Wer einen OLED-Monitor für 900 Euro bestellt und gleich zwei Modelle geliefert bekommt, der geht eher nicht davon aus, dass er den zweiten Bildschirm einfach behalten kann.
Doch genau das ist einem Spieler aus Großbritannien laut eigener Angaben passiert.
Davon berichtet er in einem passenden Reddit-Beitrag mit dem übersetzten Titel Amazon lässt mich einen zusätzlichen 4K-Monitor als frühes Weihnachtsgeschenk behalten
(via Mein-MMO).
55:48
Gaming-Monitore: Führt an OLED kein Weg mehr vorbei?
Um welchen Monitor geht es?
- Es handelt sich um das Modell AW3225QF der Dell-Marke Alienware mit QD-OLED-Panel, 4K-Auflösung und 240 Hertz Bildwiederholrate.
- Zum Release Anfang 2024 lag der Preis des Geräts meist bei etwa 1.100 Euro. Aktuell ist der 4K-Bildschirm im deutschen Handel ab ungefähr 870 Euro zu haben.
Kein Wunder also, dass der Spieler freudig überrascht ein Foto der teuren Monitore bei Reddit teilt.
Ebenfalls in dem Beitrag zu sehen: Ein Screenshot seines passenden Chats mit dem Amazon-Support, in dem ihm mitgeteilt wird, dass er den Monitor behalten darf.
Echt oder fake? Grundsätzlich lässt sich so eine Geschichte leicht erfinden, auf uns wirkt das Ganze in diesem Fall aber authentisch. Das gilt auch mit Blick auf das Profil des Reddit-Nutzers, der bereits seit über vier Jahren dort registriert ist und in vielen Beiträgen aktiv.
Dass Amazon einen Versandfehler bei so einem eher teuren Monitor nicht durch eine Rücknahme des Geräts korrigiert, halten wir ebenfalls durchaus für möglich, auch auf Basis eigener Erfahrungen und ähnlicher Berichte von anderen Amazon-Kunden in der Vergangenheit.
Wie kann so etwas passieren?
In diesem Fall scheint es so zu sein, dass der Spieler nur ein Modell bestellt hat, aber im System von Amazon fälschlicherweise zwei Modelle für den Versand angewiesen wurden.
Das legt ein weiterer Kommentar des Spielers nahe.
- Zunächst nahm er nur einen Monitor an, doch im zweiten Gerät fand er Spinnen, so dass eine neue Lieferung nötig wurde.
- Auch diese zweite Lieferung bestand wieder aus zwei Monitoren, da der Fehler mit dem einen Monitor zu viel im System von Amazon offenbar nicht korrigiert worden war.
- Das zweite Modell, das der Reddit-Nutzer seitens Amazon behalten durfte, ohne zu bezahlen, hat er inzwischen bei Ebay verkauft.
Hätte der Spieler den Monitor einfach so behalten dürfen?
Zu der Frage, wie es rechtlich aussieht, wenn man mehr Ware als bestellt geliefert bekommt, hatten wir bereits in der Vergangenheit Kontakt mit einem Anwalt.
Folgendes sagt Jens Thurn dazu, Anwalt für IT-Recht, Datenschutz- und Urheberrecht:
Eine aktive Mitteilungspflicht des Käufers besteht nicht. Der Verkäufer hat vielmehr den Ausgang einer Ware zu kontrollieren und zu prüfen, dass dieser seinen Kunden nicht überliefert.
Erst wenn der Verkäufer sich beim Käufer meldet und die überlieferte Ware zurückverlangt, gleichzeitig aber anbietet, sämtlichen Aufwand und Kosten für die Rücksendung zu tragen, trifft den Käufer die Verpflichtung, die Waren zurückzusenden.
Der Rückforderungsanspruch verjährt innerhalb der Regelverjährungsfrist, also nach Ablauf von drei Jahren ab dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.
Der Kaufvertrag gilt unabhängig davon nur für die darin festgehaltene Menge an Artikeln.
Deshalb können Händler zu viel geschickte Ware grundsätzlich auch wieder zurückfordern, wenn sie den Fehler bemerken und die Kosten für die Abwicklung übernehmen.
Ist es euch schon mal passiert, dass ihr Waren an Amazon oder einen anderen Händler zurückschicken wolltet und ihr sie behalten durftet? Schreibt es gerne in die Kommentare!
Archiv-Content: Dieser Artikel ist in einer früheren Version bereits auf GameStar.de erschienen.

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