Das SteelSeries Arctis Nova Elite ist das teuerste Gaming-Headset, das ich in meinen über zehn Jahren als Hardware-Testerin ausprobiert habe. 650 Euro kostet das neue High-End-Flaggschiff des Herstellers – ein Preis, der mir erstmal die Kinnlade hat runterklappen lassen, auch wenn ich weiß, dass High-End-Kopfhörer noch deutlich teurer sein können.
Die Summe wird mit einem außergewöhnlich guten ANC, einer Hot-Swap-Ladestation inklusive monochronem OLED-Display und Zweitakku, Carbonfaser-Treibern sowie Hi-Res-Wireless-Audio begründet. Ich habe es über zwei Monate lang getestet und ordne ein, ob sich die Summe für das Headset wirklich lohnt.
Transparenzhinweis: SteelSeries hat mir das Arctis Nova Elite für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Eine Basisstation für alles – auch die Verbindung
Das SteelSeries Arctis Nova Elite wird in einer Schubhartschachtel mit Magnetverschluss geliefert. Darin liegen drei USB- und ein Klinken-Kabel, eine Basisstation, ein Zweitakku, ein Windschutz und ein Aufbewahrungsbeutel.
Letzterer hat ebenfalls eine magnetischen Verschluss und ist in Anbetracht des Preises einfach gehalten. Für 650 Euro sollte meiner Meinung nach ein Hartschalencase drin sein, wie etwa beim Corsair Virtuoso Max (Test).
Der andere Akku befindet sich bereits im Headset und das Mikrofon im Inneren der linken Ohrmuschel. Es lässt sich ein- und ausfahren, aber nicht abnehmen.
Die Basisstation hat auf der Front ein monochromes OLED-Display, auf dem sich verschiedene Anzeigen darstellen lassen. Daneben platziert finden wir ein Lautstärkerad, mit dem man auch durch die Menüs navigiert. Das eigentliche Gimmick der Basisstation aber ist ein Ladeslot an der Seite. Dort kann der zweite Akku nicht bloß verstaut, sondern eben auch geladen werden.
Besonders praktisch: Auf dem Display kann ich mir zeitgleich den Akkustand des Headsets und den des Zweitakkus in der Station anzeigen lassen. Ich weiß auf einen Blick, wann ich wechseln kann und brauche dazu nicht einmal die Software.
Zudem dient die Ladestation als Verbindung mit unserem PC oder der Konsole. Bis zu vier Audioquellen können gleichzeitg verbunden werden.
Das SteelSeries Arctis Nova Elite lässt sich nur kabellos anschließen. Wer dabei von der 2,4-GHz-Verbindung Gebrauch machen möchte, ist darauf angewiesen, die Basisstation zu benutzen.
Das Gaming-Headset bietet zwar einen Ladeanschluss unter der Ohrmuschelabdeckung links, dieser ist aber nur zum reinen Laden. Das Headset kann nicht gleichzeitig darüber benutzt werden. Einen Kabelbetrieb gibt es also nicht und es liegt auch kein klassischer Dongle bei.
Wer das SteelSeries Arctis Nova Pro Elite nicht ausschließlich am Schreibtisch mit dem PC verwendet, könnte sich durch die ständig verbundene Basisstation irgendwann gestört fühlen.
Ich beispielsweise spiele nicht bloß am PC und der PS5, sondern auch am Gaming-Laptop und seltener an Handhelds (Kaufberatung).
Sowohl beim Spielen am Laptop, als auch beim Arbeiten im Homeoffice, sitze ich gerne im Schneidersitz auf dem Sofa und habe den Laptop auf meinem Schoß. Wenn ich es mir gemütlicher machen will, ziehe ich den Netzstecker vom Laptop ab, damit mein Bein nicht dagegen drückt.
Mit dem SteelSeries Arctis Nova Pro Elite habe ich wegen der Station aber dennoch ein Kabel seitlich vom Laptop abstehen, das meinen Sitzkomfort reduziert. Zudem kann ich das Gerät dadurch keinen mobilen Spielern empfehlen. Wer nicht auf den 2,4-GHz-Funk angewiesen ist, kann das Headset aber auch via Bluetooth verbinden.
Druck und Gewicht
Von vielen Testern wird der hohe Anpressdruck in Kombination mit dem Gewicht von 360 Gramm kritisiert. In meinem Test konnte ich festestellen, dass der Anpressdruck zu Beginn wirklich unangenehm stark ist, nach ein paar Wochen aber nachlässt.
Spezifikationen
- Verbindung: Dual Connection; Simultanes 2,4 GHz Wireless (via GameHub) und Bluetooth 5.3., unterstützt LC3plus Codec (ein lizenzpflichtiger Übertragungsstandard, der hohe Audio-Bitraten bei einer geringen Verzögerung ermöglicht) für Hi-Res Wireless
- Treiber: 40-Millimeter-Carbonfaser-Treiber
- Kompatibilität: PC, Mac, PlayStation 4/5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch, Mobile; GameHub mit 3 x USB-C Eingängen zum gleichzeitigen Anschließen mehrerer Konsolen.
- Frequenzbereich: 10 – 40.000 Hertz
- Impedanz: 38 Ohm
- Sensibilität: 101 dB SPL
- Mikrofon: Vollständig einfahrbares ClearCast Gen 2.X (32 kHz/16-Bit Breitband) mit KI-gestützter Rauschunterdrückung (nicht abnehmbar); zusätzlich integriertes On-Ear-Mikrofon
- Akkulaufzeit: Infinite Power System mit zwei austauschbaren Akkus. Pro Akku rund 30 Stunden (Schnellladefunktion: 15 Min. Laden für 4 Std. Spielzeit)
- Active Noise Cancellation (ANC): Ja, hybrides 4-Mikrofon-System mit Transparenz-Modus.
- Reichweite: Bis zu 12 Meter (2,4 GHz).
- Beleuchtung: Nein
- Software: SteelSeries Sonar Audio Software Suite (parametrischer EQ, KI-Noise-Cancelling).
- Gewicht: ca. 380 Gramm
- Varianten: Weiß-Gold
Preis und Verfügbarkeit
- Release: Bereits erfolgt (Januar 2026)
- Preis: 650 Euro (UVP)
So habe ich getestet
Ich hatte das Produkt ungefähr 10 Wochen lang im Einsatz. Während dieser Zeit habe ich mit dem Headset meine Büroarbeit erledigt, zu der tägliche Meetings und viel Musik hören gehört und nach Feierabend sowie an den Wochenenden gespielt. Darunter waren viele kleinere Point and Click-Indie-Titel, Tavern Keeper, der Shooter Metal: Hellsinger, Doom: The Dark Ages und die Action-Adventures South of Midnight und Echoes of the End.
Das Gewicht ist zwar durchaus hoch, unter Premiummodellen aber normal. Das liegt vor allem am Material der hochwertigen Treiber, aber auch an anderen Materialien, die wir bei High-End-Modellen finden.
Viele entsprechende Geräte wiegen ähnlich viel oder sogar mehr. Beispiele sind das Corsair Virtuoso Max (Test) mit 417 Gramm und das Audeze Maxwell (Test bei GamePro) mit 490 Gramm. Das neuere Audeze Maxwell 2 von 2026 wiegt sogar 560 Gramm.
Ich für meinen Teil fühlte mich auch bei längeren Sitzungen mit dem Gerät auf meinem Kopf nicht übermäßig beschwert.

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