Jedes Jahr schicken tausende Schüler aus dem mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas ihre Projekte ins Rennen um den Erfinderwettbewerb »Certamen Estatal Creatividad e Innovación Tecnológica«.
Auch die Schülerin Ángela Karime Venegas Hernández, die das CETis 78 in Altamira besucht, war dabei – und die sicherte sich in der Oberstufen-Kategorie (Media Superior) mit dem »Sistema de Supresión de Incendios Mediante Ondas Acústicas« den ersten Platz.
Wer des Spanischen mächtig ist, wird schon erkennen, worum es geht: Ein Gerät, das kleine Flammen nicht mit Wasser oder Löschschaum erstickt, sondern nur mit Schallwellen.
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Neue Feuerwehr-Simulation setzt auf extrem realistische Brände und um sie zu löschen, solltet ihr in Chemie und Physik aufgepasst haben
Schall statt Wasser
Mittels einfacher Batterie sowie einem Frequenzgenerator tönt aus einem Lautsprecher und Verstärker ein Frequenzton bei rund 30 Hertz. Dieser Ton erzeugt wiederum Wirbelringe und Druckluft, die den Sauerstoff immer wieder von den Flammen wegreißen, wie Schulleiter Humberto Meléndez Porras gegenüber Vox Populi erklärte.
In Testläufen erwischte das Gerät so Flammen auf einer Fläche von rund 25 Quadratzentimentern, die innerhalb von jeweils zehn Sekunden gelöscht wurden.
- Das bloße »Wegpusten« des Sauerstoffs ist dabei nicht die ganze Geschichte: Entscheidend ist, dass die entstandenen Turbulenzen genau die Zone stören, in der die eigentliche chemische Reaktion abläuft.
- Die Flamme verliert dadurch in letzter Instanz mehr Wärme, als sie nachgenerieren kann – dadurch erlischt sie letztendlich, wie El Imparcial unter Berufung auf aktuelle Forschungen erklärt.
Das Einsatzgebiet ist schnell erdacht: Bei jeglicher empfindlicher Technik, etwa Serverräumen, würden Wasser, Schaum, Löschpulver oder anderweitige Mittel schnell mehr Schaden verursachen als lindern. Zudem ist Venegas Hernández' Idee mehrfach wiederverwendbar, schließlich gibt es hier kein »Material«, das verbraucht wird.
Noch ist die Technik allerdings in einem sehr experimentellen Zustand. Wie gut sie in der Praxis funktioniert, hängt auch vom Ausmaß des Brandes, der Distanz zur Flamme oder der Leistung des Lautsprechers ab.
Nächster Halt: Bali
Die Regierung von Tamaulipas vergab bei der Preisverleihung Akkreditierungen für internationale Wissenschaftevents in Kolumbien, Indonesien und Tunesien. Venegas Hernández' Projekt bekam hierbei einen Platz für ein solches Event auf der indonesischen Insel Bali, das im November 2026 stattfinden soll.
Parallel läuft an ihrer CETis 78 ein Verfahren zum Innovationsschutz, das vom Consejo Tamaulipeco de Ciencia y Tecnología unterstützt wird – dabei handelt es sich um die Regierungsbehörde des Bundesstaates, die für die Förderung, Regulierung und Entwicklung von Wissenschaft, Technologie und Innovation zuständig ist.
Bis ein Lautsprecher aber tatsächlich neben dem Feuerlöscher im Serverraum hängt, dürfte dennoch noch einiges an Foschung notwendig sein.


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