»Das ist ein klares Warnsignal«: Ich habe mit meiner Feuerwehr über explodierende Feuerlöscher geredet und eine Eselsbrücke bekommen, die im Notfall Leben rettet

Die Weihnachtszeit birgt eine hohe Brandgefahr. Die Feuerwehr berät, wie ihr den richtigen Feuerlöscher auswählt und sicher im Notfall handelt.

In der Weihnachtszeit aber auch in jedem Gaming-Zimmer kann ich euch nur empfehlen, einen Feuerlöscher zu haben. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) In der Weihnachtszeit aber auch in jedem Gaming-Zimmer kann ich euch nur empfehlen, einen Feuerlöscher zu haben. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Die Brandgefahr ist insbesondere in der Weihnachtszeit hoch. Brennende Kerzen, Raclettegrills und Fondue in Kombination mit umherliegendem Geschenkpapier, dem Weihnachtsbaum und Unaufmerksamkeit können das besinnliche Fest schnell in eine Feuerhölle verwandeln.

Auch Silvester zum Jahresende hin birgt vermehrt Brandgefahren.

Immer mehr Menschen sorgen aber vor und beschaffen sich für den privaten Gebrauch einen Feuerlöscher. Dabei gibt es jedoch vieles zu beachten, denn Feuerlöscher ist nicht gleich Feuerlöscher. Es gibt verschiedene Größen und Arten.

Ich habe mich mit den Fachleuten der Feuerwehr ausgetauscht und dabei nicht nur gelernt, dass ältere Feuerlöscher mit Vorsicht zu genießen sind, sondern auch eine praktische Eselsbrücke für den Notfall bekommen.

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Arten von Feuerlöschern und Brandklassen

Je nach sogenannter Brandklasse werden unterschiedliche Feuerlöscher benötigt. Für gewöhnlich werden die folgenden Brandklassen unterschieden. Die Symbole der Brandklassen A, B, C, D und F sind in der Grafik unter diesem Abschnitt zu sehen. Danach solltet ihr beim Kauf eines Feuerlöschers Ausschau halten, um das richtige Modell für euren Einsatzzweck zu finden.

  • Brandklasse A: Für feste, nicht schmelzende Stoffe, wie Papier, Holz, Kohle, nicht schmelzender Kunststoff und Textilien.
    • Erscheinungsbild: Glut und Flammen
  • Brandklasse B: Für Flüssigkeiten und feste, aber schmelzende Stoffe, wie Lösungsmittel, Wachs, Öle und schmelzende Kunststoffe.
    • Erscheinungsbild: Flammen
  • Brandklasse C: Für Gase, wie Propan, Methan, Butan, Acetylen, Erdgas und Wasserstoff.
    • Erscheinungsbild: Flammen
  • Brandklasse D: Für Metalle, wie Magnesium, Aluminium und Natrium.
    • Erscheinungsbild: Glut
  • Brandklasse F: Für Speisefette und -öle in Frittier- und Fettbackgeräten.
    • Erscheinungsbild: Flammen

Das sind die Symbole, die Aufschluss darüber geben, für welche Art von Brand euer Feuerlöscher geeignet ist. (Bildquelle: Adobe Stock) Das sind die Symbole, die Aufschluss darüber geben, für welche Art von Brand euer Feuerlöscher geeignet ist. (Bildquelle: Adobe Stock)

Es gibt verschiedene Arten von Feuerlöschern, wie Pulver-, Schaum-, CO₂- und Fettbrandlöscher, die für unterschiedliche Brandklassen konzipiert sind.

Folgend ist aufgelistet, welcher Feuerlöscher für welches Feuer geeignet ist:

  • Pulverlöscher sind vielseitig für die Brandklassen A, B und C geeignet. Sie hinterlassen jedoch Rückstände nach dem Sprühen.
  • Schaumlöscher werden hauptsächlich für feste Stoffe (A) und Flüssigkeiten (B) verwendet und sind ideal für Innenräume.
  • CO₂-Löscher eignen sich besonders für elektrische Anlagen (Brandklasse B), da sie keine Rückstände hinterlassen.
  • Fettbrandlöscher sind Spezialisten für Küchenbrände (Brandklasse F).

Der beste Feuerlöscher für den Haushalt

Nun aber die Frage aller Fragen, die ich an meine Feuerwehr weitergegeben habe: Welcher Feuerlöscher ist der beste für zu Hause?

