Samsung hat ein Patent angemeldet, das ein Handy mit austauschbaren Objektiven zeigt.
Darum ist das wichtig: Ein großer Vorteil von Systemkameras gegenüber Smartphones oder Kameras mit fest verbauten Objektiven, ist die Flexibilität beim Fotografieren. Handyhersteller kompensieren diesen Nachteil, indem sie mehrere Kameras auf der Rückseite installieren. Ein Handy mit austauschbaren Objektiven könnte die Flexibilität beim Fotografieren weiter erhöhen.
Im Detail: Das neue Patent zeigt ein Smartphone mit einer oder zwei Kameras auf der Rückseite, bei dem ihr die Objektive wechseln könnt. Durch den Text des Patents erfahren wir ein paar interessante Details zu der Funktionsweise:
- Die Objektive sollen sich magnetisch mit dem Handy verbinden.
- Die Integration von Sensoren sorgt dafür, dass das Handy erkennt, welches Objektiv gerade in Verwendung ist.
- Die Bildsensoren sind beweglich und können ihre Bildstabilisierung an das installierte Objektiv anpassen.
- Das Patent zeigt auch den Einsatz dieser Technologie bei einer Kamera mit Periskop-Konstruktion. Das könnte eingesetzt werden, um Platz im Gehäuse zu sparen oder um größere Zoomstufen zu ermöglichen.
- Eine der Zeichnungen zeigt ein Objektiv mit großen Linsenelementen. Dabei könnte es sich um eine lichtstarke Festbrennweite handeln.
Die Idee ist nicht neu: Erst neulich haben zwei Hersteller Smartphones mit optionalen Objektivaufsätzen vorgestellt:
- Beim Vivo X200 Ultra lässt sich ein Telekonverter anbringen, der eine 8,7-fache Vergrößerung ermöglicht. Das erlaubt es euch Fotos mit einer Vollformat-äquivalenten Brennweite von 200 mm aufzunehmen.
- Beim CMF Phone 2 Pro, einem günstigen Budget-Handy, gibt es die Möglichkeit, eine Makro-Linse und ein Fisheye-Objektiv anzubringen.
- Beim iPhone und einigen anderen Handys können Objektive von Drittanbietern wie »Moment« installiert werden. Solche sind auch für Samsung-Handys verfügbar.
Ob Samsung dieses Patent in die Tat umsetzen wird, ist noch völlig ungeklärt. Es zeigt allerdings, dass der Hersteller an dieser Idee interessiert ist.
Übrigens: Samsung hat mit der NX-Modellreihe schon Erfahrung mit Systemkameras. Leider hat sich der Hersteller vor einigen Jahren aus diesem Markt zurückgezogen.
Meinung der Redaktion
Duy Linh Dinh: Mit den Innovationen im Bereich der »Computational Photography« glaube ich nicht, dass auswechselbare Objektive bei einem Smartphone so nützlich sind, wie man vermuten mag.
Dank Periskop-Konstruktionen können inzwischen komplexe Tele-Objektive in dünnen Handys verbaut werden. Und dank großer, hochauflösender Bildsensoren und KI ist der Digitalzoom bei Handys besser denn je.
Ultraweitwinkelobjektive sind heute auch in nahezu jedem Handy verbaut. Lediglich Fisheye-Objektive vermisse ich noch bei einem Smartphone. Aber selbst solche könnten in Handys integriert werden: Ein Fisheye-Objektiv bei dem intern per Software die Verzerrung korrigiert wird. Der Nutzer oder die Nutzerin sollte dann die Möglichkeit haben, diese Korrektur zu aktivieren oder zu deaktivieren. So hätte man Fisheye und Ultraweitwinkel in einem.
Natürlich bieten Wechselobjektive trotzdem eine erhöhte Flexibilität gegenüber fest verbauten Linsen. Allerdings würde ich vermuten, dass das ein Feature ist, das größtenteils Fotografie-Enthusiasten wie mich anspricht. Und solche greifen doch lieber zu einer dedizierten Kamera.
Vielleicht irre ich mich auch und das ist der nächste große Trend bei Smartphones? Ich bin auf jeden Fall gespannt und freue mich über jede Innovation in diesem Bereich.
Würdet ihr euch ein Handy mit Wechselobjektiven kaufen wollen? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare!
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