South Park ist mit einer neuen Staffel zurück – und ich bin absolut begeistert von der ersten Folge. Matt Stone und Trey Parker, die beiden Köpfe hinter South Park, haben sich nicht zurückgehalten und kritisieren US-Präsident Trump und seine Regierung aufs Schärfste. Der gewohnt derbe Humor darf dabei natürlich nicht fehlen.
Das geht so weit, dass nicht nur diverse Medien wie beispielsweise die Tagesschau und ZDFheute über die neueste Folge von South Park berichten – auch das Weiße Haus in Washington hat sich zu Wort gemeldet.
In meinen Augen ist die Folge nicht nur ein Meisterwerk der Satire, sondern zeigt ganz nebenbei, dass es auch in einer fast 30 Jahre alten Serie Platz für KI-generierte Inhalte gibt – wenn es clever gemacht ist.
South Park in aller Munde: Worum geht’s?
Worum geht es in der Folge? Ich habe in den vergangenen Tagen einige Artikel zu diesem Thema gelesen, doch viele beschreiben nur die Kritik an Trump, während die Handlung der Folge auf der Strecke bleibt.
Klar, in den 22 Minuten der Folge passiert einiges, das den Rahmen eines Artikels schnell sprengen kann. Doch lasst mich die Folge in ein paar Sätzen zusammenfassen (Achtung, Spoiler):
22 Minuten South Park in 4 Sätzen:
- Cartman ist frustriert, weil sein liebster
Woke Podcast
verboten wurde und jetzt viele Menschen genauso furchtbar fremdenfeindlich sind wie er – er ist also nichts Besonderes mehr. - Die Schule wird wegen Trumps Regierung christlich umgekrempelt, und Jesus muss unfreiwillig mitmachen.
- Die Eltern protestieren gegen religiöse Indoktrination, doch Trump droht mit einer Klage über 5 Milliarden Dollar.
- Am Ende der Folge einigen sich die Stadt South Park und der Präsident auf eine Zahlung in Höhe von 3,2 Millionen Dollar, und es folgt eine KI-generierte Szene, in der ein nackter Trump in der Wüste als Retter Amerikas gefeiert wird.
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Nebenbei wird auch noch gezeigt, wie Donald Trump mit Satan ins Bett steigt und ihn zum Sex drängt – doch Trump ist selbst für Satan zu böse.
Das Verhalten und die Darstellung von Trump in dieser Folge haben einen ganz eigenen Artikel verdient. Fabiano hat das schon für euch zusammengefasst:
So geht KI-Generierung
Wie bereits erwähnt, seht ihr am Ende der Folge eine Szene, die von einer KI generiert wurde. Genauer gesagt, könnte dahinter das auf Deepfakes spezialisierte Unternehmen DeepVoodoo stecken, das Matt Stone und Trey Parker selbst gegründet haben. Das führt mich zu folgender Frage:
Sollte KI öfter in Serien und Filmen auftauchen? Eigentlich ist meine klare Antwort: Nein. Menschliche Kreativität sollte immer die erste Wahl sein, wenn es um Kunst und Unterhaltung geht. Die neue Folge von South Park ist da allerdings eine Ausnahme – aus drei Gründen:
1. KI spart Zeit
Zugegeben, es mag nicht der beste Grund sein. Doch South Park ist schon lange bekannt für seine kurzfristig geschaffenen Folgen. Mithilfe von KI können die Serienschöpfer noch spontaner reagieren und sich mehr auf die Handlung konzentrieren. So bekommen wir im Optimalfall noch bessere und pointiertere Folgen.
Doch allein die Zeit rechtfertigt den Nutzen von KI-generierten Inhalten in diesem Format meiner Meinung nach noch nicht. Das führt uns zum nächsten Punkt:
1:15:13
South Park ist schwer zu ertragen, das ist das Tolle daran
2. Das KI-Video ist nicht ausschließlich von KI generiert
Auf dem offiziellen Instagram-Account von South Park haben die Macher gezeigt, dass das Video mit einem Körperdouble entstanden ist, dass Trump darstellt. Sie haben lediglich KI genutzt, um Trumps Gesicht auf den Körper zu bekommen und einigermaßen realistisch aussehen zu lassen. Stichwort: Deepfake.
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Das heißt: Mensch und Maschine haben hier Hand in Hand gearbeitet und KI wurde nur als Hilfsmittel eingesetzt.
Das macht die ganze Sache für mich deutlich verkraftbarer. Mein größter Kritikpunkt an KI-Modellen ist, dass die Künstler, die hinter Texten, Bildern und Videos stecken, die zum Training von KIs genutzt werden, nicht entlohnt werden. Das scheint hier nicht zuzutreffen.
3. Es gehört zur Satire
Kommen wir zum wohl wichtigsten Punkt: Es ist mehr als einfach nur ein lustiger Gag mit einem nackten Trump. South Park dreht äußerst clever den Spieß um und übt indirekt Kritik an Trumps eigenem Umgang mit KI.
Wie komme ich darauf? Trump ist selbst großer Fan von KI-generierten Inhalten und teilt regelmäßig Bilder und Videos auf seinen eigenen Social-Media-Accounts oder auf denen des Weißen Hauses.
So hat er erst vor wenigen Wochen ein KI-Video gepostet, in dem er genüsslich dabei zuschaut, wie der ehemalige US-Präsident Barack Obama verhaftet wird.
Es scheint mir, als würden die Macher von South Park dem US-Präsidenten seine eigene Medizin schmecken lassen, und ich will ehrlich mit euch sein: Ich genieße das Schauspiel sehr.
South Park zeigt, wie vielschichtig KI sein und wirken kann. Einerseits ist sie ein Hilfsmittel im kreativen Prozess, andererseits wird sie in der Folge satirisch eingesetzt, um sowohl die falsche Nutzung von KI als auch die Schlüsselfigur der Folge zu kritisieren.
Abschließend kann ich sagen, dass das Team hinter South Park hier ganze Arbeit geleistet hat. Ich ziehe meinen Imaginären Hut.
Bleibt nur abzuwarten wie es weitergehen soll, denn man munkelt, dass Trump und Satan in der kommenden Folge wieder in einen Streit geraten.
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