Pauschal lässt sich das jedoch nicht einfach so beantworten. Wenn es schlichtweg darum geht, den Brand kompromisslos zu löschen, hat mir mein Feuerwehrkontakt für seinen eigenen Privathaushalt geltend (nicht auf andere übertragbar) folgendes geantwortet:

Wir persönlich haben im privaten Bereich Pulverlöscher im Einsatz (drei Brandklassen). Bei Fettbränden je nach Größe sollte das Feuer sofort erstickt werden, zum Beispiel mit einem Topfdeckel. Ansonsten Feuerlöscher Klasse F, sofern man in der Lage ist, hier noch zu reagieren. Wenn nicht, umgehend sich selbst, sowie die Familie in Sicherheit bringen und die Feuerwehr rufen.

Hinweis: Die Feuerwehr macht in der Regel keine Kaufberatungen und empfiehlt, sich immer individuell im Fachhandel beraten zu lassen. Die hier getätigte Aussage bezieht sich auf einen speziellen Einzelhaushalt und lässt sich nicht auf sämtliche Haushalte übertragen. Für viele bieten sich aufgrund der massiven Nachteile, die Pulverlöscher mit sich bringen, eher Schaumlöscher an. Es gilt immer, von Fall zu Fall zu entscheiden und sich vor dem Kauf zu informieren.

Nachteile von Pulverfeuerlöschern

Pulverfeuerlöscher sind zwar dazu in der Lage, bei richtiger Handhabung und ausreichender Füllmenge, vielfältige Brandklassen zu löschen, sie haben aber auch einen großen Nachteil: Dreck und Folgeschäden.

  • Elektronik und Technik: Das Pulver ist korrosiv und kann auch nach der vollständigen Trocknung elektronische Geräte und feinmechanische Bauteile dauerhaft beschädigen. Es dringt in kleinste Spalten ein.
  • Schleimhäute und Atemwege: Das Einatmen des Staubes kann zu Reizungen der Atemwege und Augen führen, die durch Feuchtigkeit noch verstärkt werden.
  • Folgeschäden: Oft können die Folgeschäden durch das Löschpulver sogar höher sein als der ursprüngliche Brandschaden.

Auch hier gilt: Eine individuelle Beratung im Fachhandel ist der beste Weg, um die richtige Kaufentscheidung zu treffen.

Die richtige Größe: Reichen kleine Feuerlöscher im Ernstfall aus?

Bei Feuerlöschern sind der richtige Typ und die passende Größe wichtig. (Bildquelle: Jan van der WolfPexels) Bei Feuerlöschern sind der richtige Typ und die passende Größe wichtig. (Bildquelle: Jan van der Wolf/Pexels)

Je größer ein Feuerlöscher ist, desto schwerer und unhandlicher. Deshalb wollte ich von der Feuerwehr wissen, ob eventuell auch kleinere Feuerlöscher ihren Zweck erfüllen würden:

Neben der Berücksichtigung von Brandklassen und Feuerlöscher-Arten ist auch die Größe eines Feuerlöschers entscheidend, da sie die Löschleistung und -dauer bestimmt. Während ein 2-kg-Löscher für das Auto ausreichend sein kann, reichen kleine Löscher für den Haushalt oft nicht aus.

Für den Haushalt wird ein Feuerlöscher mit mindestens sechs Kilo Fassungsvermögen empfohlen, da er mehr Löschmittel für eine längere Brandbekämpfung enthält.

Zwei kleinere 6-Kilo-Löscher sind leichter einsetzbar, als ein unhandlicher 12-kg-Löscher. Es kann also sinnvoll sein, anstelle eines einzelnen großen, mehrere kleinere Feuerlöscher parat zu haben. Sehr große Löscher sind oft schwer und unhandlich, was die Handhabung im Ernstfall erschwert.

Ein 6 kg-Pulverlöscher löscht 15 bis 20 Sekunden lang, während ein 1-kg-Löscher nur fünf bis zehn Sekunden hält. Mehr Löschmittel bedeutet eine höhere Leistungsfähigkeit, um einen Brand besser zu bekämpfen.

Zudem zielen insbesondere Laien bei der hohen mentalen Belastung eines Feuers im eigenen Haus häufig nicht sofort richtig, sodass Löschmittel daneben geht.

Feuerlöscher, 6 Liter, Schaum
Feuerlöscher, 6 Liter, Schaum
Für A und B
Mit Prüfplakette
70 €
Löschdecke
Löschdecke
Zum Ersticken bei Fettfeuern
10 €
Feuerlöscher, 6 Liter, Pulver
Feuerlöscher, 6 Liter, Pulver
Für A, B, C
Mit Wandhalterung
50 €

Welche Brandklasse in einem typischen Gaming-Zimmer am wahrscheinlichsten ist

In einem Gaming-Zimmer kommen oft verschiedene Brandklassen zusammen. Zum einen wäre da viel verkabelte Technik: der Monitor, der PC sowie Peripherie. Hinzu kommen aber auch Möbel und andere Gegenstände.

