Red Dead Redemption 2: Kurioser FPS-Boost, aber nur für Linux- und AMD-Nutzer

Besitzer von AMD-Grafikkarten könnten von einem Wechsel zu Linux profitieren, denn da liefert Red Dead Redemption 2 tatsächlich mehr FPS als unter Windows 10.

von Alexander Köpf,
20.06.2020 12:37 Uhr

Linux holt in Sachen Spiele-Kompatibilität weiter auf, reicht aber noch nicht an Windows heran. Linux holt in Sachen Spiele-Kompatibilität weiter auf, reicht aber noch nicht an Windows heran.

Red Dead Redemption 2 ist für seine Grafikpracht und ebenso für seinen Leistungshunger bekannt. Wer sehnt sich daher nicht nach ein paar Bildern pro Sekunde mehr, um das Western-Epos möglichst imposant und flüssig zu erleben.

Für all jene gibt es nun gute Nachrichten: Ihr könnt mehr FPS haben und braucht dafür nur eine AMD-Grafikkarte (heißt: RTX 2080 Ti in die Tonne kloppen) und Linux aufzusetzen.

Richtig gelesen: Trotz fehlender offizieller Linux-Version läuft Red Dead Redemption 2 (RDR2) unter dem freien Betriebssystem tatsächlich besser als unter Windows 10, wie das folgende Video von Youtuber FlightlessMango beweist - zumindest wenn eine Radeon RX Vega 56 verbaut ist:

Die zugehörige Auswertung:

RDR2 unter Linux mit AMD-GPU. (Bildquelle: Flightlessmango.com) RDR2 unter Linux mit AMD-GPU. (Bildquelle: Flightlessmango.com)

Die Benchmark-Ergebnisse, die alle bei 1080p-Auflösung erzielt wurden, zeigen, dass RDR2 unter Verwendung von Vulkan und einer AMD-Grafikkarte (RX Vega 56) unter Linux besser läuft als mit Vulkan oder DirectX 12 unter Windows 10.

Die Kombination Windows 10 und Vulkan liefert durchschnittlich 75 fps, zusammen mit DirectX 12 sind es nur 70 fps. Linux, um genau zu sein die Linux-Distribution Arch, hingegen kommt mit dem »amdvlk«-Treiber im Schnitt auf 80 fps.

Das Testsystem:

  • CPU: Intel Core i7 8700K @4,7 GHz
  • RAM: 16 GB DDR4 @3.200 MHz
  • GPU: AMD Radeon RX Vega 56
  • Mainboard: Asus Rog Strx Z370-E Gaming
  • Windows: Windows 10 Version 1909 mit Radeon Adrenalin-Treiber 20.5.1
  • Linux: Arch Linux mit Proton 5.0-rdr2-3 (Steam), Mesa-git 20.0.0, amdgpu-pro-20.10, amdvlk-2020.Q2.4-1

RDR2 mit Nvida-GPU unter Linux etwas langsamer

RDR2 unter Linux mit Nvidia-GPU. (Bildquelle: Flightlessmango.com) RDR2 unter Linux mit Nvidia-GPU. (Bildquelle: Flightlessmango.com)

Mit einer RTX 2080 wurden - ebenfalls bei 1080p-Auflösung - unter Linux durchschnittlich 82 fps erreicht. Unter Windows 10 waren es 86 fps mit DirectX 12 und 89 fps mit Vulkan. Ein Grund hierfür könnten schlechter optimierte Treiber sein. Zudem gilt die Unterstützung mit proprietären Linux-Treibern seitens AMD als besonders gut, was die Performance-Unterschiede zwischen AMD und Nvidia erklären könnte.

Proton machts möglich

RDR2 ist übrigens nicht das einzige Spiel, das unter Linux sehr gut läuft. In der Proton-Datenbank ProtonDB könnt ihr euch ansehen, welche Spiele sonst noch mit dem in der Regel kostenlosen Betriebsystem funktionieren - und die Liste wird stetig länger.

Das nicht zuletzt deshalb, weil die auf der Laufzeitumgebung Wine basierende Software Proton von Valve für Steam (SteamPlay) entwickelt wird. Proton wiederum verwendet zur Implementierung von DirectX die quelloffene Vulkan-Programmierschnittstelle und dient somit quasi als Übersetzungsschicht.

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Windows hat die Nase weiterhin vorn

Trotz der Freude. die das allen Linux-Liebhabern bereiten dürfte, ist Windows 10 nach wie vor besser zum Spielen geeignet. Schlicht deshalb, weil es Microsoft DirectX nativ und ohne Umwege unterstützt. Dazu kommen noch andere Vorraussetzungen wie beispielsweise besser optimierte Treiber. Zudem machen gerade Anti-Cheatmaßnahmen wie EAC oder BattleEye noch Probleme unter Linux. An denen wird aber bereits gearbeitet.

Für Interessierte: Ganz unproblematisch ist das Spielen unter Linux nicht, denn die Kompatibilität der einzelnen Titel hängt auch von der verwendeten Distribution ab. Distributionen die auf Arch Linux basieren, wie etwa Manjaro, gelten allgemein als besonders kompatibel, weil sie die neuesten Treiber unterstützen. Valves SteamOS (Debian-Basis) bietet sich ebenfalls an, prinzipiell sind aber auch viele andere Linux-Versionen geeignet.

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