Und auf einmal ist sie wieder da: Die kalte Jahreszeit. Gestern noch im Übergangsmantel müssen gegen die Kälte langsam härtere Geschütze aufgefahren werden: Und aus den Untiefen des Schranks erblicken dicke Wintermäntel und Pullover auf einmal wieder das Tageslicht.
Doch was ich im Frühling in die hinterste Ecke des Schranks verbannt habe, kommt auf einmal gar nicht mehr so frisch hervor, wie ich es in Erinnerung hatte: Hässliche kleine Knötchen, Pilling genannt, überziehen viele meiner warmen Klamotten.
Weg damit und Neuware her? Nein, ich habe zum Beginn der kalten Jahreszeit ein Ritual entwickelt, das meiner Kleidung ein längeres Leben schenkt – und dabei hilft mir ein kleines Gadget für 10 Euro.
Definition
Die Webseite Ökoplanet erklärt: Pilling ist die Bildung kleiner Knötchen oder Fusseln auf der Oberfläche von Textilien. Der englische Begriff »pill« bedeutet Kugel und beschreibt Fasern, die sich aus dem Material lösen und zu Kügelchen aufrollen.
Auswirkungen: Pilling beeinträchtigt die Optik und Haptik (unebene Oberfläche, weniger Weichheit) und kann die Lebensdauer der Textilien verkürzen.
So entsteht Pilling:
- Reibung: Intensive Nutzung und häufiges Reiben (z. B. durch Körperbewegungen) begünstigen die Faserlösung.
- Qualität: Minderwertige Materialien oder Verarbeitungstechniken erhöhen das Risiko.
- Anfälligkeit: Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle können stärker betroffen sein als synthetische Fasern.
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Pilling adé mit einem elektrischen Fusselrasierer
Auch dieses Jahr kam die Erkenntnis wieder plötzlich: Es ist Winterjackenzeit. Neben aufwendigen Mänteln hat sich für mich eine schwarze Jacke zum warmen Allrounder entwickelt.
Die neueste ist sie allerdings nicht mehr – besonders das Waschen nimmt mir ihr Synthetik-Material übel: Scheußliche Pilling-Knötchen zeugen von ihrer letzten Reise von der Waschmaschine in den Schrank.
Die Mission ist klar, die Knötchen müssen weg! Theoretisch könnte ich mir nun einen Einmalrasierer schnappen und ganz vorsichtig den Textilknötchen auf meiner Jacke zu Leibe rücken. Allerdings habe ich für diese Arbeit schon seit ein paar Jahren einen Fusselrasierer, der die Pilling-Entfernung nicht nur einfacher macht – sie macht auch richtig Spaß.
Ich persönlich verwende den Philips Fusselentferner. Der kostet auf Amazon derzeit knapp zehn Euro. Er hilft mir, meine Winterjacke noch einmal auf Vordermann zu bringen:
Dafür lege ich meine Jacke auf eine glatte Fläche, schalte den Fusselentferner an und fahre mit ihm über die komplette Oberfläche. Unter dessen Kopf drehen sich scharfe Messer, die die abstehenden Knötchen abtrennen, mit dem Stoff aber ansonsten nicht in Berührung kommen.
Ein Fusselrasierer wie der von Philips hat gegenüber mechanischen Methoden wie einem Rasierer oder einem Bimsstein einige Vorteile:
- Schnelles Entfusseln der Kleidung.
- Der Abstandhalter schützt das Textil vor Beschädigungen durch die Rasierklingen.
- Das abgelöste Pilling wird in den Flusen-Container eingesaugt.
- Der Flusen-Container ist relativ klein.
- Die kleinen Öffnungen vorne eignen sich nur für Knötchen auf Kleidung – für Teppichflusen etwa sind sie zu klein
Das Entfusseln der Kleidung macht mit einer elektrischen Lösung außerdem ziemlich Laune, es fühlt sich ein bisschen an wie Schafe-Scheren.
So verpasse ich meiner liebgewonnenen, aber eben nicht mehr ganz neuen Jacke in unter zehn Minuten einen Frischekick: Sie sieht nach der Rasur nicht nur glänzender aus, sondern fühlt sich auch gleich deutlich weicher an.
Schon das Entfusseln selbst könnte man neudeutsch als »satisfying« bezeichnen, aber auch die Fussel-Ausbeute von einer einzigen Damenwinterjacke hat etwas Befriedigendes:
Fazit: Mein Fusselrasierer verlängert das Leben meiner Klamotten
Kleidung ist etwas Emotionales: Sie soll dafür sorgen, dass wir auf eine bestimmte Weise wahrgenommen werden und gleichzeitig, dass wir uns wohl fühlen. Gerade in den letzten Jahren ist der Textilmarkt jedoch auch zu einem echten Umweltproblem geworden.
Einer Umfrage von Greenpeace zufolge liegt die durchschnittliche Lebensdauer von Oberteilen und Hosen in Deutschland bei unter drei Jahren. Der mit 92 Prozent am häufigsten angegebene Grund, die eigene Kleidung wegzuwerfen: Verschleiß.
Wenn der Knopf ab ist, funktioniert die Hose nicht mehr und wenn ein Loch im Socken ist, ist die Socke kaputt: Da heißt es: Reparieren oder Wegwerfen.
Pilling dagegen ist ein langsamerer Verschleiß-Prozess: Tragen für Tragen, Wäsche für Wäsche sieht die Kleidung älter aus und fühlt sich rauer an. Hier ab und an eine Pilling-Rasur, gerade bei Teilen, die man gerne trägt, kann wahre Wunder wirken – nicht nur für's Aussehen, sondern auch den Komfort.
Denn das ist eine Sache, die ich an der Pilling-Rasur besonders mag: Meine Jacke glänzt nicht nur mehr, sie fühlt sich auch gleich frischer an: Ich habe mich die Tage nach der Rasur schon mehr als einmal dabei erwischt, wie ich bei scheußlichem Wetter sanft über meine Jacke streichle: Hm, so alt aber immer noch so weich.

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