Wie weiter oben aufgeschlüsselt ist ein CO₂-Feuerlöscher für die Brandklassen B und C geeignet und ideal für den Einsatz in Bereichen mit elektronischen Geräten. Der Löscher löscht rückstandsfrei durch Sauerstoffverdrängung und ist elektrisch nicht leitend. Er ist jedoch nicht für Brände von festen Stoffen (A) oder Metallen (D) geeignet.

Im Grunde würden hier also im Idealfall verschiedene Feuerlöscher bereitstehen.

Speziell für unsere GameStar Tech Community empfiehlt meine Feuerwehr:

Verwendet nur die für den Zweck bestimmten Geräte und Kabel. Achtet immer darauf, dass es zu keinen Überlastungen kommt, weil das Stromnetz zum Beispiel in einem älteren Haus nicht darauf ausgelegt ist und versucht hier, bevor es zu einer Katastrophe kommt, fachmännisch nachrüsten zu lassen.

Beim Kauf eines Feuerlöschers sollte man vor allem auf die Prüfsiegel achten. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Beim Kauf eines Feuerlöschers sollte man vor allem auf die Prüfsiegel achten. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Sie fügt außerdem hinzu:

Um einen Brand bei einem Gaming-PC zu vermeiden, der stundenlang unter Volllast läuft, sollte auf gute Luftzirkulation und Kühlung geachtet, regelmäßig Staub entferntkompatible Kabel verwenden und sichergestellt werden, dass das Netzteil ausreichend dimensioniert ist. Eine weitere Maßnahme ist die Verwendung einer USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) zum Schutz vor Stromschwankungen, besonders bei Gewitter.

Feuerlöscher vom Discounter

Bei Angeboten aus dem Discounter oder Baumarkt empfiehlt die Feuerwehr, darauf zu achten, dass eine CE-Zertifizierung gegeben ist. Außerdem rät sie:

Ich persönlich finde auch, dass man sich als Laie beim Kauf immer beraten lassen sollte. Hinzufügen möchte ich, dass egal wo man den Feuerlöscher kauft, immer alle zwei Jahre geprüft werden muss.

Wo platziere ich den Feuerlöscher?

Natürlich hängt der beste Ort für die Platzierung eines Feuerlöschers von den eigenen Lebensumständen ab. Generell rät die Feuerwehr jedoch zu folgender Unterbringung:

An einem gut erreichbaren, zentralen Ort aufbewahren, beispielsweise im Flur oder Treppenhaus, damit er im Notfall schnell zur Hand ist. In der Nähe der Küche kann ein spezieller Fettbrandlöscher sinnvoll sein, sollte aber nicht direkt an der Wärmequelle platziert werden. Wichtig ist, dass er gut sichtbar ist, und keine Fluchtwege versperrt.

Wie und wo kann ich einen alten Feuerlöscher entsorgen?

Zunächst einmal ist es wichtig, nicht an alten Feuerlöschern herumzuhantieren und zu versuchen, sie gewaltsam zu öffnen.

Feuerlöscher sind Druckgasbehälter, die nicht einfach im Hausmüll oder im Gelben Sack entsorgt werden dürfen. Die einfachsten Anlaufstellen sind Wertstoff- und Recyclinghöfe. Die meisten kommunalen Müllentsorger nehmen ausgediente Feuerlöscher an. Da sie als Sondermüll gelten, ist die Abgabe aber oft kostenpflichtig.

Teilweise bieten auch die Händler an, das alte Gerät kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr zurückzunehmen und es gibt mancherorts spezialisierte Brandschutzfachbetriebe.

Ein Feuerlöscher kann praktisch sein, einige Faktoren beeinflussen aber, welcher der richtige für euch ist. Dieser alte, abgelaufene hier ist es aber auf jeden Fall nicht. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Ein Feuerlöscher kann praktisch sein, einige Faktoren beeinflussen aber, welcher der richtige für euch ist. Dieser alte, abgelaufene hier ist es aber auf jeden Fall nicht. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Manche berichten, man könne alte Feuerlöscher bei der Feuerwehr abgeben. In der Regel nimmt die Feuerwehr aber keine alten Feuerlöscher von Privatpersonen an. Sie ist für den Brandschutz zuständig, nicht für die Abfallentsorgung. Nachfragen schadet aber nicht, da die Geräte unter Umständen zu Übungszwecken verwendet werden können.

Wer unsicher ist, wohin mit dem alten Feuerlöscher, kann sich für gewöhnlich bei der Stadt, Gemeinde oder allgemein im Internet für die eigene Region informieren. Es gibt von Ort zu Ort unterschiedliche Richtlinien.

Weiter geht es auf der nächsten Seite mit vier Faktoren, damit Feuerlöscher so funktionieren, wie sie sollen.

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