Schnäppchen aus der Hölle oder Pflichtkauf für Sparfüchse? Bmax X5 Pro Laptop für 239 Euro

Bmax X15 Pro für unter 240 Euro: Ist das günstige Notebook wirklich ein Schnäppchen?

Kann ein Notebook, das nur knapp über 200 Euro kostet, was taugen? (Quelle: Bmax) Kann ein Notebook, das nur knapp über 200 Euro kostet, was taugen? (Quelle: Bmax)

Machen wir uns nichts vor, Laptops sind verdammt teuer geworden. Nicht jeder kann oder will sich aber einen mobilen Rechner für mehrere tausend Euro leisten. Da liegt es natürlich nahe, sich nach besonders günstigen Schnäppchen umzusehen, manchmal kann man da auch wirklich Glück haben. 

Ein besonders günstiges Notebook könnt ihr aktuell bei AliExpress finden. Es handelt sich um das X15 Pro des Herstellers Bmax. Der Name sagt mir persönlich absolut nichts, viel wichtiger ist in diesem Fall aber der Preis, und der liegt bei rund 253 Euro und kann mit dem Gutschein DELD30 auf verlockende 239 Euro reduziert werden. 

Was steckt in dem günstigen Hobel drin?

Auf den Bildern sieht man dem X15 Pro den günstigen Preis nicht an. (Quelle: Bmax) Auf den Bildern sieht man dem X15 Pro den günstigen Preis nicht an. (Quelle: Bmax)

Bevor wir uns die verbaute Hardware ansehen, noch ein paar Worte zum Design. Es handelt sich um einen Laptop mit 15,6-Zoll-Display, das sich bei der Optik an einem MacBook orientiert. Natürlich ist das Gehäuse hier nicht aus Alu, sondern aus silbernem Kunststoff. Insgesamt wirkt der Rechner optisch eher schlicht, was grundsätzlich auch nichts schlechtes ist. Gehen wir mal ans Eingemachte, was hat Bmax denn so im X15 Pro versteckt? 

Beginnen wir mal mit dem Display. Wie erwähnt handelt es sich um ein 15,6-Zoll großes Display, bei der Panel-Technologie soll IPS zum Einsatz kommen, die Auflösung liegt bei 1920 x 1080 Pixel bei 60 Hertz. Zur maximalen Helligkeit macht der Hersteller dagegen keine Angaben. 

Geht mal davon aus, dass es sich um ein sehr günstiges IPS-Display handeln wird, das vermutlich Mühe haben wird, 300 cd/m² zu erreichen, alles andere würde mich schon stark wundern. Zur Erinnerung: Eine Helligkeit von 300 cd/m² reicht für Innenräume aus, für den Außenbereich wird das Panel aber in den meisten Fällen zu dunkel bleiben. Eine maximale Helligkeit, die über 300 cd/m² liegt, wäre bei dem Preis nicht weniger als eine Sensation.

Bmax spricht von einem 180° Convertible Slim Case und widerspricht sich damit selbst. Bei einem klassischen Convertible lässt sich das Display komplett herumklappen, sodass die Rückseite des Panels auf dem Boden des Notebooks aufliegt. So kann man das Gerät dann auch als Tablet verwenden.

Ein Öffnungswinkel von 180° reicht dafür nicht aus und davon abgesehen würde eine Convertible-Funktionalität beim X15 Pro auch keinen Sinn machen, da das Gerät keinen Touchscreen hat. 

Wie stark ist die CPU?

Interessant wird es bei der CPU: Bmax spricht von einem Intel 12th Gen N100 Prozessor. Doch was versteckt sich hinter dieser Bezeichnung? Beim Intel N100 handelt es sich um den technischen Nachfolger von Intels Celeron Serie, die für günstige Einstiegsgeräte vorgesehen war. Beim Blick auf das Datenblatt erkennt man schnell, dass sich am Einsatzgebiet nicht viel geändert hat. 

  • Anzahl Kerne: 4
  • Anzahl Thread: 4
  • Base-Takt: 1,0 GHz
  • Max. Turbo: 3,4 GHz
  • TDP: 6 Watt

Die Specs sind also nicht wirklich beeindruckend und offen gesagt ist es die Leistung auch nicht, die meisten aktuellen Smartphones sind schneller unterwegs. 

Der N100 Chip reicht für die rudimentären Alltagsanwendungen aus. Damit meine ich Dinge wie im Web surfen, E-Mail schreiben und mal ein YouTube-Video ansehen. Die integrierte Grafiklösung Intel UHD ist eine absolute Low-End-iGPU. Der maximale Grafik-Exzess, den ich dieser Grafik zutraue, ist Solitär. 

