Vor rund zwei Monaten erschien die RTX 5070 Ti und nun ist der kleine Bruder an der Reihe: Wir haben die RTX 5060 Ti ausgiebig getestet und verraten euch, ob sie ein Spar-Tipp ist oder ob ihr sie lieber links liegen lasst.
Hinweis: Wir haben bisher nur das Modell mit 16 GByte erhalten, nicht aber die 5060 Ti mit 8 GByte. Daher konnten wir die günstigere Variante mit nur halb so viel VRAM noch nicht testen.
Technische Daten
| RTX 5060 Ti | RTX 4060 Ti | |
| CUDA Kerne | 4608 | 4352 |
| Takt (Basis/Boost) | 2407/2572 | /2535 |
| Speicher | 8 GByte GDDR7 16 Gbyte GDDR7 | 8 GByte GDDR6 16 GByte GDDR6 |
| Speichertransferrate | 28 Gbps | 18 Gbps |
| Speicherbandbreite | 448 GB/s | 288 GB/s |
| Leistungsaufnahme | 180 Watt | 160 Watt |
| UVP | 399 Euro (8 GByte) 449 Euro (16 GByte) | 399 Euro (8 GByte) 439 Euro (16 GByte) |
In unserem Test vergleichen wir die RTX 5060 Ti unter anderem mit der RTX 4060 Ti. Allerdings stand uns im Falle letzterer nicht das Modell mit 16 GByte zur Verfügung.
Wir haben zwar bei verschiedenen Herstellern ein Testmodell angefragt, sie hatten aber kein passendes Modell mehr in ihrem Bestand. Auch im Handel ist die GPU mittlerweile nur noch immer seltener zu finden.
Das Testsystem
- Mainboard: MSI MPG X870E Carbon Wifi
- Prozessor: AMD Ryzen 7 9800X3D
- Kühlung: Corsair iCUE H150i RGB Pro XT
- Arbeitsspeicher: 2x 16 GByte DDR5-6000 Kingston Fury RGB
- Speicher: 1 TByte Solidigm P44 Pro PCIe 4.0 NVMe-SSD, 4 TByte Kingston Fury Renegade PCIe 4.0 NVMe-SSD
- Netzteil: MSI MEG Ai3000P 1.300 Watt
Treiber
Es kam der aktuelle, von Nvidia zur Verfügung gestellte Gameready-Treiber 575.94 zum Einsatz.
Grafikkarten
Uns wurde für den Test eine RTX 5060 Ti von Nvidia und eine RTX 4060 Ti von Asus zur Verfügung gestellt. Weder Nvidia noch Asus hatten Mitspracherecht zum Inhalt dieses Tests.
Synthetische Benchmarks
3DMark Time Spy Extreme
- Grafik-Punkte
- 0
- 5200
- 10400
- 15600
- 20800
- 26000
Die beiden synthetischen Benchmarks 3DMark Time Spy Extreme und Steel Nomad zeigen einen Vorsprung zwischen 18 und 21 Prozent gegenüber der Vorgängerkarte RTX 4060 Ti 8GByte.
Damit liegt der Leistungszuwachs ungefähr im erwarteten Bereich und ist ähnlich hoch wie im Falle der RTX 5070 Ti.
Performance-Rating (Raster)
2.560 x 1.440
Durchschnitt aus Alan Wake 2, Stalker 2, Ghost of Tsushima, Enshrouded, Senua's Sage: Hellblade 2 und Forza Horizon 5
- 2.560 x 1.440 (Ø FPS)
- 2.560 x 1.440 1% Low (Ø FPS)
- 0,0
- 18,0
- 36,0
- 54,0
- 72,0
- 90,0
Wir haben fünf grafisch ansprechende und/oder anspruchsvolle Spiele getestet und hier zeigt sich, dass die Karten im herkömmlichen Gaming-Betrieb etwas stärker sind als in den synthetischen Benchmarks. Hier gewinnt die RTX 5060 Ti 22 bis 23 Prozent im Vergleich zum Vorgänger.
Der Abstand zum nächst stärkeren Modell ist allerdings recht hoch. So ist die RTX 5070 rund 35 Prozent schneller als die 5060 Ti.
