Nachdem mich das SwitchBot Lock Pro im Test vor genau einem Jahr schwer beeindruckt hat, legt der Hersteller jetzt mit dem Lock Ultra nach.
Das Versprechen: ein dünneres Design, ein leiserer und schnellerer Motor, noch mehr Sicherheit und als absolutes Highlight ein brandneues Keypad mit 3D-Gesichtserkennung.
In meinem damaligen Fazit sagte ich, das SwitchBot-Türschloss könnte Nuki vom Thron stoßen – wenn endlich Auto Unlock unterstützt würde. Genau das ist nun der Fall.
In meinem Test erfahrt ihr, wo das Lock Ultra glänzt, wo es überraschend schwächelt und ob es mein bewährtes Nuki Smart Lock endgültig in den Ruhestand schicken kann.
Lieferumfang & Design: Ein klares Upgrade
Schon beim Auspacken wird der Unterschied zum Vorgänger deutlich. Das Lock Ultra ist spürbar schlanker – laut Hersteller rund 50 Prozent – und wirkt durch seine rundere Form deutlich moderner und weniger klobig als das Lock Pro.
SwitchBot Lock Pro und Ultra im Vergleich
Eine nette Idee: SwitchBot legt drei verschiedene Holz-Dekor-Aufkleber bei, mit denen ihr das schwarze oder silberne Aluminium-Finish des Schlosses an eure Tür anpassen könnt.
Trotzdem wirkt das neue Design im Konkurrenzvergleich immer noch altbacken und wuchtig. Der Platzhirsch Nuki hat bei seinem Schloss der fünften Generation das Gehäuse radikal verkleinert.
Im Karton findet sich alles, was man für die Montage braucht:
- das Schloss selbst
- diverse Adapter für europäische Schließzylinder
- eine Montageplatte zum Kleben (hält bombenfest!) und eine zum Verschrauben
- nötiges Werkzeug
- drei Holzdekorapplikationen
- ein kleiner Magnet, der erkennt, ob die Tür nur angelehnt oder geschlossen ist
- eine NFC-Karte
Das Schloss könnt ihr alleine oder wahlweise im Bundle mit dem klassischen Keypad Touch (mit Fingerabdrucksensor) oder dem neuen Keypad Vision kaufen. Letzteres bietet neben einem Tastenfeld und einem Fingerabdrucksensor erstmals auch eine 3D-Gesichtserkennung.
Beide Keypads sind übrigens aus Plastik und wirken daher deutlich weniger wertig als das Aluminium-Schloss. Trotzdem sind sie robust genug, zumal dem herkömmlichen Tastenfeld auch eine Schutzhülle aus Silikon beiliegt.
Links: Das Keypad mit Tastenfeld, Fingerabdrucksensor und Schutzhülle. Rechts: Das neue Keypad Vision mit Gesichtserkennung bietet auch eine Extra-Taste im unteren Bereich, die ihr zum Beispiel für eine Smart-Home-Szene nutzen könnt.
Installation & Einrichtung: In 10 Minuten erledigt
Hier bleibt SwitchBot seiner Linie treu: Die Installation ist kinderleicht und auch für absolute Laien in rund zehn Minuten machbar. Ihr müsst euer altes Schloss nicht ausbauen.
Das Lock Ultra wird einfach auf der Türinnenseite über den eingesteckten Schlüssel gestülpt und mit Schrauben fixiert. Das nötige Werkzeug liegt bei.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Für die Nutzung smarter Türschlösser wie dem SwitchBot Lock Ultra sollte euer Schließzylinder unbedingt über eine Not- bzw. Gefahrenfunktion verfügen. Das bedeutet: Ihr müsst die Tür auch dann von außen aufschließen können, wenn innen ein Schlüssel steckt. Ist das bei eurem Schloss nicht der Fall, lasst den Zylinder unbedingt austauschen – sonst riskiert ihr, im Ernstfall nicht mehr in eure Wohnung zu kommen.
