Auf der IFA in Berlin präsentierte Nvidia eine ganze Reihe Notebooks mit dem neuen Chip RTX Spark
. Ich konnte Modelle von Dell, Lenovo, MSI, Asus, HP und Microsoft nicht nur begutachten, sondern sogar erstmals anfassen – leider aber nur die Rückseite.
Folgende Geräte waren vor Ort:
- Microsoft Surface Laptop Ultra
- Dell XPS 16
- HP OmniBook Ultra 16
- Lenovo Yoga Pro 9n
- Asus ProArt P14
- MSI Prestige N16 Flip AI+
Wesentlich spannender als die Laptops war aber RTX Spark selbst. Denn Nvidia präsentierte mir auf ausgewählten Notebooks allerhand Demos, die zeigen sollten, was in dem Chip steckt. Und einige davon haben mich echt beeindruckt.
Was RTX Spark eigentlich ist
Kurz zuvor noch mal eine schnelle Einordnung: RTX Spark ist Nvidias erster eigener Notebook-Prozessor, intern trägt er den Codenamen N1X. Statt x86 wie bei Intel und AMD setzt Nvidia auf ARM-Kerne, kombiniert mit einer Blackwell-Grafikeinheit, also der gleichen GPU-Architektur wie in den aktuellen GeForce-RTX-50-Grafikkarten.
In ersten synthetischen CPU-Benchmarks liegt der Chip Berichten zufolge rund 54 Prozent vor Apples M5, knapp hinter Intels Core Ultra 9 285HX. Wie aussagekräftig das für echte Programme ist, muss sich erst noch zeigen.
Laut Nvidias eigenen Angaben kommt der Chip in zwei Ausbaustufen: die große Variante mit 20 CPU-Kernen und 6.144 Shadereinheiten, eine kleinere mit 18 Kernen und 5.120 Shadereinheiten.
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Klassische PCs waren gestern: Nvidia will das Rechner-Rad zusammen mit Microsoft neu erfinden dank RTX Spark
Entscheidend für das, was ich gesehen habe, war aber nicht der Prozessor allein, sondern der Arbeitsspeicher: Bis zu 128 GB Unified Memory teilen sich CPU und GPU direkt, meist im Verhältnis 64 zu 64, statt wie sonst oft üblich getrennten RAM und VRAM zu nutzen.
Das Prinzip kennt ihr vielleicht schon von Apples M-Chips. Genau dieser riesige, gemeinsame Speicherpool war bei jeder Demo das eigentliche Thema.
Nvidia zufolge sollen die ersten Notebooks im Oktober in den Handel kommen. Zum Preis äußert sich noch niemand offiziell, Einstiegsmodelle dürften aber eher über als unter 2.500 Euro liegen, Topkonfigurationen mit vollem Speicherausbau sogar eher über 3.000 Euro.
Doom lief super flüssig
An einer der Stationen durfte ich selbst mal einen RTX-Spark-Laptop ausprobieren (beim Rest nur zugucken) und darauf Doom: The Dark Ages kurz spielen. Mehr als ein paar Minuten waren es nicht, aber genug, um zu merken: Es lief absolut flüssig, ohne sichtbares Ruckeln, ohne Nachladeaussetzer. Natürlich auch dank der Hilfe von DLSS 4.5.
Eine dedizierte Grafikkarte gibt es bei RTX Spark übrigens nicht: Die Blackwell-GPU sitzt direkt im Chip, gelaufen ist die Runde also komplett über diese integrierte Grafikeinheit.
Nvidia zeigte in den Gaming-Demos daneben unter anderem Pragmata, Alan Wake 2 und Fortnite. Teils liefen die Spiele nativ für ARM, teils über die Emulationsschicht Prism, die Windows-x86-Spiele zur Laufzeit in ARM-Code übersetzt. Ein Nachteil beim eigentlichen Spielen war davon nichts zu merken, auch bei meiner Doom-Runde nicht: Alles fühlte sich einfach nur nach einem normalen, gut laufenden Gaming-Notebook an.
Ein wichtiges Detail, das mir dabei nicht bekannt ist, sind Auflösung und Grafikeinstellungen in den oben genannten Demos. Die Spiele wirkten auf mich recht scharf, betrachtet meine Erfahrungen aber eher als Proof of Concept und noch nicht als belastbaren Test.
Auch eine Demo zur Unreal Engine 5 war eindrucksvoll
Ein paar Schritte weiter zeigte mir Nvidia auf einem weiteren RTX-Spark-Gerät (dem MSI Prestige N16 Flip AI+) eine komplette virtuelle Stadt in der Unreal Engine 5. Bei dem gezeigten Detailgrad kann ich mir vorstellen, dass die Simulation der ganzen Stadt ziemlich rechenintensiv sein muss.
Doch selbst als die Kamera herauszoomte, bis die ganze Stadt im Blick war, gab es kaum nennenswerte Ruckler. Der Detailgrad blieb dabei erstaunlich hoch.
