Studie warnt: Gut gemeinte Hilfe am Arbeitsplatz richtet mehr Unheil an, als dass sie nützt - wenn sie nicht erbeten ist

Die Studie wurde in Deutschland durchgeführt und die Ergebnisse sprechen dafür, besser nicht unaufgefordert zu helfen.

Hilfe sollte laut einer Studie angeboten und nicht aufgedrängt werden. (Bildquelle: Adobe StockBanana Images) Hilfe sollte laut einer Studie angeboten und nicht aufgedrängt werden. (Bildquelle: Adobe Stock/Banana Images)

Anderen zu helfen, liegt in unserer Natur als soziale Wesen. Es wird auch als Zeichen eines guten Arbeitsklimas gesehen, wenn wir Kollegen unter die Arme greifen.

Für viele ist das daher selbstverständlich. Doch manche neigen dazu, es zu gut und zu meinen und zu helfen, ohne darum gebeten worden zu sein.

Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass diese Art der Hilfestellung nicht nur zu gut gemeint, sondern sogar kontraproduktiv ist.

Warum ist das wichtig? Die meisten von uns werden das aus einer der beiden Perspektiven (oder sogar beiden) schon einmal erlebt haben. Doch wenn die Ergebnisse der Studie richtig sind, richten wir mit ungewollter Hilfe mehr Schaden an, als zu helfen.

Die Grundlage der Studie

Im Detail: Die Studie wurde von der Arbeitspsychologin Anika Schulz von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin durchgeführt. Dazu wurden bundesweit Teilnehmer im Alter von mindestens 18 Jahren rekrutiert, die 35 Stunden pro Woche und mehr arbeiten.

  • An der initialen Studie nahmen 321 Menschen teil, letztendlich wurden 279 davon für die Auswertung herangezogen.
  • Das Durchschnittsalter betrug 42,5 Jahre, wobei 50,2 Prozent der Befragten männlich waren.
  • Die mittlere Betriebszugehörigkeit lag bei 20 Jahren, 27 Prozent der Teilnehmer hatten eine Führungsposition inne.

Durchgeführt wurde die Studie in zwei Teilen, mit Messzeitpunkten im Abstand von zwei Wochen.

Die Forschungsergebnisse

Schulz kommt zu dem Schluss, dass unerwünschte Hilfe von den Empfängern als nicht hilfreich empfunden wird, da sie dazu führe, dass sie ihre Fähigkeit zur eigenständigen Lösung von Aufgaben infrage stellen.

Dadurch werde das Bedürfnis nach Kompetenz untergraben und jenes nach Autonomie eingeschränkt.

Die Folge sei, dass Betroffene sich weit über die Arbeitszeit hinaus mit der Arbeit beschäftigen – das wird affektives Grübeln genannt. Sie können also weniger abschalten und dadurch auch weniger regenerieren. Gleichzeitig steige bei den Betroffenen die Frustration am Arbeitsplatz an.

Was kann dagegen getan werden?

Hilfe sollte der Studie zufolge nur dann angeboten werden, wenn sie ausdrücklich erwünscht ist. Das setzt unserer Ansicht nach allerdings ein gewissen Maß an Feingefühl voraus.

Die direkte Frage, ob jemand Hilfe benötigt, ist unter Umständen nicht zielführend, denn es gibt auch Menschen, denen es schwerfällt, Nein zu sagen und Hilfe abzulehnen. Selbst wenn sie Ja sagen, ist die Hilfe dann eigentlich unerwünscht.

Dennoch ist es wohl ratsam, erst zu fragen, bevor man hilft oder Ratschläge erteilt. Oder schätzt ihr das anders ein? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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