Die Firma Panthalassa aus Portland in den USA beschäftigt sich seit Jahren mit der Aufgabe, Wellen im Meer möglichst clever in für uns nutzbare Energie umzuwandeln.
Diese Form der erneuerbaren Energie hat viel Potenzial. Im Gegensatz zu Sonnen- und Windkraft ist sie außerdem mit großer Konstanz gegeben. Logistisch bringt sie aber viele Herausforderungen mit sich, etwa den hohen Verschleiß der nötigen Konstruktionen oder den Transport der Energie zum Land.
Eine besondere Herangehensweise stellt die Ocean-2 von Panthalassa dar. Wie sie entstanden ist zeigt der folgende Trailer der Firma im Zeitraffer:
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Solarenergie, Windkraft – und Wellenenergie: Wie ein Startup riesigen »Stromkugeln« für das Meer entwickelt hat
Das Grundkonzept hinter den riesigen Kugeln
Wie im Video zu sehen, stellt die aus dem Wasser herausragende Kugel mit einem Durchmesser von etwa 10 Metern nur einen relativ kleinen Teil der Gesamtkonstruktion der Ocean-2.
Die darunter angebrachte Röhre kommt auf eine Länge von etwa 60 Metern.
Wird die Ocean-2 bewegt, liegt sie horizontal auf dem Wasser auf. Bei der Erzeugung von Energie mittels Wellenbewegungen befindet sich die Röhre dagegen vertikal unter Wasser.
So funktioniert die Ocean-2:
- Die Röhre ist unten geöffnet, sodass stets Meerwasser in sie hineingelangen kann.
- Wellenbewegungen sorgen dafür, dass das Wasser im Inneren durch eine Verengung fließt und so mehr Druck aufbaut.
- Das unter Druck stehende Wasser treibt eine Turbine an, um die mechanische Energie des Wassers in elektrische Energie umwandeln zu können.
Man könnte auch sagen, dass es sich um einen schwimmenden Staudamm
handelt. Laut Xataka.com kann eine einzige Einheit bis zu 500 kW leisten, was etwa dem Bedarf von 50 Haushalten entspricht.
Es bleibt aber abzuwarten, ob diese Form der Energiegewinnung überhaupt für uns an Land direkt eine Rolle spielen wird.
Vorteile, Nachteile und ein potenziell besonders wichtiger Zweck
Vorteile des Systems:
- Da sich die entscheidenden Bauteile der Ocean-2 im Inneren befinden, gibt es weniger Verschleiß durch Korrosion und Salz.
- Ein weiterer Vorteil ist das weitgehend von selbst arbeitende System, was die Entstehung von Emissionen im Betrieb minimiert und die Wasserwelt in möglichst geringem Maße durch Lautstärke und andere Faktoren negativ beeinträchtigen soll.
- Laut Panthalassa ist das System außerdem gut skalierbar und sehr kosteneffizient.
Passend zum Thema: Kugeln und Wasser treffen auf ganz andere Art aufeinander
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Im Dienste der Wissenschaft: Massenhaft schwarze Bälle werden in ein Wasserreservoir geschüttet
Nachteile des Systems:
- Herausforderung des Transports der erzeugten Energie an den gewünschten Ort (sofern sich dieser nicht selbst auf dem Meer befindet)
- Logistik und Wartung werden durch die raue Umgebung mitten auf dem Meer und die potenziell großen Distanzen zum Land erschwert.
- Preisdruck durch immer günstiger werdende Energie aus Sonnen- und Windkraft.
Ein Teil dieser Probleme könnte zumindest ein Stück weit dann umgangen werden, wenn Ocean-2 den Strom für Offshore-Rechenzentren erzeugt, die selbst auf dem Meer untergebracht sind.
Der anhaltende KI-Boom sorgt für großen Energiebedarf, und Rechenzentren auf dem Meer haben den Vorteil, dass ein großes und starkes Kühlmittel bereits von Haus aus vorhanden ist.
Ob sich das Konzept von Panthalassa aber mittel- und langfristig durchsetzen kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer abzusehen.

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