Javier, Elektriker: »Bei einem Kunden flog 5-mal der Strom raus, ich bat um die Rechnung und entdeckte, dass er je nach Uhrzeit eine unterschiedliche vertragliche Leistung hatte«

Ein Bewohner des Stadtteils Campo de la Verdad in Córdoba erlebte an einem einzigen Sonntag bis zu fünf Stromausfälle. In Deutschland so zum Glück undenkbar.

Eine fragwürdige Tarifstruktur kann in Spanien zu Problemen führen, die es bei uns glücklicherweise nicht gibt. (Bild: elblogsalmon.com) Eine fragwürdige Tarifstruktur kann in Spanien zu Problemen führen, die es bei uns glücklicherweise nicht gibt. (Bild: elblogsalmon.com)

Zu den Stromausfällen des Bewohners kam es jedes Mal, wenn er versuchte, die Klimaanlage einzuschalten.

  • Beim Überprüfen der Unterlagen des Kunden stellte der hinzugerufene Elektriker fest, dass der Nutzer für die Nebentarifzeit eine vertraglich vereinbarte Leistung hatte, die um 1.000 Watt niedriger war als in der Haupttarifzeit.
  • Dieses Ungleichgewicht führte dazu, dass der Zähler am Wochenende – das in Spanien durchgehend als Nebentarifzeit gilt – sofort die Stromzufuhr trennte, sobald die Familie die Klimaanlage einschaltete.
  • Solche fehlerhaften Konfigurationen haben ihren Ursprung oft in aggressiven Telemarketing-Kampagnen, bei denen die Stromanbieter eine scheinbare Ersparnis versprechen, indem sie die Leistung in der Nebentarifzeit reduzieren.

In Deutschland ist so etwas undenkbar, weil hier rein nach Arbeitspreis (Cent/kWh) und Grundpreis (Euro/Monat) abgerechnet wird und es keine buchbaren kW-Limits gibt. Dynamische Tarife können also nur in Bezug auf den Preis pro Kilowattstunde schwanken, nicht in Bezug auf die bereitgestellte Leistung.

Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite El Blog Salmon und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.


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Der Fall im Detail

Die Vertriebsmitarbeiter verschweigen bei solchen fragwürdigen Angeboten meist, dass die Nebentarifzeit 51 Prozent aller Stunden eines Jahres ausmacht.

Dazu gehören nicht nur die Nächte an Werktagen, sondern auch Samstage, Sonntage und alle nationalen Feiertage, wie aus der Aufschlüsselung der Tarifzeiten der spanischen Regulierungsbehörde CNMC hervorgeht.

Die Kundschaft nimmt das Angebot an und denkt, dass die Einschränkung nur für die Nachtstunden gilt, und entdeckt den Betrug erst, wenn sie am Wochenende stromintensive Haushaltsgeräte nutzen will.

  • Die Ursache des Problems blieb in diesem Fall so lange unentdeckt, bis der Netzbetreiber im Mai den alten analogen Zähler durch einen digitalen Smart Meter (intelligentes Messsystem) ersetzte.
  • Im Gegensatz zu herkömmlichen Geräten integrieren moderne Zähler einen elektronischen Leistungsschalter (ICP) von höchster Präzision, der die Abschaltkurven der Norm UNE 20317 anwendet. Dies erklärte der Experte in seiner technischen Analyse über Smart Meter.
  • Obwohl der Kunde seit Jahren einen solchen ungleichen Vertrag hatte, ohne es zu merken, machte die Installation des neuen Zählers Schluss mit der alten thermischen Toleranz und sorgte dafür, dass der Strom bei Überschreitung des Grenzwerts sofort abgeschaltet wurde.
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Der Einsatz in Córdoba zeigt, dass die Arbeit moderner Elektriker auch die Prüfung der Verträge mit der gleichen Sorgfalt erfordert wie die Überprüfung der Sicherungen im Verteilerkasten.

Javier musste entschlüsseln, warum die Ausfälle nur sonntags auftraten, nachdem er Isolationsfehler oder ungewöhnliche Anlaufspitzen des Motors ausgeschlossen hatte.

Wie der Fachmann bei der Lösung des Falls erklärte: »Ich bat um die letzte Stromrechnung und stellte fest, dass er je nach Uhrzeit eine unterschiedliche vertragliche Leistung hatte.« Seine Diagnose bestätigte, dass die Ursache nicht in einem Defekt des Geräts lag, sondern im Kleingedruckten des Vertrags.


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Fatale Fehler beim Abschluss von Stromverträgen in Spanien

Die Intransparenz des Energiemarktes führt in Spanien teils zu extremen vertraglichen Fehlern, die Wohnungen fast unbewohnbar machen.

  • In Branchendiskussionen, die durch diesen Fall ausgelöst wurden, berichten Elektriker von Fällen, in denen Anbieter fahrlässigerweise eine Leistung von 330W statt 3.300W für die Nebentarifzeit eintrugen, weil sie eine Null vergaßen.
  • Dies führte dazu, dass der Strom schon beim Einschalten einfacher Halogenlampen ausfiel, wie aus den vom Elektriker aus Córdoba veröffentlichten Berichten hervorgeht.
  • Diese Fehler zeigen, dass eine drastische Reduzierung der Leistung in der Nebentarifzeit ein schlechter Rat ist, der die Nutzbarkeit der Wohnung für mehr als die Hälfte des Jahres einschränkt.

Das in Córdoba entdeckte Problem spiegelt ein weit verbreitetes Unwissen über Stromtarife im ganzen Land wider.

Nach offiziellen Daten der CNMC-Haushaltsstudie zur vertraglichen Leistung zahlen 63 Prozent der Haushalte in Spanien in den Spitzenzeiten für 1,11 kW zu viel, während 67 Prozent in den Nebentarifzeiten einen Überschuss von 1,6 kW beibehalten.

Obwohl es das Gesetz seit 2021 erlaubt, unterschiedliche Leistungen je nach Tarifzeitraum zu vereinbaren, haben dies laut den Statistiken des spanischen Haushaltsmarktes nur 2,5 Prozent der Nutzer bewusst getan.


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Die behördlichen Kosten für eine Leistungsanpassung

Wenn Nutzer versuchen, diesen Fehler zu korrigieren, um die Leistung in beiden Zeiträumen aneinander anzupassen, müssen sie Gebühren zahlen, die durch die geltenden Vorschriften geregelt sind.

Eine Erhöhung der vertraglich vereinbarten Leistung verpflichtet zur Zahlung von Netzzugangs- und Netzerweiterungsgebühren für jedes zusätzliche kW an den Netzbetreiber, zu denen noch 9,04 Euro plus Mehrwertsteuer als Anschlussgebühr hinzukommen, wie der Leitfaden zur Stromrechnung der CNMC ausweist.

Wenn der gewünschte Wert zudem das im ursprünglichen Zertifikat der Wohnung festgelegte Limit überschreitet, muss der Kunde die Ausstellung eines neuen Elektrogutachtens (CIE) durch einen autorisierten Installateur bezahlen.


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