Gerade wurde das womöglich beste Fotohandy für 2026 angekündigt: Ich beschäftige mich seit über 15 Jahren intensiv mit Fotografie und bin schwer beeindruckt

Das Vivo X300 Ultra zeigt das Flaggschiff-Handys bei den Kameras auch mit Hardware statt KI überzeugen können.

Schon mehr Kamera als Smartphone: das neue Vivo X300 Ultra. (Bildquelle: Vivo) Schon mehr Kamera als Smartphone: das neue Vivo X300 Ultra. (Bildquelle: Vivo)

Obwohl eine dedizierte Kamera immer einen Platz in meiner Tasche haben wird, kann ich nicht abstreiten, wie beeindruckend heutige Smartphones im Bereich der Fotografie sind. 

Die Krone dafür setze ich vorläufig dem Hersteller Vivo auf den Kopf. Gestern wurde das neue X300 Ultra angekündigt und selten konnte mich ein Smartphone so sehr beeindrucken wie dieses. 

Trotzdem steckt hinter dem Marketing-Sprech viel, das ihr vorher wissen solltet, bevor ihr am 16. April auf den Vorbestellen-Button klickt. 

Duy Linh Dinh
Duy Linh Dinh

Linh fotografiert seit über 15 Jahren und hat in dieser Zeit unzählige Kameras und Objektive besessen und ausprobiert. In den letzten Jahren hat er sich außerdem intensiv mit Smartphone-Fotografie und analogen Klassikern beschäftigt.

Besonders Spaß macht es ihm, in seiner Dunkelkammer (Badezimmer) analogen Film selbst zu entwickeln. In diesem Artikel wirft er einen Blick auf das neue Vivo X300 Ultra aus Sicht eines Fotografen. 

Hauptkamera mit beliebter Reportage-Brennweite

Bildsensor: Die Hauptkameraverfügt über einen besonders hochauflösenden 200-Megapixel-Sensor. Dieser ist mit 1/1.12-Zoll auch verhältnismäßig groß (Sony Lytia 901). 

35mm-Objektiv: Wirklich außergewöhnlich ist aber das Zeiss-Objektiv; dabei handelt es sich um eines mit 35mm-Brennweite (im Vollformat-Äquivalent) und F/1.9-Blende.

Die meisten Handys verfügen über eine Hauptkamera mit 24mm-Brennweite, also eine Weitwinkel-Perspektive. Diese ist besonders nützlich für Landschaften, Gruppenfotos und mehr. 

Auf der Rückseite befinden sich insgesamt drei Linsen in einer runden Kamerainsel. (Bildquelle: Vivo) Auf der Rückseite befinden sich insgesamt drei Linsen in einer runden Kamerainsel. (Bildquelle: Vivo)

Vivos Entscheidung zeigt, an welche Zielgruppe dieses Handy gerichtet ist. 35mm ist nämlich eine der in der Fotografie beliebtesten Brennweiten überhaupt. Sie wirkt natürlich, da sie nah an der Wahrnehmung des menschlichen Auges ist, bietet aber noch genügend Weitwinkel-Perspektive für den Alltag.

Wollt ihr die Perspektive selbst ausprobieren, stellt auf eurem Handy einfach einen Zoom von 1,5x ein. Das entspricht etwa einem 35mm-Objektiv. 

Mit dem Vivo X300 Ultra habt ihr diese Perspektive als Standard und das dürfte vor allem Fotografie-Enthusiasten ansprechen, die auf digitale Vergrößerungen verzichten wollen und ohnehin diese Brennweite gegenüber 24mm bevorzugen.


Telekamera mit APO-Objektiv und Portrait-Brennweite

Die Telekamera ist das zweite große Highlight des Vivo X300 Ultra und in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich.

Bildsensor: Auch dieser Sensor verfügt über 200 Megapixel, stammt aber von Samsung (HP0). Mit 1/1.14-Zoll ist er etwas kleiner als der, der Hauptkamera, aber immer noch sehr groß im Vergleich zu den Telekameras von anderen Handys.

