Was hat ein koreanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2003 mit dem deutschen Kult-Rollenspiel Gothic von 2001 zu tun? Okay, beide sind alt genug, um noch Windows XP zu kennen. Aber sonst? Nichts, möchte man meinen. Bis man in eine bestimmte Szene aus dem Film reinhört und auf einmal das Minental unter der magischen Barriere vor dem inneren Auge sieht.
»Schuld« daran sind ein paar Musiknoten, die die meisten von uns sicherlich als allererstes mit Gothic verbinden. So ging es auch einem Fan, der seinen Fund kürzlich bei Reddit teilte und nach einer Erklärung suchte. Experten haben seinen Verdacht bestätigt und die Auflösung gleich mitgeliefert.
Hier seht ihr die Szene (Ton anschalten wäre in dem Fall natürlich sinnvoll):
Link zum Reddit-Inhalt
Warum ist die Musik da drin?
Wie in den Kommentaren gleich mehrfach erklärt und belegt wird, wurde hier zufällig das gleiche Sample aus einer Datenbank benutzt, auf die Gothics Music Director Kai Rosenkranz auch für andere Stücke und Geräusche zugegriffen hat.
Sowohl in Spielen als auch Filmen ist es völlig üblich, nicht sämtliche Geräusche selbst aufzunehmen – nicht jedes Entwickler-Team hat die Ressourcen und Geduld, um etwa wie KCD-Studio Warhorse mit einer Ketchup-Flasche Pups-Geräusche zu erzeugen.
Gothic war damals ein Erstlingswerk, also umso weniger überraschend, dass ein Teil der Soundeffekte vorgefertigt war. Wir haben gerade erst über den ikonischen Scavenger-Schrei berichtet, dem ihr in überraschend vielen Filmen und Videospielen begegnet.
2:14
Großes Gothic-Remake ganz klein: So habt ihr das Rollenspiel noch nie gesehen
Zurück zur Musik: Die hat sich auch der Film Into the Mirror von Regisseur Kim Sung-ho geschnappt, den hierzulande wohl kaum jemand kennt. Bei IMDb steht er mit einer Wertung von 6,3 eher mau da, und bei einem Budget von 3 Millionen US-Dollar hat er nur 70.000 eingespielt. Er war die Vorlage für einen im Westen bekannteren Film namens Mirrors mit Kiefer Sutherland. Da stehen gerade mal 6,1 Punkte bei IMDb. Naja.
Bonus Fun Fact zum Schluss: Das Heulen, das man in diesem Teil des Soundtracks hört, stammt nicht von einem Wolf, sondern einem Vogel, nämlich einem Eistaucher. Deren Rufe werden in Filmen ständig eingesetzt, um Wildnisszenen zu untermalen, achtet mal drauf. In Gothic dürften sie eigentlich nicht heimisch sein, weil sie ganz im Norden des amerikanischen Kontinents leben, aber hey, wir sind hier immer noch in der Fantasy unterwegs.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.