Bye, OLED? Sony zeigt auf der IFA, wo die Reise für Mini-LED-TVs 2026 hingeht und macht aus einer Schwäche eine Stärke

Sony treibt die Entwicklung von Mini-LED-TVs maßgeblich voran. Eine tragende Rolle spielt dabei RGB-Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung.

Mit neuen Mini-LEDs zum Mond? Sony peilt zumindest die Spitze an. (Bildquelle: Lorenz R., GameStar) Mit neuen Mini-LEDs zum Mond? Sony peilt zumindest die Spitze an. (Bildquelle: Lorenz R., GameStar)

Bereits letztes Jahr sorgte Sony mit seinen TVs für Aufsehen. Das Flaggschiff war kein OLED, sondern ein Mini-LED-TV. Auf dieses Pferd setzen die Japaner auch weiterhin und bauen das Segment für 2026 weiter aus.

Neu ist die RGB-Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung, die diverse Vorteile bringen soll. Die Hoffnung dahinter: Dort, wo bei LED-TVs Schwächen im Vergleich mit OLED-Fernsehern bestehen, soll die RGB-Technik zu neuer Stärke verhelfen.

Darum ist das wichtig: Zum einen treibt Sony die Mini-LED-TV-Entwicklung deutlich voran. Zum anderen hält damit die RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung Einzug in den Markt.

Was ist RGB-LED? Für die Hintergrundbeleuchtung von LED-TVs kommen üblicherweise einzelne weiße oder blaue LED zum Einsatz. Bei RGB-LED ist es so, dass stattdessen drei LEDs leuchten, und zwar in Rot, Grün und Blau.

Normales Backlight RGB Backlight Normales Backlight RGB Backlight

Auf der linken Seite seht ihr, dass die Hintergrundbeleuchtung bunt ist. Das ist neu bei RGB-LED. (Bildquellen: Sony)

Das hat einige Vorteile, die Sony bereits in einer Pressemitteilung vom März 2025 genannt hat.

  • Breiteres Farbspektrum: Wenn die Farbe der Hintergrundbeleuchtung mit der Farbe auf dem Schirm passt, entstehen weniger Misstöne in den Zwischenräumen. Der DCI-P3-Farbraum soll zu 99 Prozent abgedeckt werden, der breitere BT.2020 bis zu 90 Prozent. Ein Unikum bisher.
  • Höhere Spitzenhelligkeit: Sony spricht von bis zu 4.000 Nits. Das wäre Spitzenklasse. Zum Vergleich: der Bravia 9 kommt »nur« rund auf die Hälfte.
  • Bessere Blickwinkelstabilität: Helle Hintergrundbeleuchtung lässt das Bild bei LED-TVs verblassen, weil sie durchstrahlen. Bei RGB LED passiert das nicht, weil die Hintergrundbeleuchtung bereits die »richtige« Farbe zeigt. 
  • Leicht geringerer Stromverbrauch: Die Hintergrundbeleuchtung leuchtet nur in den benötigten Farben und nicht als Ganzes. Das dreht an der Strompreisschraube, wenn auch nur ein kleines Bisschen.

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Besonders interessant sind Halo- oder Blooming-Effekte in diesem Zusammenhang. So nennt man es, wenn die Hintergrundbeleuchtung an einem Objekt überstrahlt. Man spricht auch von ausblutendem Licht.

  • So ist es bei LED und Mini-LED: Halos sind graue Lichtscheine, die durch die weißen LEDs besonders auffallen.
  • So soll es bei Mini-RGB-LED sein: Der Lichtschein entspricht der Farbe des gezeigten Objekts. Eine rote Ampel in der Nacht besitzt dann etwa keinen grauen Schein, sondern einen roten. Dadurch soll der Effekt wesentlich weniger auffallen.

Im Zweifelsfall kann das Ausbluten den Effekt sogar noch verstärken, heißt es. In unserem Beispiel würde die rote Ampel also noch ein bisschen knackiger aussehen.

Es scheint, als würde der Graben zwischen OLED und LED-TVs immer schmaler werden. Sony und auch Samsung arbeiten daran, Mini-LED (und auf lange Sicht auch Micro-LED) mehr in den Fokus zu rücken.

Wie Mini-LED-RGB-Fernseher aussehen, davon könnt ihr euch auf der IFA in Berlin überzeugen, die morgen, den 5. September, ihre Pforten für Besucherinnen und Besucher öffnet.

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