Die Einrichtung in der SwitchBot-App ist ebenfalls selbsterklärend. Schloss und Keypad werden in wenigen Schritten gekoppelt und kalibriert. Auch hier braucht ihr keine Vorkenntnisse.
Das Schloss besitzt ein Drehrad zum manuellen Öffnen und Schließen, einen LED-Ring für den Status des Schlosses sowie eine Taste zum schnellen Verriegeln.
Um die Fern- und Sprachsteuerung zu nutzen, wird allerdings der separat erhältliche Mini-Hub benötigt. Auch hier ist Nuki bereits weiter, wo der Hub im Schloss integriert ist.
Preise und Verfügbarkeit
Das Schloss steht in mehreren Kombinationen zur Auswahl. Alle Konfigurationen entnehmt ihr der offiziellen Website.
- Lock Ultra: 160 Euro
- Lock Ultra + Keypad Touch + Hub: 250 Euro
- Lock Ultra + Keypad Vision + Hub: 300 Euro
- Verfügbarkeit: ab sofort
Spezifikationen
| Größe | 122 x 62,6 x 66,8 mm |
|---|---|
| Gewicht | 367 g |
| Materialien | Magnesium-Aluminium-Legierung, PC+ABS |
| Schnelltaste | Mechanische Taste mit taktiler Rückmeldung |
|---|---|
| Drehknauf | Manuelles Entriegeln durch Drehen des Knopfes |
| Automatische Verriegelung | Unterstützt |
| Blockierdrehmoment | 22,5 kgf.cm |
| Lastdrehmoment | 8 kgf.cm |
| Leerlaufdrehzahl | 50 U/min |
| Geräuschpegel | 50–55 Dezibel (gemessen bei 50 cm) |
| Minimaler Erfassungswinkel | 10 Grad |
| Betriebsumgebung | Innenbereich: -10 bis 45 Grad Celsius, 10 bis 90 Prozent relative Luftfeuchtigkeit |
|---|---|
| Installation | Befestigung durch Schrauben oder Kleben |
| Ladeerinnerungen | LED-Licht, App-Benachrichtigungen und Tonwarnungen |
| Kompatibilität | Funktioniert mit SwitchBot Keypad und Keypad Touch |
| Garantie | 2 Jahre |
Extrem flexibel: 18 Wege, die Tür zu öffnen
Schon der Vorgänger beeindruckte mich beim Funktionsumfang. Das Lock Ultra setzt hier noch einen drauf und bietet satte 18 Entriegelungsoptionen für maximale Flexibilität an, darunter temporäre oder permanente Zahlencodes und Fingerabdrücke, NFC-Karten und -Tags, Gastzugänge sowie die neue Gesichtserkennung.
Schauen wir uns die Besonderheiten im Detail an.
Sesam, öffne dich: Auto-Unlock öffnet die Tür automatisch
Endlich! Das Lock Ultra bringt die Funktion mit, die ich beim Pro so schmerzlich vermisst habe: Auto-Unlock via Geofencing. In der Theorie öffnet sich die Tür automatisch, sobald ihr euch dem Schloss nähert. In der Praxis musste ich jedoch feststellen, dass sich diese Funktion nicht umsonst noch im Beta
-Stadium befindet.
Oft stand ich mehrere Sekunden vor der Tür und nichts passierte, manchmal funktionierte es gar nicht. Das ist umso ärgerlicher, weil Nuki dieses Feature seit Jahren bietet und bereits bei seiner vierten Generation im Jahr 2024 perfektionierte. Schade, aber hoffentlich nur eine Frage künftiger Firmware-Updates.
Im Alltag störte mich die Unzuverlässigkeit des Auto Unlocks aber nur bedingt – und das liegt an der neuen Gesichtserkennung.
Das Highlight: Gesichtserkennung mit Keypad Vision
Das Lock Ultra ist laut SwitchBot das erste nachrüstbare Smart Lock mit einer 3D-Gesichtserkennung. Dafür benötigt ihr das neue Keypad Vision, das ihr dank Fingerabdrucksensor und Tastenfeld ebenfalls flexibel nutzen könnt.
