Im Vorfeld klangen die Shokz OpenFit Pro wie die perfekten Kopfhörer für mich: Sie verfügen über Geräuschreduzierung und ein offenes Design. Für diese beiden Welten habe ich jeweils ein Paar Kopfhörer in der Schublade bereitliegen.
Die neuen Shokz-Ohrhörer vereinen diese beiden Welten zwar nicht, in einem Punkt laufen sie jedoch vielen anderen Modellen den Rang ab. Der Sound ist für diese Art von Kopfhörern nämlich äußerst beeindruckend! Damit habe ich so gar nicht gerechnet.
Transparenzhinweis: Shokz hat mir die OpenFit Pro für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Inhaltsverzeichnis
- Design und Tragegefühl
- Der Sound der Shokz OpenFit Pro
- Dolby Atmos und Head Tracking
- Funktioniert die Geräuschreduzierung bei den Shokz OpenFit Pro?
- Mikrofon: Sind die Shokz OpenFit Pro Bürotauglich?
- Akkulaufzeit: Wie lange halten die Shokz OpenFit Pro durch?
- Solltet ihr die Shokz OpenFit Pro kaufen?
Spezifikationen
| Spezifikation | Details |
|---|---|
| Farbe | Schwarz, Weiß |
| Gewicht | Ohrhörer: 12,3 Gramm Ladecase: 74,8 Gramm Gesamt: 99,3 Gramm |
| Materialien | Ohrhörer: Kunststoff, Aluminiumlegierung, Silikon, Edelstahl Ladecase: Kunststoff, Aluminiumlegierung, Edelstahl |
| Audiotechnologien | Shokz SuperBoost™ OpenBass™ 2.0 DirectPitch™‑Technologie Optimiert für Dolby Atmos Offenes Ohr‑Geräuschreduktionssystem |
| Lautsprechertyp | Luftleitungsschallwandler |
| Frequenzbereich | 50 – 40 kHz (± 10 dB) |
| Empfindlichkeit | 96 dB ± 3 dB |
| Unterstützte Audiocodecs | SBC, AAC |
| Mikrofone | 6 KI‑gestützte Geräuschunterdrückungsmikrofone |
| Mikrofonempfindlichkeit | −38 dB ± 1 dB |
| Schweiß‑/Wasserbeständigkeit | Ohrhörer: IP55 |
| Bluetooth‑Version | Bluetooth 6.1 |
| Unterstützte Profile | A2DP, AVRCP, HFP |
| Drahtlose Reichweite | 10 Meter (33 ft) |
| Maximale Anzahl gekoppelter Geräte | 8 |
| Batterietyp | Lithium‑Ionen‑Akku |
| Akkulaufzeit | Geräuschreduzierung aus: 12 h (50 h mit Case) Geräuschreduzierung an: 6 h (24 h mit Case) |
| Ladezeit | Ohrhörer im Case: 70 Min. Leeres Case per Kabel: 120 Min. Drahtloses Laden: 180 Min. |
| Standby‑Zeit | Bis zu 270 Tage |
| Schnellladung | 10 Min. Laden = Vier Stunden Musikwiedergabe |
| Ladeanschluss | USB‑C / Kabelloses Laden |
| Akkukapazität | Ohrhörer: 90 mAh (min) Ladecase: 820 mAh (min) |
| Preis (UVP) | 250 Euro |
Design und Tragegefühl
Zum Laufen sind offene Kopfhörer wie die Nothing Ear Open oder die neuen Shokz OpenFit unschlagbar. Das liegt vor allem am extrem hohen Tragekomfort. Die Open-Ears sind so bequem, dass ich sie den ganzen Tag tragen kann, ohne dass sie stören, geschweige auffallen. Es gibt kein Zwicken, kein Pieksen, nichts!
Dank der offenen Bauweise bekommt man zudem stets alles aus seiner Umgebung mit.
Die OpenFit Pro fühlen sich zudem fest und langlebig an, alles andere als fragil. Das Case macht da keine Ausnahme. Der kleine »Schminkkoffer« ist sehr flach und passt somit in jede Taschenritze.
