator: Ein eigener RGB-Simulator zeigt euch, wie eure Beleuchtung im fertigen System wirkt. 

Gerade für Builds, bei denen die Optik eine Rolle spielt, ist das ein echtes Argument, denn RGB-Effekte in Produktfotos und die Realität in einem konkreten Case können sich deutlich unterscheiden.

Außerdem haben es wohl schon viele von uns erlebt, dass man sich ein Design deutlich besser vorgestellt hat, als es am Ende aussah. BuildCores könnte da in Zukunft hilfreich sein.

BuildCores simuliert die gängigsten RGB-Optionen, um euren Build schon mal in voller (3D-gerenderten) Pracht zu zeigen. (Bildquelle: Screenshot BuildCores) BuildCores simuliert die gängigsten RGB-Optionen, um euren Build schon mal in voller (3D-gerenderten) Pracht zu zeigen. (Bildquelle: Screenshot BuildCores)

BuildCores bietet über den 3D-Builder hinaus noch einige Extras, die ihr bereits von anderen Plattformen kennt:

  • Preisvergleich: Live-Preise von Amazon und weiteren deutschen Händlern, stündlich aktualisiert.
  • Sales Feed: Benachrichtigungen bei Rabatten auf Teile, die ihr im Blick habt.
  • Performance-Estimator: FPS-Schätzungen für euren Build auf Basis von 3DMark-Daten.

Das sind die Schwächen von BuildCores

Wie bereits erwähnt, befindet sich BuildCores noch in der Beta-Phase. Wenn ihr die Plattform nutzt, solltet ihr über folgende Schwachstellen Bescheid wissen:

  • Lücken in der Modell-Bibliothek: Zwar wächst die Datenbank stetig, aber noch nicht jede Komponente verfügt über ein exaktes 3D-Modell. In solchen Fällen nutzt das Tool visuelle Platzhalter, die dem Original zwar ähneln.
  • Keine physikalische Garantie: Der »Clearance-Check« im 3D-Modell ist eher eine visuelle Orientierungshilfe. Die Plattform warnt zwar vor groben Fehlern, kann aber (noch) nicht garantieren, dass starre Kabel oder ausladende Kühlkörper in der Realität nicht doch Probleme bereiten.
  • Eingeschränkte Detail-Simulation: Komplexe Setups, wie etwa individuelle Wasserkühlungen (Custom Loops) oder Multi-GPU-Systeme, lassen sich derzeit noch nicht realitätsgetreu abbilden. 
  • Fummelige Menüführung: Da die Wurzeln von BuildCores im Mobile-Bereich liegen, wirkt das Interface im Desktop-Browser an manchen Stellen noch etwas überladen und weniger intuitiv als bei vergleichbaren Plattformen.

Sonderfall Airflow-Simulator: Erst vor kurzem wurde BuildCores in einem Reddit-Beitrag auf r/PCMR für ihren neu vorgestellten »Airflow-Simulator« kritisiert. Laut einigen Nutzern handle es sich nicht um einen Simulator. Stattdessen zeigt das 3D-Modell lediglich die Richtung, nach der die Lüfter ausgerichtet sind, und nicht den physikalisch korrekten Airflow. 

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Der Entwickler nahm Stellung zu den Vorwürfen:

»Ich wollte das nicht als vollständige 'Airflow SImulation' präsentieren. Es handelt sich im Grunde um einen visuellen Konfigurator, der die Ausrichtung von Zu- und Abluftventilatoren veranschaulicht, um es Anfängern zu erleichtern. Aber ich nehme das Feedback zur Kenntnis und freue mich darüber. Vielleicht machen wir eines Tages eine vollständige Simulation.«

Mein Fazit

Jan Stahnke: BuildCores füllt eine Lücke, die andere Partpicker seit Jahren offen lassen, und lässt mich meinen zukünftigen (oder hypothetischen) PC visualisieren und entsprechend anpassen.

Um wirklich eine ernstzunehmende Konkurrenz für PCPartPicker oder deutsche Alternativen wie von Caseking heranzukommen, muss für mich persönlich an der Datenbank und dem Interface der Webseite gearbeitet werden. 

Das Wichtigste ist wohl das Vervollständigen und Ausarbeiten des »Clearence-Checks«, der gerade für PC-Bau-Einsteiger unverzichtbar ist. Aber auch PC-Veteranen freuen sich über präzise Angaben zur Kompatibilität.

Ob die 3D-Visualisierung in der Beta bereits für alle Komponenten und Cases taugt, hängt stark vom Modell-Katalog ab. Wer populäre Hardware nutzen will, ist deutlich besser aufgestellt als Leute, die auf eher nischige Hardware zurückgreifen wollen.

Für alle, die ihren nächsten Build sorgfältig planen und dabei auch auf die Optik achten, ist BuildCores aber definitiv einen Blick wert, auch wenn es bisher noch einige Schwächen auszubügeln gilt.

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