Microsofts Surface Go der 1. Generation ist für mich trotz seiner fast schon sechs Jahre immer noch das ideale Zweitgerät für Office und Internet – ob als Tablet oder mit Type Cover als Mini-Notebook. Abgesehen vom breiten Displayrand halte ich es mit dem sonst schicken Design und seinem USB-C-Port weiterhin für zukunftstauglich.
Es gibt da nur ein Problem: Windows 11 bleibt dem 1. Mini-Surface verwehrt. Ist mein Surface Go mit dem Ende von Windows 10 Mitte Oktober 2025 ein Fall für den städtischen Elektromüllcontainer?
Gut, so ganz dramatisch muss ich es nicht machen. Es gibt da ja noch Linux. Aber eigentlich will ich auf dem Microsoft-Gerät auch Microsoft-Software haben. Vielleicht ist das Surface für mich ja sowas wie das MacBook von Microsoft, nur in besser – es hat Touch und ist gleichzeitig ein Tablet.
Der Prozessor ist das Problem
Man kennt die Hardwareanforderungen für Windows 11: UEFI, Secure Boot, TPM, 4 GB RAM und 64 GB Festspeicher sind so die wichtigsten. Eigentlich nicht so schlimm, denn das 1. Surface Go hat alles, nur der Prozessor scheidet aus – zu alt.
Dabei hilfreich: Es gibt einen Registry-Key, um Windows den alten Prozessor (und auch ein fehlendes/zu altes TPM) vergessen zu lassen.
Ein Reg-Key schafft Abhilfe
Ich mache mich ans Werk, meinem alten Surface Go doch noch Windows 11 näherzubringen. Der Registry-Key ist schnell gesetzt:
Windows Registry Editor Version 5.00
[HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\Setup\MoSetup]
"AllowUpgradesWithUnsupportedTPMOrCPU"=dword:00000001
... in eine Textdatei schreiben, reg-Dateiendung vergeben, doppelklicken und Windows neu starten. Nun soll mein altes Surface Go über die Windows Updates das Upgrade auf Windows 11 finden. Da ich die Updates beim Surface in letzter Zeit vernachlässigt habe, trödelt das Surface gefühlt ewig vor sich hin, bis es überhaupt mal das aktuelle Update für Windows 10 installiert.
Ich bin gespannt, ob mir Windows danach die gewünschte Upgrade-Möglichkeit auf 11 anbietet. Ich warte gebannt. Ok, jetzt noch ein Security Update, das Windows Update aber mit einem Fehler quittiert. Ich versuche es nochmal – Fehler. Und nochmal, und nochmal und nochmal – immer wieder Updatefehler.
Upgrade starten
Ob das jetzt am Registry-Hack liegt oder ich einfach gerade wieder Pech mit Windows Update habe, weiß ich nicht, aber so geht’s nicht weiter. Praktischerweise habe ich eine Windows-11-ISO auf meiner externen SSD.
Wer die gerade nicht zur Hand hat: Windows 11 gibt’s bei Microsoft zum kostenlosen Download. Von der SSD kann ich schließlich über den Explorer die setup.exe der Windows-11-ISO starten. Das Setup prüft und lädt ein bisschen, dann muss ich noch die Warnmeldung bestätigen und schließlich startet das Upgrade auf Windows 11 auch schon.
Ist das Upgrade erfolgreich?
Windows upgraded – 45 Prozent, dann 62, dann 83, schließlich 95 Prozent. Alles dauert eine gefühlte Ewigkeit. Das mulmige Gefühl schleicht sich ein: Wird das Setup in der gewohnten Windows »Ich-will-nicht-Mentalität« das Upgrade auf Win11 in letzter Sekunde doch noch boykottieren?
Mein Surface hat Glück: Das Upgrade läuft erfolgreich durch und schließlich begrüßt mich der Desktop von Windows 11. Ich bin erleichtert. Nur die ganzen nervigen Apps und Benachrichtigungen, die beim Upgrade wieder draufgekommen sind, muss ich dann loswerden. Aber das ist nicht das Problem.
So gut läuft Windows 11 auf dem ersten Surface Go
Sonst gibt es keine Schwierigkeiten. Windows 11 läuft auf dem ersten Surface Go gefühlt genauso gut wie unter Windows 10 und das Surface wird auch nicht wärmer. Es hakt hier und da mal minimal länger als noch unter Windows 10, aber das geht in Ordnung. Sogar an meinen externen Monitor mit 4K-Auflösung kann ich das Surface unter Win11 weiterhin andocken und ruckelfrei bedienen.
Alternative: Windows 11 frisch installieren
Wer lieber Windows 11 neu installiert, statt von Windows 10 aus upzugraden, erstellt sich mit den kostenlosen Rufus einen Bootstick für Windows 11, der die Hardwareanforderungen für Win11 entfernt.
Dazu Rufus starten, Win11-ISO und zukünftigen USB-Bootstick auswählen. Nachdem Klick auf »START« blendet einem Rufus bei Win11-Images automatisch ein Fenster zur Anpassung der Windows-Installation ein. Setzt einen Haken beim ersten Punkt »Anforderung für 4GB+ RAM, Secure Boot und TPM 2.0 entfernen«.
Die gerade beschriebenen Methoden machen nicht nur das Surface Go 1 fähig für Windows 11, sondern auch andere ältere Geräte mit Windows 10.
Mein Fazit
Ich kann Windows 11 auf dem ersten Surface Go uneingeschränkt empfehlen. Die Installation ist einfach zu bewerkstelligen, auch, wenn’s zumindest beim Upgrade etwas dauert, bis das Surface Go zum ersten Mal den Windows-11-Desktop erreicht.
Von der Performance her nehmen sich Windows 10 und 11 auf dem ersten Surface Go gefühlt kaum etwas. Wie sich das bei künftigen Windows-11-Versionen entwickelt, kann ich selbstverständlich nicht vorhersagen. Derzeit ist Windows 11 für mich auf dem ersten Surface Go das Betriebssystem der Wahl und im Gegensatz zu Windows 10 ohne nahendes Verfallsdatum.
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