Bei der Antwort auf die Frage, ob es auf dem Mars einmal Leben gegeben hat, spielen Nachweise für Wasser in der Wissenschaft eine große Rolle. Kein Wunder, schließlich war es auch auf der Erde entscheidend für die Entstehung von Leben.
Ein Meteoritenfund in Marokko aus dem Jahr 2011 ist deshalb in der Forschung heiß begehrt. Nun gibt es dazu eine neue Studie der Curtin Universität in Australien mit interessanten Erkenntnissen.
Das ist passiert:
- Wie Xataka berichtet, gelangte der Meteorit mit der Bezeichnung
NWA 7034
nach seinem Fund 2011 in der marokkanischen Wüste durch Einheimische zunächst bei einem Sammler, bis er schließlich Forschungsgegenstand wurde. - Dass er im Vergleich zu anderen gefundenen Mars-Meteoriten sehr viel Wasser enthält, ist bereits seit über zehn Jahren bekannt. Ein Bericht von Space.com von 2013 lässt vermuten, dass das daran liegt, dass er von der Marsoberfläche stammt, statt aus dem Inneren des Planeten.
- Nun gibt es eine neue Studie zum
Black Beauty
genannten Meteorit, die auf Science.org veröffentlicht wurde und die mehr Details zu der wichtigen Wasserfrage liefert. Demnach zeigt der Meteorit, dass es vor etwa 4,5 Milliarden Jahren Thermalwasser auf dem Mars gegeben hat.
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Die Temperatur ist besonders wichtig
Es geht also um natürliche Wasserquellen mit einer vergleichsweise hohen Temperatur. Warum diese Erkenntnis so wichtig sein könnte, macht die Studie einleitend mit den folgenden Worten klar:
Hydrothermale Systeme gelten als entscheidend für die Entwicklung von Leben. Daher ist das Verständnis des Ursprungs, der Verteilung und der Dauer solcher Umgebungen in den geologischen Aufzeichnungen des Mars von vorrangigem Interesse.
Möglicherweise kann mithilfe des Meteoriten näher bestimmt werden, wann und in welchem Zeitraum Leben auf dem Mars hätte existieren können. Dazu sagt Studienautor Dr. Aaron Cavosie von der Curtin Universität gegenüber Yahoo Australia:
Heißes Wasser ist eine ziemlich nützliche Sache, wenn man versucht, sich darüber klar zu werden, ob der Mars bewohnbar gewesen sein könnte. Es ist also sehr wichtig, Beweise dafür zu finden.
Die heiße Spur nennt sich Zirkon
Da die Oberfläche des Mars stark erodiert und Gestein mit dem gewünschten Alter vor Ort nur schwer zu finden ist, stellen alte Meteoritenfunde auf der Erde für die Wissenschaft ein sehr hilfreiches Material zur Analyse dar.
Im Falle von Black Beauty konnten per Nano-Bildgebung und Spektroskopie Zirkonkristalle analysiert werden. Darüber sind die Forscher letztlich zu der Schlussfolgerung gekommen, dass es vor langer Zeit einmal heißes Wasser auf dem Mars gab.
- Nano-Bildgebung dient dazu, besonders kleine Strukturen auf atomarer und molekularer Ebene zu visualisieren.
- Spektroskopie setzt zur Analyse einer Substanz darauf, ihre Wechselwirkung mit Licht genauer zu untersuchen.
- Zirkon ist ein natürlich vorkommendes, sehr hartes und hitzebeständiges Mineral, das meist primär aus Zirkonium, Silizium und Sauerstoff besteht.
Im Falle von Black Beauty stellten die Wissenschaftler fest, dass das Zirkon auch Eisen, Aluminium und Natrium enthält, was auf eine hydrothermale Entstehung hindeutet.
Zirkon ist auch auf der Erde zu finden und hat hier ebenfalls schon dabei geholfen, früheste Zeichen von frischem Wasser zu lokalisieren, wie im bereits genannten Artikel von Yahoo Australia angegeben wird.
Die Zusammensetzung ist entscheidend
Von potenziell großer Bedeutung ist die genaue Zusammensetzung der Elemente, die Cavosie folgendermaßen beschreibt:
In diesem Fall waren sie alle hochorganisiert in schönen, diskreten Schichten, genau wie die in einer wachsenden Zwiebel.
Die Forscher haben nach Zirkonfunden auf der Erde mit ähnlicher Zusammensetzung gesucht und sie in der Olympic Dam Mine in Südaustralien gefunden. Es gilt als anerkannt, dass die dortige Entstehung von Erz durch hydrothermale Prozesse unterstützt wurde.
Daher kommt letztlich die Schlussfolgerung in der Studie, dass es solche Prozesse beziehungsweise Thermalwasser vor etwa 4,5 Milliarden Jahren auf dem Mars gegeben hat.
Ob es dort aber auch einmal Leben gab, steht indes auf einem ganz anderen Blatt.
Hinweis: Dieser Artikel ist in einer früheren Version bereits auf GameStar.de erschienen.

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