Einzelbenchmarks
Alan Wake 2
Höchste Voreinstellung
- 1.920 x 1.080 (Ø FPS)
- 2.560 x 1.440 (Ø FPS)
- 0,0
- 18,0
- 36,0
- 54,0
- 72,0
- 90,0
Hier seht ihr den Leistungsunterschied in den einzelnen Spielen. Wie ihr erkennen könnt, schwankt er im Vergleich zum Vorgänger von Spiel zu Spiel stark.
Stalker 2 bietet den geringsten Zuwachs von zwölf Prozent, während Hellblade 2 in WQHD-Auflösung runde 50 Prozent mehr Frames bringt - ein enormer Unterschied.
Das ist durch die höhere Speicherbandbreite des GDDR7-VRAMs und den größeren Grafikspeicher von 16 GByte der von uns getesteten 5060 Ti zu erklären.
Ein weiterer Grund für den hohen Unterschied könnte der ohnehin schwierige technische Zustand von Stalker 2 sein. Es wird zwar weiterhin an dem Spiel gearbeitet, doch die Entwickler haben noch einen weiten Weg vor sich:
11:03
Stalker 2 ist auf dem besten Weg - aber noch lange nicht am Ziel
Performance-Rating (Raytracing)
Performance-Rating (Raytracing)
Durchschnitt aus Alan Wake 2, Cyberpunk 2077, Hogwarts Legacy und Indian Jones und der Große Kreis
- 1.920 x 1.080 (Ø FPS)
- 2.560 x 1.440 (Ø FPS)
- 0,0
- 16,0
- 32,0
- 48,0
- 64,0
- 80,0
Die RTX 5060 Ti zeigt beim Raytracing, was die Karte kann, denn hier sehen wir eine Steigerung von 25 (FullHD) und 43 Prozent (WQHD).
Mit Raytracing ist der Grafikspeicher tendenziell noch mal wichtiger, insofern hat die 5060 Ti mit 16 GByte hier leichtes Spiel gegen die 4060 Ti mit halber Speichermenge.
DLSS 4 Multi Frame Generation
Cyberpunk 2077
Raytracing/Path Tracing: Höchste Voreinstellung
- 2.560 x 1.440 (Ø FPS)
- 0,0
- 42,0
- 84,0
- 126,0
- 168,0
- 210,0
Das Herz der 5000er-Reihe und umso mehr für die 5060 Ti ist weniger die Hardware als DLSS 4 mit dem neuen Transformer-Modell, das in einigen Fällen ein besseres Bild erzeugen kann als die native Auflösung.
Zu DLSS 4 gehört auch die MFG (Multi Frame Generation), über die seit längerem heiß diskutiert wird. Spiele wie Cyberpunk 2077 zeigen, dass MFG für Grafikkarten im niedrigeren Preissegment einiges bewirken kann.
So liegt der Unterschied zwischen DLSS im Leistungsmodus und DLSS im Leistungsmodus und MFG bei 294 Prozent. Bei Alan Wake 2 sind es sogar 315 Prozent.
Was ist mit der Latenz? Für viele von euch ist die Latenz, die bei Frame Generation entsteht, eine große Sorge. Dazu kommen wir jetzt.
Eingabeverzögerung (Latenz)
Cyberpunk 2077
Höchste 4K- und Raytracing-Einstellung
- Latenz in Millisekunden (2.560 x 1.440)
- 0,0
- 20,0
- 40,0
- 60,0
- 80,0
- 100,0
Nvidia scheint es ein Anliegen zu sein, die von vielen Spielern gefürchtete Latenz durch MFG einzuschränken. Das ist ihnen auch bei der 5060 Ti gut gelungen.
Die Latenz steigt zwar pro generiertem Extra-Frame, doch liegt bei 4x immer noch bei knapp der Hälfte im Vergleich zum nativen Rendering.
Wie stark man diesen Aspekt beim Spielen wahrnimmt, ist allerdings auch eine sehr subjektive Frage.
Leistungsaufnahme und Effizienz
Leistungsaufnahme (Rasterleistung)
Durchschnitt aus Alan Wake 2, Stalker 2, Ghost of Tsushima, Enshrouded, Senua's Sage: Hellblade 2 und Forza Horizon 5
- 2.560 x 1.440 Ø Watt
- 0,0
- 34,0
- 68,0
- 102,0
- 136,0
- 170,0
Die RTX 5060 Ti zieht im Schnitt zwar mehr Strom als ihr Vorgänger, bietet allerdings mehr FPS pro zehn Watt. Somit ist sie minimal effizienter als Vorgänger.