Schade: ein richtiger Zwei-Stufen-Auslöser wie beim Sony Xperia 1 VII fehlt. (Bildquelle: Vivo) Schade: ein richtiger Zwei-Stufen-Auslöser wie beim Sony Xperia 1 VII fehlt. (Bildquelle: Vivo)

85mm-Objektiv: Auch hier orientiert sich Vivo an beliebten Brennweiten, der Fotografie-Community; die Telekamera hat standardmäßig das Sichtfeld eines 85mm-Objektives. Das ist eine beliebte Portrait-Brennweite. Die Blende beträgt F/2.67. 

APO und Zeiss-Beschichtung: Das ist jedoch nicht die einzige Besonderheit des Objektivs: Es ist ein apochromatisches Zeiss-Objektiv. Das heißt, es fokussiert die Farbwellenlängen Rot, Blau und Grün besonders präzise, was chromatische Aberrationen minimiert und die Schärfe erhöht. Auch Xiaomi hat ein solches von Leica in der Telekamera des 17 Ultra verbaut. 

Gerade beim Fotografieren mit größeren Zoomstufen und bei digitaler Vergrößerung ergibt so ein Objektiv viel Sinn, da Farbsäume in solchen Fotos stärker hervorgehoben werden.

Hinzu kommt die sehr bekannte T*-Beschichtung von Zeiss, die Reflexionen und Lens Flares reduziert und den Bildkontrast erhöht. 

Wenn wir schon beim Thema Vergrößerung sind: Mit zwei optional verfügbaren Ansteckobjektiven und einem Gripcase lässt sich die optische Brennweite auf 400mm vergrößern. Das entspricht bei anderen Handys etwa einer 16-fachen Vergrößerung. 

Mit digitaler Vergrößerung soll sogar eine unglaubliche Brennweite von 1.600mm (66x gegenüber 24mm; Hauptkamera vieler Handys) möglich sein. Wenn die Bildqualität dabei noch akzeptabel sein sollte, wäre ich schwer überrascht; die Beispielfotos von Vivo und von anderen Testern sehen aber vielversprechend aus.

Noch ein Wermutstropfen: Das Fotografie-Set mit dem Case und dem 400mm-Objektiv kostet 300 Euro zusätzlich.

Stabilisierung: Zu guter Letzt ist das Teleobjektiv auf drei Achsen stabilisiert und soll selbst mit den Anstecklinsen funktionieren. Das ist nicht nur für Videoaufnahmen nützlich, sondern auch beim Fotografieren bei hohen Vergrößerungsstufen. Vivo verspricht eine Stabilisierung auf dem Niveau von Gimbals. Mal sehen, ob sie das Versprechen wirklich halten können.

Alles in allem verfügt das Vivo X300 Ultra über eine der bisher beeindruckendsten Telekameras in einem Smartphone. 

Das Vivo X300 Ultra kommt in drei Farben. (Bildquelle: Vivo) Das Vivo X300 Ultra kommt in drei Farben. (Bildquelle: Vivo)


Ultraweitwinkel – So gut wie die Hauptkamera bei anderen Handys

Bildsensor: Auch die dritte und letzte Kamera auf der Rückseite des Vivo X300 Ultra besitzt einen verhältnismäßig großen Sensor. Hinter dem Ultraweitwinkel-Objektiv verbirgt sich ein Sony Lytia 818 mit 50 Megapixeln und 1/1.28-Zoll. 

Zum Vergleich: Der Bildsensor für die Hauptkamera (!) des iPhone 17 Pro Max ist genauso groß und besitzt fast die gleiche Auflösung (48 Megapixel). 

Das ist wirklich beeindruckend für eine Ultraweitwinkel-Kamera, die von den meisten Herstellern eher vernachlässigt wird.

14-mm-Objektiv: Die 14 mm-Brennweite ermöglicht ein Sichtfeld von etwa 112 Grad. Die Blende ist mit F2.0 schön groß, was dieses Setup in Verbindung mit der Sensorgröße sogar für Astrofotografie interessant macht. 


Video – ausgestattet für professionellen Workflow

Flexibles 4K-Format: Vivo setzt beim Thema Video voll auf professionelle Filmer und Content-Creator. Alle Kameras unterstützen 4K mit 120 FPS in einem 10-Bit-Log-Format, das besonders flexibel in der Bearbeitung ist. Das Material ist außerdem mit dem ACES-Standard kompatibel; ihr könnt das Handy also theoretisch in eine professionelle Post-Production-Pipeline einbinden.

