Sorgenkind High Dynamic Range
Grundsätzlich besitzt der Q9FN einen weiteren Pluspunkt, den er in Kombination mit einem PC unserer Erfahrung nach aber nicht so recht ausspielen kann: Die Darstellung von HDR-Inhalten, zu denen inzwischen auch eine wachsende Zahl an PC-Spielen gehört.
Um HDR mit dem Samsung-TV nutzen zu können, müssen wir zunächst in den Einstellungen unter »Allgemein\Externe Geräteverwaltung« den nicht grade präzise benannten Modus »HDMI UHD Color« für den entsprechenden HDMI-Anschluss aktivieren.
Passende Voraussetzungen für eine gute HDR-Darstellung bringt der Q9FN mit:
- Er bietet mit feinem Full Array Local Dimming sehr niedrige Schwarzwerte, die unser Messgerät (X-Rite i1 Display Pro) an seine Grenzen bringen, wobei selbst um helle Objekte vor dunklem Hintergrund praktisch kein störendes Aufleuchten zu erkennen ist
- In Kombination mit einer hohen maximalen Helligkeit von etwa 1.500 cm/m² für zehn Prozent der Bildfläche und circa 770 cd/m²für das gesamte Bild führt das zu sehr hohen Kontrasten
- Auch die Unterstützung einer Farbtiefe von 10 Bit ist gegeben
Der große Haken an der Sache: HDR ist unter Windows 10 unseren Eindrücken nach immer noch keine zuverlässige Plug-and-Play-Erfahrung.
Aktivieren konnten wir es unter Windows 10 zwar stets, wenn der HDMI-UHD-Color-Modus aktiv war. Aber selbst dann, wenn HDR einmal richtig funktioniert hat, ist es bei exakt gleichen Einstellungen und mit identischer Hardware bis hin zum HDMI-Kabel immer wieder aus unerfindlichen Gründen zu Problemen wie einer viel zu geringen maximalen Helligkeit oder ungewöhnlichen Bildfehlern gekommen.
Die Kette von »TV-Einstellungen -> HDMI-Anschluss am Fernseher -> HDMI-Kabel -> HDMI-Anschluss der Grafikkarte -> Treiber-Einstellungen -> Windows-Einstellungen -> Spiel-Einstellungen« scheint einfach immer noch sehr störanfällig zu sein und die vielen Ketteglieder machen die Fehlersuche stets langwierig.
Samsung GQ65Q9FN richtig einstellen
Den HDR-Modous einmal außen vorgelassen ist für PC-Spieler vor allem eine Einstellung des Samsung-TVs sehr wichtig: Der Spielmodus, der sich im Menü unter »Allgemein\Externe Geräteverwaltung\Einstellungen des Spielmodus« aktivieren lässt.
An derselben Stelle findet sich auch die vor allem für Besitzer einer AMD-Grafikkarte wichtige FreeSync-Option. Solange keine Darstellungsfehler oder andere Probleme auftreten, empfehlen wir die Option »Ultimate«, die einen größeren Bereich an Bildraten abdeckt (48 bis 120 Hertz statt 60 bis 90 Hertz).
Die so genannten »Motion Plus-Einstellungen« sind dagegen eher nicht zu empfehlen. Mit den Optionen »Unschärfeminderung« und »Judder-Minderung« kann der Fernseher die Bildrate über zusätzlich berechnete Zwischenbilder künstlich auf 60 oder gar 120 fps erhöhen. Das ist aber eher für Konsolentitel mit festen Bildraten gedacht und erhöht außerdem den Input Lag.
Hinter der Einstellung LED Clear Motion verbirgt sich zu guter Letzt das Anzeigen von komplett schwarzen Zwischenbildern. Das kann die Bewegungsunschärfe ähnlich wie Nvidias »Ultra Low Motion Blur« zwar sichtbar minimieren, bei 60 Hertz ist aber ein klares Flimmern zu erkennen und FreeSync ließ sich in Spielen nicht nutzen, wenn LED Clear Motion aktiv war. Deshalb sollte es besser deaktiviert sein.
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