Wann auch immer Dr. Leonard »Pille« McCoy in Star Trek: The Original Series (TOS), Dr. Beverly Crusher in Star Trek: The Next Generation (TNG), Dr. M'Benga in Star Trek: Strange New Worlds (SNW) oder ein anderer Arzt der utopischen Sci-Fi-Saga einen kleinen zylindrischen Scanner über einen Patienten führt, wirkt das beinahe unscheinbar.
Dieses Prinzip wirkt zwar schon heute erstaunlich vertraut, aber die Frage ist: Wie weit sind wir wirklich von Handscanner und Tricorder entfernt? Und ist die Technologie, so wie sie in Star Trek dargestellt wird, überhaupt denkbar?
Scanner und Diagnosezentrale teilen sich die Arbeit
Der kleine Handscanner wird in TNG unter anderem als »Medical Peripheral Device« bezeichnet – in TOS nennt man ihn schlicht »Medical Scanner«.
Seine eigentliche Stärke entfaltet er allerdings erst in Zusammenarbeit mit dem medizinischen Tricorder.
Auch wenn beide Geräte nicht zwingend aufeinander angewiesen sind, werden sie im TNG Technical Manual konzeptionell als zusammenhängend beschrieben. Der Handscanner ist dort auch in den medizinischen Tricorder als abnehmbare Einheit integriert.
Genau dieses Prinzip gibt es längst
Und darin steckt der überraschend reale Teil.
Darüber hinaus gibt es tragbare EKGs, digitale Stethoskope oder Pulsoximeter, die ähnlich funktionieren. Die Sensoren werden dabei immer kleiner, während Bildschirm und Rechenleistung in der Hosentasche stecken.
Insofern ist ein Handscanner, den man über den Körper eines Patienten führt und dessen Messwerte auf einem tragbaren Computer ausgewertet werden, längst keine Science-Fiction mehr.
Trotzdem fehlt zum vollständigen Tricorder-Handscanner-System aus Star Trek noch einiges.
Ausgerechnet Salzstreuer wurden zu Medizintechnik
Dabei hat die medizinische Zukunftstechnik von Raumschiff Enterprise eine ziemlich bodenständige Vergangenheit.
Doch dabei kam es zu einem Problem: Star Trek-Schöpfer Gene Roddenberry fand sie zu ungewöhnlich und nahm an, dass Zuschauer sie nicht als Salzstreuer erkannt hätten. Für die eigentliche Szene griff man daher auf gewöhnlichere Exemplare zurück.
Nicht eindeutig belegt ist jedoch die Behauptung, auch McCoys bekannter Handscanner sei ein Salzstreuer gewesen. Ein Mythos, der im Netz zwar seine Kreise zieht, aber womöglich unter anderem dadurch begünstigt wurde, dass Fans der Serie den Handscanner aufgrund seiner Form scherzhaft als »Salt-Shaker« bezeichneten.
In Wahrheit wurden für den Handscanner und den Tricorder eigens gebaute Requisiten eingesetzt.
Dennoch begann ein Teil der medizinischen Zukunft im Küchenregal.
40:31
Wann wird Star Trek Realität? Experte klärt auf!
Der schwierigste Teil
Moderne Geräte sind längst in der Lage, Temperatur, Herzschlag, Sauerstoffsättigung oder Ultraschallbilder mobil zu erfassen.
Das ist der vergleichsweise leichte Teil.
Eine viel schwierigere Aufgabe ist es, aus den einzelnen Messwerten zuverlässige Diagnosen abzuleiten. KI könnte in Zukunft jedoch entscheidend dabei helfen, Daten unterschiedlicher Sensoren miteinander zu verknüpfen und Krankheitsbilder zu erkennen.
Mehr zum Thema Star Trek:
- Star Trek: Über 22 Millionen Atomkraftwerke für einen Earl Grey – die verblüffende Logik hinter dem Replikator
- Ein Star Trek-System löst das vielleicht tödlichste Problem der Sci-Fi-Saga – doch ausgerechnet bei Warp widerspricht sie sich selbst
Und es gibt grundlegende Probleme, die für Handscanner und Tricorder schwierig zu lösen sind. Ultraschall etwa setzt akustische Kopplung zwischen Schallkopf und Haut voraus, Licht wird im Gewebe gestreut und absorbiert, wodurch Messungen mit zunehmender Tiefe schwieriger werden, MRT benötigt starke Magnetfelder und viele chemische Werte lassen sich heute nur über Körperflüssigkeiten zuverlässig bestimmen.
So ist am Ende vielleicht doch nicht der intelligente Computer die größte Science-Fiction am Tricorder, sondern der unscheinbare Scanner in McCoys oder Crushers Hand, der alles sieht, was in einem menschlichen Körper geschieht.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.