Ganz frei von Kompromissen war das aber nicht, und zwar gleich in zweierlei Hinsicht: Der Unreal-Engine-Editor funktioniert offenbar noch nicht nativ auf ARM, die Demo lief also über die Emulationsschicht Prism
. Und beim Herauszoomen gab es tatsächlich ein paar kleine Ruckler.
Die Blender
-Demo war der eigentliche Wow-Moment
Bei uns in der Redaktion nutzt ein Kollege das Programm Blender regelmäßig, um zum Beispiel die Bühne für unseren Find Your Next Game
-Livestream oder unsere Messestände vorab zu visualisieren.
Was mir der Nvidia-Mitarbeiter am Stand erklärte: Blender ist im Live-Vorschaufenster für die 3D-Szene so rechenhungrig, dass schon kleine Kamerabewegungen ein deutliches Bildrauschen erzeugen. Auf normaler Hardware müsst ihr dann kurz warten, bis die Software das mit entsprechendem »Entrauschen« wieder weggerechnet hat.
Auf dem RTX-Spark-Notebook war davon kaum noch etwas zu sehen. Die Rauschunterdrückung lief so schnell mit, dass ich beim Schwenken durch die Szene fast keinen Unterschied zum eingefrorenen Bild bemerkt habe.
Im folgenden Video seht ihr den Unterschied: Links ohne und rechts mit RTX Spark:
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RTX Spark: Blender-Demo von der IFA 2026
Kein Wunder, dass ausgerechnet diese Demo bei mir hängengeblieben ist. Bei laufender KI-Rauschunterdrückung sind nämlich offenbar genau die 64 oder mehr Gigabyte GPU-Speicher gefragt, die normaler Notebook-Hardware fehlen.
KI-Agenten und Videos: Wofür der Speicher sonst noch gut ist
An anderer Stelle zeigte Nvidia zig Beispiele für lokale KI-Agenten, bei denen mehrere Modelle gleichzeitig zusammenarbeiten, etwa für KI-generierte Videos. Ohne RTX Spark dauerte das Erstellen eines kurzen Clips in 1080p einige Minuten. Auf dem Demo-Gerät mit 128 GB geteiltem Speicher ging es dagegen in knapp 90 Sekunden – und in 2k-Auflösung.
Für die anspruchsvollsten dieser Demos griff Nvidia übrigens auf ein Microsoft Surface Laptop Ultra mit 128 GB zurück, aufgeteilt in 64 GB für die CPU und 64 GB für die GPU. Genau dieser große, flexibel teilbare Pool dürfte das eigentliche Verkaufsargument von RTX Spark sein.
Ersteindruck: stark
Das waren natürlich Nvidias eigene Demo-Geräte, unter kontrollierten Bedingungen, ohne unabhängige Benchmarks. Ob sich das im echten Alltag genauso gut anfühlt, weiß ich erst, wenn ein Retail-Gerät bei mir auf dem Schreibtisch steht.
Eine Frage bleibt für mich dabei besonders spannend: die Spielevielfalt abseits der Show-Demos. Windows-on-ARM läuft mittlerweile bei tausenden Titeln über die Prism-Emulation ordentlich, vor allem bei Indie-Spielen, Strategietiteln und älteren AAA-Games.
Der eigentliche Flaschenhals sind kernelbasierte Anti-Cheat-Systeme wie Easy Anti-Cheat, BattlEye oder Vanguard: Eine Emulation kann einen Kernel-Treiber nicht einfach vortäuschen, deshalb verweigern solche Spiele bislang oft komplett den Start.
Genau hier hat Nvidia bereits im Juni nachgelegt und natives ARM-Anti-Cheat für Easy Anti-Cheat, BattlEye und Denuvo versprochen, konkret etwa für Fortnite, Valorant und Rocket League. Die Spiele selbst laufen dabei weiterhin über Prism-Emulation, nur die Anti-Cheat-Schicht läuft nativ auf ARM. Ob das bis zum Marktstart im Oktober für die breite Masse der kompetitiven Multiplayer-Titel reicht, wird sich erst zeigen.
Wer tiefer in Architektur, Preispunkt und die Erfolgschancen von RTX Spark einsteigen will: Mein Kollege Sven Scharpe hat sich das genauer angeschaut.
Lest auch: Nvidia RTX Spark: Wie erfolgreich der neue Chip wird, hängt nicht alleine von Nvidia ab
Ich bin jedenfalls extrem gespannt auf RTX Spark. Sobald die ersten Geräte bei uns in der Redaktion eintrudeln, werden sie meine Kollegen durch die Benchmarks jagen. Dann werden wir sehen, ob es wirklich der versprochene M1-Moment
für Windows-Laptops ist. Über Preise und Verfügbarkeiten halten wir euch natürlich auf dem Laufenden.
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