Neuer Trend bei PCs: Warum haben die Hersteller das nicht schon längst so gemacht? [Best of GameStar]

Ich bastle meine Rechner seit Jahrzehnten selbst und ohne Feinschliff waren sie alle mehr oder weniger vollgestopft mit unschönen Kabeln. Doch ein aktueller Trend eilt zur Rettung!

Sehr zu begrüßen, findet Tech-Autor Nils: In PCs gibt es Stück für Stück immer weniger nervige Kabel (zu sehen). Sehr zu begrüßen, findet Tech-Autor Nils: In PCs gibt es Stück für Stück immer weniger nervige Kabel (zu sehen).

Was ist der nervigste Teil beim PC-Bau? Für mich ganz klar: Kabel sortieren und verstecken.

Eine ganz andere Dimension bekommt das alles, wenn man wie ich gerne besonders kleine Rechner zusammenbaut und überhaupt erstmal versuchen muss, die Kabel irgendwie ins Gehäuse zu stopfen.

Glücklicherweise erkennen immer mehr PC-Hersteller das Problem und finden dafür kreative Lösungen, zumindest bei Gehäusen in normaler Größe. Aber wie genau sehen sie aus?


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Den Anfang macht das Mainboard

Erstmals begegnet ist mir der PC-Trend durch Mainboards wie das TUF Gaming B760M-BTF von Asus, das MSI B650 DIY-APE von MSI oder das unten zu sehende DIYAPE H610 King von Maxsun.

Sie lassen viele Anschlüsse wie für die Hauptstromversorgung und die Datenträger einfach auf die Rückseite der Platine wandern. Konkret sieht das dann so aus:

Aufgeräumtes Case vorne Bei diesem Speziellen Gehäuse samt passendem Mainboard verschwinden die meisten Kabelanschlüsse auf die Rückseite des PCs. (Bild: zFrontier.com)

Stromanschlüsse hinten An der Rückseite ist zu erkennen, dass die bekannten Kabel alle noch da sind, nur eben an anderer Stelle angeschlossen als meist zuvor. (Bild: zFrontier.com)

Eine eben so simple wie clevere Idee, weil man so Kabel weitgehend aus dem Hauptbereich des PCs heraushalten kann. Das sorgt nicht nur für einen aufgeräumten Look, sondern auch für einen etwas besseren Luftdurchfluss zur Kühlung der schnellen (und heißen) Gaming-Hardware.

Es gibt dafür allerdings Voraussetzungen: Die Mainboard-Halterung muss genug Öffnungen an den richtigen Stellen bieten und an ihrer Rückseite muss ausreichend Platz bis zur Gehäusewand vorhanden sein, um dort alle Kabel entlangführen zu können.

Sprich: Man braucht nicht nur besondere Mainboards, sondern auch kompatible beziehungsweise speziell dafür angepasste Gehäuse. Bei Asus heißt die passende Hardware beispielsweise BTF (steht für Back to the Future).

Der nächste Schritt sind Grafikkarten

Apropos Asus und BTF-Hardware. Noch einen Schritt weiter geht der Konzern mit Grafikkarten, die sogar ganz auf lästige (Strom-)Kabel verzichten.

Möglich macht das ein zusätzlicher Anschluss auf einem passenden BTF-Mainboard, der direkt hinter der altbekannten Verbindung für den PCI-Express-Slot untergebracht ist:

Neuer Anschluss an GPU und Mainboard Die entscheidende Neuerung sind die zusätzlichen Leiterbahnen der GPU ganz rechts auf diesem Foto. (Bild: Wccftech.com)

Eingebaute Grafikkarte Wie hier zu sehen, verschwindet der altbekannte Stromanschluss an der GPU. Stattdessen ist er jetzt an der Rückseite des Mainboards zu finden. (Bild: Wccftech.com)

Es handelt sich im oben zu sehenden Fall um eine RTX 4070. Der neue Stromanschluss auf dem Mainboard liefert aber bis zu 600 Watt und damit selbst genug Energie für eine RTX 5090 wie die Asus ROG Astral Geforce RTX 5090 BTF OC Edition.

Auch hier wandert der Anschluss für das Stromkabel vom Netzteil auf die Rückseite des Mainboards.

Es gibt allerdings erneut einen Haken: Die Lösung ist proprietär. Wünschenswert wäre dagegen ein einheitlicher Standard für alle Boards und Hersteller.

Die Hersteller werden immer kreativer

Einen anderen Ansatz als Asus greifen unter anderem Konzept-Grafikkarten von Inno3D auf. Der Vorteil: Hier ist kein neuer Stromanschluss auf dem Mainboard und an der GPU nötig, stattdessen geht es nur um eine bessere Kabelführung.

Der Stromanschluss befindet sich dazu, wie im Bild unten zu sehen, an der Rückseite der Grafikkarte statt an der schmalen Oberseite. So könnt ihr das passende Kabel ohne Biegung und möglichst elegant von der GPU zum Netzteil wegführen:

In eine ähnliche Richtung geht auch eine RTX 4090 von Gigabyte, wobei hier gleichzeitig das Problem mit schmelzenden Stromkabeln ein Rolle spielt. Mehr dazu erfahrt ihr im Artikel Nach Aufregung um RTX 4090: Neue Gigabyte-GPU soll ihr vielleicht zweitgrößtes Problem beheben.

Doch ganz egal, wie genau die jeweilige Lösung auch aussehen mag und welche Vor- und Nachteile sie im Detail bietet: Sehr zu begrüßen ist der Trend zum Verstecken von Kabeln aus meiner Sicht schon jetzt.

Ich wünschte sogar, die Hersteller hätten schon viel früher solche Hardware gebaut, aber wie heißt es doch so schön: Besser spät als nie. Hier ein kurzer Überblick passender Produktreihen:

  • Asus: BTF (Back to the Future)
  • MSI: Project Zero
  • Gigabyte: Stealth
  • ASrock: BMD (Back Mounted Device)

Sucht ihr generell Tipps für den Bau eines guten Gaming-PCs, werdet ihr in unserer großen Kaufberatung zu diesem Thema fündig:

Wie denkt ihr über den Trend der PC-Hersteller, Kabel in Gehäusen möglichst elegant zu verstecken, um für einen aufgeräumten Look und sogar einen besseren Airflow zu sorgen? Längst überfällig und sehr zu begrüßen, verschwendete Investitionsgelder oder etwas dazwischen? Schreibt es gerne in die Kommentare und lasst mich wissen, wie wichtig euch ein möglichst cleanes PC-Innere ist!

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