Mangelnde Bewegung ist ein Gesundheitsrisiko, dem in der modernen Gesellschaft viele Menschen ausgesetzt sind.
Spazierengehen wird seit Jahren als einfaches und wichtiges Gegenmittel angesehen. Eine aktuelle Studie betont aber, wie wichtig dabei die Intensität ist.
Gehen ist für die allermeisten zu einfach
Vielen kennen sicher die Empfehlung »10.000 Schritte pro Tag«. Tatsächlich wurde diese Marke aber von einer japanischen Firma erfunden, um in den 1960er-Jahren einen Schrittzähler zu vermarkten.
Der Ansatz ist nicht grundsätzlich falsch, sendet aber möglicherweise allein nicht ausreichend Signale.
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Das Problem: Ein gesunder Körper ist ein ziemliches Wunderwerk der Effizienz. Er verwendet in der Regel nur so viel Energie, wie auch benötigt wird. Wenn eine Anstrengung also keine Herausforderung darstellt, passt er sich auch nicht daran an.
Wie mehrere Studien bestätigen, reicht die Anstrengung, die bei langsamen Gehen entsteht, nicht aus, um einen wirklichen Fitnesszuwachs zu erzielen. Wer regelmäßig langsam geht, tut sich zwar etwas Gutes, ist aber nicht zwingend ausdauernder als Menschen, die das nicht tun.
Felipe Isidro, ein Professor für Bewegungswissenschaften, weist deshalb darauf hin, dass die Intensität des Gehens einen großen Unterschied macht. Als Training wird Gehen demnach erst ab ungefähr 120 Schritten pro Minute effizient.
Die Anstrengung scheint sich aber zu lohnen, der Unterschied ist nämlich nicht linear, sondern exponentiell. Die x3-Regel besagt, dass moderates bis intensives Training dreimal effektiver zur Verbesserung der Fitness ist als gemütliches Gehen.
Zwei Minuten schnell gehen ist demnach genauso effektiv wie sechs Minuten langsames Gehen. Zusätzlich soll regelmäßiges, intensiveres Training das kardiovaskuläre Risiko deutlich effektiver senken.
Spazieren ist deshalb nicht schlecht: Auch leichte körperliche Aktivität ist gut dazu geeignet, sitzende Tätigkeiten zu unterbrechen und hat nachweislich Vorteile für die geistige Gesundheit und die Mobilität. Die Gesamtzahl der Schritte kann die Lebenserwartung erhöhen, die Intensität trägt aber zusätzlich zur Lebensqualität bei.
Wichtig ist zudem zu betonen, dass Gesundheit und Wohlergehen einzelner Menschen sehr unterschiedlich sind. Das untersuchte Feld ist breit, und verschiedene Studien können zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Gleichzeitig wirkt es sehr naheliegend, dass es nicht nur auf die Anzahl der Schritte ankommt, sondern auch darauf, wie genau man sie umsetzt.
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