Ich höre jeden Tag Musik. Während der Arbeit, oft beim Spazierengehen und beim Kochen: Irgendwas läuft eigentlich fast immer.
Die Wahrheit ist aber auch: Ich höre extrem selten neue Musik. Meine Komfortzone verlasse ich also nie, wenn mir nicht jemand aktiv einen Song oder einen Interpreten zeigt oder empfiehlt.
Mit Spotifys Smart Shuffle habe ich mich quasi selbst überlistet.
Mein Problem
Ich bin der Typ, der sagt »Hast du das Drum-Pattern von 1:20 bis 1:25 gehört?«. Das meint: Ich höre Musik sehr genau. Es reicht mir nicht, dass im Hintergrund irgendetwas plärrt, sonst könnte ich ja auch einfach Radio laufen lassen (Gott bewahre).
Ich fühle mich mit »meiner« Musik aber (zu) wohl. Ja, ich habe zehn Playlists, aus denen ich auswählen kann, das sind Stunden über Stunden an Musik, aber eben doch immer dasselbe.
Dafür gibt es sogar eine Bezeichnung in der Musikpsychologie: »familiarity bias«. Viele von uns bevorzugen vertraute Musik, da sie kognitive Leichtigkeit bietet und positive Emotionen verstärkt. Mehr dazu lest ihr in der wissenschaftlichen Studie dazu auf Science Direct.
Mit der Smart-Shuffle-Funktion von Spotify trickse ich mein Gehirn aus.
Meine Lösung
Es gibt unzählige Möglichkeiten, neue Musik zu finden. Eine davon sind die von Spotify ausgespielten Mixtapes. Das sind Playlists, die auf Basis meiner gehörten Interpreten und Genre zusammengestellt werden.
Mixtapes nutze ich aber nie. Auch, wenn da natürlich Lieder drinstecken, die mir tendenziell gefallen sollten, sind das alles neue Songs und zumindest zum nebenher Hören wäre mir das zu viel. Bei der Arbeit oder beim Schreiben suche ich ja explizit vertraute Töne.
Jetzt kommt Smart Shuffle ins Spiel.
Das macht Smart Shuffle: Das Feature mixt quasi »fremde« Lieder unter meine Playlist. Die werden dort nicht abgespeichert, aber in einem Verhältnis von 50:50 (geschätzt) mit abgespielt. Jeder zweite Song ist also ein mir unbekannter, der mir auch gefallen könnte.
Als ich den Artikel in der Redaktion gepitcht habe, habe ich das verglichen mit der Medizin in der Leberwurst, die man Hunden füttert.
So aktiviert ihr Smart Shuffle
- Öffnet eine beliebige Playlist. Am unteren Rand des Players findet ihr eine Reihe von Buttons.
- Klickt auf die ausgegrauten, ineinander verschlungenen Pfeile ganz links. Werden sie grün, habt ihr Shuffle aktiviert.
- Klickt nun noch einmal auf die grünen Pfeile, bis das Sternchen daneben erscheint. Jetzt habt ihr Smart Shuffle aktiviert.
Ich habe durch das Feature sukzessive meine Playlists um Songs erweitert, wodurch mir wiederum neue, unbekannte Songs vorgeschlagen werden. So nähren sich meine Playlists quasi von selbst.
Während der Arbeit und beim Schreiben höre ich gerne instrumentale Musik aus den Genres »Easy Listening«, »Jazz« und »Lo-Fi«. Was andere vermutlich als Fahrstuhlmusik bezeichnen würden, versetzt mich in kreative Stimmung. Dank Smart Shuffle habe ich etliche neue Songs von lauter unbekannten Interpreten kennengelernt, die ich sonst nie entdeckt hätte.




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