Zur wohligen Bequemlichkeit tragen außerdem zwei wesentliche Features bei:
- Trageerkennung: Ähnlich wie Apple AirPods oder Samsung-In-Ears erkennen die Shokz, ob ich sie auf- oder absetze. Dementsprechend starten beziehungsweise stoppen sie die Musik automatisch.
- Multipoint: Ich wechsle beruflich regelmäßig zwischen iPhone und Android-Smartphone. Der Wechsel zwischen den Geräten funktioniert reibungslos und erinnert an die AirPods – allerdings ohne Ökosystem-Lock-in.
Auch die Wahl der physischen Knöpfe halte ich für sehr gelungen. Sie sind wunderbar zu ertasten, haben einen angenehmen Widerstand und verhindern versehentliche Falscheingaben. Wie bei Ohrstöpseln üblich, lassen sich die Tasten über die App individualisieren.
Kurzum: Die neuen Open-Ears von Shokz sind für mich die neue Speerspitze in puncto Komfort und Tragegefühl.
Der Sound der Shokz OpenFit Pro
Kommen wir zu dem Punkt, der mich sehr überrascht hat. Die OpenFit Pro klingen für die Art von Kopfhörer fantastisch!
Der Bass der Open-Ears klopft angenehm definiert ans Ohr, ohne den restlichen Klang zu erdrücken. Durch die offene Bauweise darf man hier allerdings keinen Bass-Bombast erwarten, wie ihn etwa die isolierenden AirPods Pro 3 liefern.
Der Bass ist bei den Pro-Modellen von Shokz zwar deutlich spürbarer und satter als bei vielen Standard-Open-Ears, bleibt aber stets präzise und eher »luftig« als druckvoll.
Auch in den Mitten und Höhen leisten sich die OpenFit Pro keine Patzer. Sie spielen differenziert und sehr klar auf. Erst bei extrem hoher Lautstärke neigen sie dazu, in den oberen Frequenzen etwas spitz zu werden – ein Effekt, der je nach Genre mal mehr, mal weniger auffällt.
Während die Stimme bei »Addicted To You« von Avicii selbst bei hohem Pegel kaum an Klarheit verliert und die elektronischen Effekte wunderbar im Raum stehen, zeigt sich bei Rocksongs wie »Heavy Is The Crown« von Linkin Park eine kleine Schwäche: Die dichten Gitarrenwände und massiven Samples wirken im Vergleich zu geschlossenen Systemen etwas flacher. Der Sound verliert hier also an Brillanz.
Dreht man die OpenFit Pro voll auf, erreichen sie eine gute Lautstärke, die jedoch nicht unangenehm beißend wirkt. Bei moderater Lautstärke glänzen die Kopfhörer in fast allen Genres, weit über Rock und Pop hinaus.
Besonders schön zu hören ist dies bei »Africa« von Toto: Die verschiedenen Ebenen des Songs – vom rhythmischen Basslauf über die markanten Stimmen bis hin zu den vielschichtigen Effekten – werden räumlich weit aufgefächert.
Es fühlt sich unterm Strich weniger an wie Kopfhörer im Ohr, sondern eher wie zwei kleine Lautsprecher, die dezent im Raum platziert sind. Das macht richtig Spaß und erhält gleichzeitig die Verbindung zur Umwelt.
Insgesamt markieren die Kopfhörer für mich die neue Baseline in Sachen Sound bei offenen In-Ears. Diese Soundqualität beim Laufen zu genießen, möchte ich nicht mehr missen.
Dolby Atmos und Head Tracking
In der Companion-App gibt es die Optionen, Dolby Atmos sowie Spatial Audio einzuschalten.
Wie vorhin angesprochen, klingen die offenen Kopfhörer ohnehin luftiger als gewöhnliche In-Ears. Dolby Atmos verstärkt diesen Effekt nochmals: Instrumente klingen nicht mehr wie ein flacher Mix, sondern lassen sich klar im Raum verorten.
Zwar wirkt der Bass durch diese Einstellungen satter und präsenter, allerdings verliert das Klangbild dadurch für meinen Geschmack sehr leicht an Klarheit.
Parallel dazu arbeitet das Head-Tracking der OpenFit Pro durchweg ordentlich. Die Klangbühne bleibt fixiert, auch wenn man den Kopf bewegt.
Funktioniert die Geräuschreduzierung bei den Shokz OpenFit Pro?