Farbwissenschaft: Neu ist das Multi-Focal 4K Master Color Video. Der Marketing-Sprech dahinter bedeutet eigentlich nur: Vivo greift die Bilddaten früher ab, direkt als RAW-Daten. Für euch hat das den Vorteil, dass Farbübergänge (zum Beispiel im Himmel) sauberer aussehen sollten, weil die Software weniger aggressiv nachbearbeitet. 

Zudem gibt es Presets wie »Film Style«, die im breiten 2,4:1 Format filmen und künstliche Körnung hinzufügen. 

Video-Rig in Zusammenarbeit mit Smallrig: Solltet ihr das Handy wirklich für professionelle Videoarbeit verwenden wollen, bietet euch Vivo einen Video-Rig mit eingebautem Lüfter an, der in Zusammenarbeit mit Smallrig entwickelt wurde. Das verbessert nicht nur die Stabilität und Ergonomie beim Filmen, sondern ermöglicht auch den Einsatz von mehr Zubehör. 

Der YouTuber Bobby Tonelli konnte das Setup schon ausprobieren und hier teilt er seine ersten Eindrücke und ein paar beeindruckende Beispielfotos und Videos:

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Etwas kurios dabei: Beim Filmen im LOG-Profil und angebrachtem 400mm-Teleobjektiv ist eine ISO-Einstellung von 50 möglich. Es ist also oft nicht zwingend ein ND-Filter notwendig. Beim Filmen ohne Teleobjektiv springt die native ISO auf 800. Da müsst ihr dann allerdings auf einen ND-Filter zurückgreifen, damit eure Aufnahmen natürlich wirken und nicht überbelichtet werden. 


Frontkamera mit 50 Megapixel

Achja, das Vivo X300 Ultra hat natürlich auch eine Kamera auf der Vorderseite. Diese befindet sich mit einem Punch-Out-Loch in der Mitte und bietet eine Auflösung von 50 Megapixeln. Die Blende beträgt F/2.45 und auch hier könnt ihr maximal in 4K filmen. 

Die Brennweite beträgt etwa 24mm, was dem Sichtfeld der meisten Hauptkameras anderer Handys entspricht. 


Specs abseits der Kamera

Neben der Kamera ist das Vivo X300 Ultra auch als Smartphone üppig ausgestattet:

  • Prozessor: Snapdragon 8 Elite Gen 5
  • Display: 6,82-Zoll, LTPO AMOLED, 1.440 x 3.168 Pixel, 144 Hz, 4.500 Nits
  • Akku: 6.600 mAh mit 100-Watt-Ladeleistung (40 Watt kabellos)
  • Speicherkonfigurationen: 256/12 GB, 512/12 GB, 512/16 GB, 1TB/16GB
  • OS und Updates: Android 16 mit OriginOS, fünf OS-Upgrades, sieben Jahre Sicherheitsupdates
  • Schutz: IP69 / IP68
  • Konnektivität: WiFi 7, Bluetooth 6.0, USB-C 3.2, NFC

Preis und Verfügbarkeit: Die unverbindliche Preisempfehlung für den europäischen Markt ist derzeit noch nicht bekannt, aber in China wird das Gerät mit der 1-TB-Konfiguration 9.000 Yuan kosten; das entspricht etwa 1.136 Euro. 

Vorbestellungen sind ab dem 16. April möglich. Die Auslieferung erfolgt dann am 24. April.

Vorbesteller erhalten das Video-Rig, ein Jahr Bildschirmschutz, drei Jahre Gerätegarantie und fünf Jahre Batteriegarantie kostenlos dazu. Laut Vivo entspricht das einem Wert von 926 Euro.

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Mobile Fotografie mit Hardware-Upgrades statt KI

Drei große Bildsensoren, drei beliebte Brennweiten, Optiken von Zeiss und reichlich Zubehör – ist das überhaupt noch ein Handy?

Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und behaupte, dass dieses Jahr kein anderes Smartphone auf Fotografie-Ebene an dieses herankommen wird – solange es hält, was es alles verspricht. 

In erster Linie ist das Vivo X300 Ultra wichtig, um zu zeigen, dass mobile Fotografie auch mit echten Hardware-Upgrades funktioniert – und das spricht mich deutlich mehr an, als mit KI Wolken in mein Foto zu generieren, die vorher nicht da waren.

Was haltet ihr von dem Handy? Schreibt es uns gern unten in die Kommentare! 

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