Spotify testet Skip-Button für Werbung, aber schließt ausgerechnet seine größte Zielgruppe aus

Spotify testet einen neuen Skip-Button für Podcast-Werbung. Das Paradoxe daran: Ausgerechnet die riesige Zielgruppe der Gratis-Nutzer geht dabei leer aus.

Spotify testet eine neue Funktion, mit der Premium-Nutzer Werbung in Podcasts überspringen können. (Bildquelle: Spotify) Spotify testet eine neue Funktion, mit der Premium-Nutzer Werbung in Podcasts überspringen können. (Bildquelle: Spotify)

Podcast-Werbung ist für die Ersteller und Betreiber ein lukratives Millionengeschäft und genau an diesem Fundament rüttelt Spotify jetzt mit einem neuen Experiment. Der Musik-Streaming-Dienst testet momentan laut dem Branchenmagazin Podnews einen »Skip-Button«, mit dem sich Sponsoren-Blöcke in Podcasts mit nur einem Klick überspringen lassen.

Doch der Testlauf hat auch eine paradoxe Schattenseite: Während das Feature die Werbeeinnahmen der Podcaster gefährdet, gewährt Spotify die neue Funktion nur seinen Premium-Kunden. Gratis-Nutzer, die bereits die volle Ladung Werbung bei Spotify bekommen, gehen auch hier leer aus.

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Schluss mit dem Raten: So funktioniert das neue Feature

Bisher war das Überspringen von Podcast-Werbung ein mühsames und ungenauens Unterfangen. Hörer konnten den Vorspulen-Knopf in der Hoffnung nutzen, bis zum eigentlichen Inhalt zu springen. Oft spulte man aber entweder zu weit oder landete mitten im nächsten Werbesatz.

Die neue Option ändern dies momentan für einige ausgewählte Kunden in den USA und Großbritannien. Wie erste Tests zeigen, erkennt das System die im Podcast platzierten Werbeblöcke und springt mit nur einem einzigen Klick an die Stelle, an der der eigentliche Podcast weitergeht.

Der neue Button findet sich in der Testversion gut sichtbar als pillenförmiges Element direkt über dem Titel und neben den Kapiteln des Podcasts.

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Gratis-Hörer bleiben außen vor

Dass Spotify mit diesem Feature ausgerechnet seine größte Nutzerschaft, die über 460 Millionen Menschen im kostenlose-Tarif,  ausschließt, wirkt auf den ersten Blick paradox. Schließlich bekommen sie bereits jetzt den Hauptteil der Werbung serviert.

Allerdings zielt der Streaming-Dienst hier wohl eher einen Mehrwert für Premium-Kunden an. Das Versprechen, keine Werbung zu erhalten, wurde bisher durch die von den Podcast-Erstellern integrierte Werbung gebrochen.

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Streit um die zusätzlichen Werbeeinnahmen

Während Premium-Kunden das Feature wohl begrüßen dürften, könnten bei vielen Erstellern von Podcasts die Alarmglocken läuten. Für viele Podcaster sind direkte Sponsorendeals eine wichtige oder sogar die einzige Einnahmenquelle.

Wenn Werbepartner künftig wissen, dass ausgerechnet die kaufkräftige Premium-Zielgruppe ihre Werbespots einfach mit einem gezielten Klick überspringen kann, dürften sie weitaus weniger bereit sein, hohe Summen für Sponsoring auszugeben. Besonders für kleinere und unabhängige Formate könnte die weitreichende finanzielle Konsequenz haben.

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Ob sich der intelligente Werbe-Skipper dauerhaft durchsetzen und bald auch in Deutschland verfügbar sein wird, bleibt abzuwarten. Spotify selbst hielt sich auf Nachfrage bedeckt und betonte lediglich, dass man permanent nach Wegen suche, das Hörerlebnis »intuitiver« zu gestalten. Nicht jedes Experiment würde zu einem festen Bestandteil der App.

Nun ist eure Meinung gefragt. Hört ihr Podcasts mitunter oder sogar regelmäßig? Wie steht ihr zu integrierter Werbung und reagiert auf sie? Schreibt uns dazu gerne unten einen Kommentar.


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