Nein, die Shokz OpenFit Pro werden euch nicht vor lauten Telefonaten im Ruhebereich des ICEs bewahren. Der »ANC«-Modus ist schlicht nicht darauf ausgelegt, störende und laute Hintergrundgeräusche herauszufiltern. Mit den Open-Ears seid ihr also nicht isoliert.
Vielmehr werden tiefe Brummgeräusche oder das Rauschen eines Baches leicht gedämpft. Dabei ist ein deutliches Hintergrundrauschen der Kopfhörer zu hören, das potenziell stören kann.
In lauten Umgebungen ist dieser kleine Vorteil jedoch vernachlässigbar, weswegen ich diese Funktion stets ausgeschaltet habe – auch, um Akku zu sparen.
Noch einmal ganz klar: Zwischen den OpenFit Pro und geschlossenen In-Ears mit echtem ANC liegen Welten. Shokz selbst nennt diese Funktion daher richtigerweise Open-Ear-Geräuschreduzierung.
Mikrofon: Sind die Shokz OpenFit Pro Bürotauglich?
Das Mikrofon der OpenFit Pro ist zweckmäßig, wie bei vielen anderen Bluetooth-Kopfhörern auch. Im Vergleich zum Mikrofon des iPhones oder gar einem USB-Mikrofon klingt meine Stimme blechern, klapprig und es fehlt deutlich an Volumen.
Meine Freundin hat den Wechsel zwischen den Mikrofonen im Test sofort erkannt.
Nicht falsch verstehen: Für Meetings oder kurze Telefonate sind die verbauten Mikrofone absolut ausreichend. Und im Grunde genommen sind Open-Ears ja auch keine »Bürohengste«. Aber erwartet beim Kauf keinen hochwertigen Sound eurer eigenen Stimme.
Akkulaufzeit: Wie lange halten die Shokz OpenFit Pro durch?
Shokz gibt selbst eine Akkulaufzeit von rund 12 Stunden an, sofern die Geräuschreduzierung deaktiviert ist. In der Praxis entspricht dies der Wahrheit. Nach 11 Stunden und 43 Minuten war Schluss mit der Musik.
Wenn ihr die Geräuschreduzierung hinzuschaltet, halbiert sich die Laufzeit. Für mich ist das ein weiterer Grund, auf diese Funktion zu verzichten.
Das Case soll die Akkulaufzeit auf insgesamt 50 Stunden erhöhen, ohne Geräuschreduzierung beziehungsweise 24 Stunden mit dieser Funktion. Mit dem Case in der Tasche könnt ihr die Open-Ears also je nach Modus dreimal aufladen.
Solltet ihr die Shokz OpenFit Pro kaufen?
Die Shokz OpenFit Pro lohnen sich für euch, wenn ihr …
- … gerne Laufen geht und das Tragegefühl von Open-Ears schätzt.
- … Features wie Multipoint und Trageerkennung nicht mehr missen könnt.
- … eine lange Akkulaufzeit für wichtig erachtet.
- … ANC für unnötiges Schnickschnack haltet.
Die Alternativen zu den Shokz OpenFit Pro
Die Nothing Ear Open haben zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, sind aber weiterhin eine Empfehlung. Besonders, wenn ihr etwas Geld sparen möchtet. Ich habe diese Kopfhörer zum Laufen sehr viel genutzt und finde, dass der Klang für den Preis noch immer ziemlich gut ist.
Eine der spannendsten Alternativen sind die Anker Aerofit 2 Pro. Kollege Linh lobt die Klangqualität sowie den LDAC-Support für hochauflösende Musik. Allerdings bemängelt er die vergleichsweise schwache ANC-Leistung.
Die Shokz OpenFit Pro überzeugen durch praktische Features, einen sehr hohen Tragekomfort und einen bärenstarken Sound. Die Akkulaufzeit ist ebenfalls hervorragend. Abstriche gibt es hingegen bei der Geräuschreduzierung, die vernachlässigbar ist. Das Mikrofon ist nur zweckmäßig, aber für kurze Meetings und Telefonate ausreichend. Insbesondere Läuferinnen und Läufer, die unterwegs hochwertigen Sound genießen möchten, werden von diesen Kopfhörern begeistert sein.

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