Microsoft fordert für Windows 11 eigentlich mindestens 4 Gigabyte Arbeitsspeicher – doch eine radikal geschrumpfte Version des Betriebssystems beweist nun, dass auch ein Bruchteil davon ausreicht.
Der bekannte Entwickler NTDEV hat mit Pico11 eine abgespeckte Version des Betriebssystems auf YouTube präsentiert, die im Betrieb mit 883 MB RAM auskommt und sogar auf einen klassischen CD-Rohling passt.
Wie das Technikmagazin ComputerBase berichtet, bekommen abenteuerlustige Nutzer dafür eine intakte grafische Oberfläche, müssen aber auch mit starken Einschränkungen bei der Funktionalität und Sicherheit leben.
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Pico11 im Detail
Um das Betriebssystem auf eine ISO-Größe von unter 700 Megabyte zu pressen, musste NTDEV tief in die Systemarchitektur eingreifen.
Dabei bleibt die grundlegende Nutzererfahrung erhalten: Wer Pico11 startet, navigiert weiterhin durch die gewohnte grafische Oberfläche und kann alltägliche Bordmittel wie den Datei-Explorer, die Einstellungen oder den Taschenrechner nutzen. Selbst Programme wie Paint und Notepad sind im Video zu sehen und funktionieren.
Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich jedoch die Spuren der Sparkur – so greift etwa der Task-Manager auf eine ältere Bedienoberfläche zurück.
Schwerwiegender ist allerdings der Kahlschlag unter der Haube. So sind neben der Systemwartung auch wichtige Funktionen wie Windows Update oder Microsoft Defender der Axt zum Opfer gefallen.
Die 883 Megabyte belegter Speicher sind dabei nur eine Momentaufnahme. Auch wenn dem virtuellem Testrechner dabei nur 4 GB Arbeitsspeicher zugewiesen waren ist unklar, ob Pico11 auch auf Systemen mit weniger installierten RAM starten würde.
Unklar ist zudem, wie viel Speicher Pico11 auf der Festplatte benötigt. Im Demonstrationsvideo auf YouTube wird hierzu keine Angabe gemacht.
Kein Download verfügbar
Wer das Experiment nun selbst auf einem alten Rechner wagen möchte, muss sich allerdings in Geduld üben, denn ein fertiger Download von Pico11 ist nicht verfügbar.
Zudem bleibt vorerst völlig offen, ob sich gewöhnliche Desktop-Programme, PC-Spiele oder benötigte Treiber überhaupt auf dem Rumpfsystem installieren lassen.
Mehr zum Thema: Windows 11 speckt ab: Neues Update soll vor allem langsamere PCs schneller machen
Das Projekt dient NTDEV vielmehr als Testlauf: Die gewonnenen Erkenntnisse und Schrumpf-Methoden sollen künftig in den quelloffenen Tiny11 Builder fließen.
Mit diesem Tool können Nutzer sich schon heute eigene, angepasste Windows-Images erstellen – wahlweise als alltagstaugliche Tiny11-Version mit Updates und Defender oder als reduzierte Core-Variante ohne Systemwartung.

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