Mit welchem Tastaturlayout das Gerät geliefert wird, kann man dem Angebot nicht entnehmen. Auf allen Bildern ist das englische QWERTY-Layout abgebildet, vermutlich wird das auch ausgeliefert. (Quelle: Bmax) Mit welchem Tastaturlayout das Gerät geliefert wird, kann man dem Angebot nicht entnehmen. Auf allen Bildern ist das englische QWERTY-Layout abgebildet, vermutlich wird das auch ausgeliefert. (Quelle: Bmax)

Lustig ist auch, dass Bmax bei einer Prozessor TDP von 6 Watt mit einer leistungsfähigen Kühlung, die über eine powerful Copper Heatpipe verfügt, wirbt. 6 Watt könnte man durchaus auch komplett passiv wegkühlen, technisch ist das absolut keine Herausforderung.

Üppiger RAM aber….

Trotz des sehr günstigen Preises spendiert der Hersteller 16-GB-LPDDR-Arbeitsspeicher, das sollte für ein Alltagsgerät mehr als ausreichend sein. Dass es sich dabei um älteren DDR4-RAM handelt, kann man bei diesem Gerät ebenso vernachlässigen wie die Tatsache, dass die Speicherchips auf der Hauptplatine verlötet sind. 

Weiter geht es mit der SSD. Hier bekommt ihr 512 GB, da gibt es Geräte anderer Hersteller, die deutlich mehr kosten, bei denen das Laufwerk auch nicht größer ist. Allerdings verbaut Bmax keine schnelle NVMe-SSD sondern ein langsames und mittlerweile veraltetes Modell mit SATA-Schnittstelle. Schneller als eine mechanische Festplatte ist das immer noch, bei deutlich unter 300 Euro ist aber auch das noch vertretbar.

Konnektivität mit Fragezeichen 

Im Angebot von AliExpress steht zu lesen, dass das X15 Pro den Wifi-6-Standard (802.11ax) beherrscht. Auf der Webseite des Herstellers ist bei den technischen Daten allerdings maximal von Wifi 802.11ac die Rede, das wäre dann Wifi 5.

Auf dem auf der Herstellerwebseite zu sehenden Bildmaterial wird allerdings auch WiFi 6 angepriesen. Wirklich relevant ist das bei einem so günstigen Gerät nicht wirklich, ich möchte es aber der Vollständigkeit halber erwähnen.

Folgende Anschlüsse bringt das X15 Pro mit:

  • 2x USB-A 3.2 
  • 1x USB-C (Geschwindigkeit unbekannt)
  • 1x 3,5-mm-Audio
  • 1x MicroSD-Kartenleser
  • 1x Mini-HDMI

Die vorhandenen Anschlüsse sind für ein Notebook dieser Preisklasse vollkommen ok. Geladen wird vermutlich über den USB-C-Port. Ob sich ein Netzteil im Lieferumfang befindet, ist unklar. Wie groß der integrierte Akku ist, geht aus dem Angebot bei AliExpress nicht hervor. Auf der Webseite des Herstellers ist allerdings von 51,3 Wh die Rede. In Kombination mit der extrem sparsamen CPU sollten halbwegs brauchbare Laufzeiten möglich sein.

Und sonst so?

Trotz des günstigen Preises kommt das X15 Pro mit vorinstalliertem Windows 11. Bei der Tastatur solltet ihr vor einem Kauf unbedingt nachfragen, welches Layout geliefert wird. In der Artikelbeschreibung ist davon nichts zu finden, die Bilder zeigen aber alle das englische QWERTY-Layout. Geht mal davon aus, dass das am Ende auch ausgeliefert wird.

Meine Meinung

Sven Scharpe

Ist das X15 Pro von Bmax für einen Preis von 239 Euro empfehlenswert? Meiner Meinung nach nein. Die CPU ist extrem lahm, damit werdet ihr nicht lange Freude haben. Dass die SSD nur über SATA angebunden ist und dass noch DDR4-RAM verbaut wird, ist da Nebensache und bei einem solchen Notebook auch nicht wirklich relevant. 

Was aber relevant ist: Ihr bekommt vermutlich nicht euer gewohntes deutsches Tastenlayout, sondern das englische QWERTY. Was ihr ebenfalls unbedingt bedenken solltet: Im Falle eines Defekts könnt ihr das Gerät nach China schicken und auf eine Reparatur hoffen. Allein, dass es nicht zumindest einen in Europa ansässigen Support gibt, wäre für mich persönlich Grund genug, von einem Kauf Abstand zu nehmen. 

Wenn ihr unbedingt ein möglichst billiges Notebook für Oma oder Opa sucht, die vielleicht einmal in der Woche eine E-Mail schreiben und sich nicht am QWERTY-Layout stören, könnte das X15 Pro vielleicht einen Blick wert sein. Alle anderen warten bitte auf ein besseres Schnäppchen. 


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