Sonne, Meer und mildes Klima: für viele der Inbegriff guten Lebens. Nur allzu schnell richtet sich der Blick aus Deutschland gen Süden – beispielsweise nach Spanien, Portugal oder Italien.
Doch ein aktuelles internationales Ranking zeichnet ein völlig anderes Bild.
In der Studie »Best Countries Index 2026« der Wharton School an der University of Pennsylvania in den USA landet Deutschland in der Kategorie »Lebensqualität« auf Rang neun. Nicht nur liegt es damit teils sehr weit vor beliebten Reisezielen, in der Gesamtwertung belegt die Bundesrepublik einen noch besseren Platz – und landet in einer wichtigen Kategorie sogar auf Platz eins.
Deutschland in den Top 10
Ganz oben an der Spitze bei der Lebensqualität steht Schweden mit dem auf 100 normierten Höchstwert.
Nach Schweden kommen Dänemark, Kanada, die Schweiz, Finnland, Norwegen, die Niederlande und Australien.
Deutschland folgt mit 82,9 Punkten und ist damit eines von acht europäischen Ländern in den Top 10 – Belgien belegt den zehnten Platz:
Spanien dagegen landet mit 56,7 Punkten nur auf Rang 19. Knapp dahinter folgen Portugal auf Platz 21 und Italien auf Platz 25.
Das klingt zunächst wie ein klares Urteil. Aber das ist es nur bedingt.
Das Ranking misst vor allem Wahrnehmung
Die Rangliste wurde von der Wharton School und der Analyseplattform BAV von WPP, einem internationalen Werbe-, Marketing- und Kommunikationskonzern, erstellt.
Dazu wurden 15.131 Erwachsene in 33 Ländern befragt. Die Ergebnisse repräsentieren damit keine weltweite Erhebung, sondern die Wahrnehmung einer international zusammengesetzten Stichprobe.
Außerdem sollten die Teilnehmer 85 vorausgewählte Staaten anhand von 73 Eigenschaften beurteilen, die letztlich zu zehn Kategorien zusammengefasst wurden.
Zudem war es möglich, für das eigene Land zu stimmen – mit einer Einschränkung: Alle Teilnehmer bekamen per Zufall nur eine Teilmenge der 85 Länder sowie der 73 Eigenschaften als Abstimmungsmöglichkeiten zugewiesen – und sie mussten angeben, ob sie aus einem der Länder stammen.
Der Index misst daher nicht unmittelbar, wie es sich in den einzelnen Ländern lebt, sondern welche Eigenschaften die Befragten damit verbinden.
An einem Beispiel erklärt: Bei der Lebensqualität ging es darum, ob ein Staat als sicher, wirtschaftlich und politisch stabil sowie familienfreundlich gilt und gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt bietet. Hinzu kamen das Bildungs- und Gesundheitssystem sowie die Einkommensverteilung.
Das erklärt auch, warum gerade nord- und mitteleuropäische Länder weit vorne gelandet sind.
So wird Deutschland von außen offenbar stark mit Stabilität, Verlässlichkeit und funktionierenden Strukturen in Verbindung gebracht und weniger mit all den Problemen, die hierzulande die Debatte bestimmen.
82,9 Punkte sind keine Note für die Lebensqualität
Darum bedeuten Zahl und Platzierung auch nicht, dass das Leben in Deutschland objektiv besser ist als in Spanien, Italien und anderen südlichen Ländern.
In die Bewertung flossen weder exakte Mietpreise noch Sonnenstunden, Wartezeiten bei Ärzten oder die tatsächliche Zufriedenheit der Menschen ein.
Dazu kommt: Die Punktzahlen sind nicht absolut, sondern relativ. Alle Werte werden am jeweils führenden Land einer Kategorie gemessen.
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Wenn der Chatbot zur Gefahr wird: KI und unsere Psyche
Deutschlands 82,9 Punkte sind daher nicht mit der tatsächlichen Lebensqualität gleichzusetzen. Genauso wenig gilt das für die Gesamtwertung von 87,7 Punkten, mit der Deutschland auf Platz sechs landet. Und auch unser Unternehmertum, bei dem Deutschland sogar auf dem ersten Platz geführt wird, zeigt eben nur, wie wir von außen betrachtet werden.
Der Blick von außen fällt positiver aus
Spanien und Italien stehen international für Sonne, Küche, Kultur und eine gewisse Gelassenheit im Alltag. Eine Studie der Europäischen Kommission kann als Beleg für besonders gute Lebensbedingungen gesehen werden – demnach werden die Menschen in Italien und Spanien im Schnitt 2,9 beziehungsweise 2,8 Jahre älter als in Deutschland (84,1 und 84,0 versus 81,2 Jahre).
Sobald die Lebensqualität in dem subjektiven Ranking breiter als Zusammenspiel aus Stabilität, Sicherheit, Arbeitsmarkt und Familienfreundlichkeit verstanden wird, verschiebt sich das Bild nach Norden.
Trotzdem ist es bemerkenswert, dass Deutschland hinsichtlich der Lebensqualität auf Rang neun landet.
Andere Studien:
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Denn während hierzulande über zu hohe Kosten, Bürokratie, Rente, Altersarmut, marode Infrastruktur und das Risiko wirtschaftlicher Unsicherheit diskutiert wird, fällt der Blick von außen deutlich positiver aus.
Das Traumleben unter warmer südlicher Sonne, an weißen Sandstränden und mit mediterraner Küche ist eben nur eine mögliche Vorstellung von Lebensqualität.
Aber offenbar nicht diejenige, die in der Befragung der University of Pennsylvania am stärksten überzeugt.

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