Die 5060 Ti ist dabei deutlich effizienter als ihre stärkeren RTX-5000-Kollegen. So liegen die FPS pro zehn Watt bei 3,6, während die bisher effizienteste Grafikkarte dieser Generation (die RTX 5090) bei 2,6 liegt.
Leistungsaufnahme (RT + Upscaling und Frame Generation)
Durchschnitt aus Cyberpunk 2077 und Alan Wake 2
- 2.560 x 1.440 Ø Watt
- 0,0
- 36,0
- 72,0
- 108,0
- 144,0
- 180,0
Die Werte für Effizienz mit Upscaling und Frame Generation sind mit Vorsicht zu genießen, da die Unterschiede zwischen einzelnen Spielen groß sind.
Dennoch schadet es nicht, im Hinterkopf zu behalten, dass Frame Generation und Upscaling die Effizienz deutlich auf 7,5 FPS pro 10 Watt steigert. Die Leistungsaufnahme ist insgesamt allerdings leicht erhöht.
Grafikspeicher
Auch wenn es schon lange Grafikkarten mit mehr als 16 GByte gibt, halten wir 16 GByte für absolut ausreichend. Das gilt vor allem für dieses Preissegment.
Von der 8 GByte-Variante raten wir allerdings ab, auch ohne sie getestet zu haben. Der Hauptgrund: Die Ersparnis im Vergleich zum Modell mit 16-GByte fällt für unseren Geschmack deutlich zu gering aus.
Lautstärke
Mit 39 Dezibel unter Volllast bei ca. 20 Zentimeter Entfernung ist die 5060 Ti angenehm leise. Ihr müsst euch also keine Sorgen um ein gefühltes Flugzeugtriebwerk neben dem Schreibtisch machen.
Preis
Die UVP bei den beiden RTX-5060-Ti-Modellen sieht aus wie folgt:
- 8 GByte-Variante: 399 Euro UVP
- 16-GByte-Variante: 449 Euro UVP
Wir empfehlen in jedem Fall zur 16-GByte-Variante zu greifen. Die 50 Euro Preisunterschied sind zu gering, um den Vorteil der doppelten Speichermenge außer Acht zu lassen.
Fazit der Redaktion
Die RTX 5060 Ti ist eine solide Grafikkarte im unteren mittleren Preissegment, die genug Leistungssteigerung bietet, um die 449 Euro UVP für diverse Spieler zu rechtfertigen, sofern die aktuelle GPU klar langsamer ist.
Wie ein Sprecher von Nvidia verlauten ließ, ist diese Grafikkarte vor allem für die Spieler gedacht, die noch mit einer 3060 Ti oder schwächeren Karte spielen. Genau diesen Spielern können wir diese GPU auch am ehesten ans Herz legen, da der Leistungszuwachs (vor allem für Nativ-Fans) sonst etwas zu überschaubar scheint.
Das wohl beste Argument für das Upgrade auf die 5060 Ti ist DLSS 4, das, wie schon bei den anderen Grafikkarten der 5000er-Reihe, gut funktioniert und ein deutlicher Schritt nach vorne ist. Das liegt daran, dass die zwei hauptsächlichen Kritikpunkte an Frame Generation, also ein matschiges Bild und hohe Latenz, sich klar verbessert haben.
Gleichzeitig gilt allerdings, dass die Technik immer noch nur vergleichsweise wenige Spiele unterstützen. Das solltet ihr also im Hinterkopf haben.
Wir können euch zu guter Letzt nur raten, zur 16-GByte-Variante zu greifen, da die 16-GByte-Variante überschaubare 50 Euro mehr kostet. Das ist gut investiertes Geld, auch wenn ihr vielleicht einen Monat länger sparen müsst.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt zunächst Theorie, da nicht auszuschließen ist, dass die Karten im Handel zumindest zu Beginn nicht gut verfügbar und teurer als angepriesen sein werden. Gegebenenfalls empfiehlt es sich daher, etwas mit dem Kauf zu warten.
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