Die Besonderheit: Über 30.000 Infrarotpunkte scannen euer Gesicht; der Hersteller gibt die Erkennungszeit mit weniger als einer Sekunde an. Das kann ich bestätigen. Die Erkennung funktionierte in meinem Test beeindruckend zuverlässig, selbst bei Dämmerung oder wenn ich eine Mütze trug.
Da es sich um eine 3D-Erkennung handelt, lässt sich das Schloss auch nicht mit Fotos oder Videos austricksen. Je nach Einstellung erkennt euch das Gerät aus einer Entfernung von ein bis drei Metern und entsperrt die Tür.
Darüber hinaus habt ihr die Möglichkeit, den Gesichts-Scan automatisch bei Annäherung oder per Tastendruck zu starten. Letzteres ist etwas weniger komfortabel, verringert aber auch die Fehleranfälligkeit durch zum Beispiel vorbeilaufende Personen.
Die Gesichtserkennung hat mich beeindruckt und funktionierte im Alltag so schnell und reibungslos, dass es Auto Unlock auf Dauer für mich sogar ablösen könnte.
Die schnellste Methode: NFC
Überraschenderweise war in meinem Test weder der Fingerabdruck noch das Gesicht die schnellste Methode zum Aufsperren. Die mitgelieferte NFC-Karte ist unschlagbar.
Einfach kurz ans Keypad halten, und die Tür entriegelt verzögerungsfrei. Das ist schneller als der Fingerabdrucksensor (der ebenfalls zuverlässig arbeitet) und die Gesichtserkennung, die einen kurzen Moment zur Authentifizierung braucht.
Weitere Entsperrmethoden
Auch bei den herkömmlichen Entriegelungsvarianten trumpft SwitchBot auf: Ihr könnt bis zu 100 Fingerabdrücke und 100 PINs speichern, die zwischen sechs und zwölf Stellen haben dürfen. Temporäre Codes, die nur 24 Stunden gültig sind, eignen sich perfekt für Gäste oder Handwerker, denen ihr Zutritt gewähren möchtet.
Insgesamt bietet das SwitchBot Lock Ultra so viele Optionen wie kaum ein anderes Schloss, was ich mit einem Umfangs-Award honoriere.
Motor, Akku & Lautstärke: Schneller, leiser, stärker
Niemand will lange vor der Tür stehen, weswegen bei smarten Schlössern eine schnelle Motorsteuerung essenziell ist. Auch hier hinkt SwitchBot leider der Konkurrenz hinterher – die Öffnung dauert mitunter mehrere Sekunden. Ich wünsche mir, dass der Hersteller da noch mit einem Software-Update nachbessert.
Dafür ist das Lock Ultra angenehm leise. Besonders der zuschaltbare Nachtmodus ist eine Wohltat, wenn man spät nach Hause kommt und niemanden wecken will.
Auch die Akkulaufzeit kann sich zumindest auf dem Papier sehen lassen. SwitchBot attestiert dem 4.200-mAh-Akku eine Laufzeit von bis zu neun Monaten, was im Konkurrenzvergleich im oberen Segment einzuordnen ist. Schade dabei: Zum Aufladen (via USB-C) müsst ihr den Akku entnehmen.
App, Sicherheit & Smart Home: Hier bleiben kaum Wünsche offen
Die SwitchBot-App ist wie gewohnt aufgeräumt und bietet eine Flut an Einstellungsmöglichkeiten. Ihr könnt permanente, temporäre oder Einmal-Codes und Fingerabdrücke vergeben (sogar Notfall-Abdrücke, die bei Nutzung automatisch eine E-Mail an an eine Person senden).
Außerdem könnt ihr die Schließgeschwindigkeit einstellen, die Schnelltaste des Schlosses oder des Keypad Vision anpassen und mehr.
Besonders clever finde ich das Sicherheitsfeature beim PIN-Code: Ihr könnt vor und nach euerer eigentlichen PIN beliebige Ziffern eingeben, um neugierige Blicke zu täuschen. Eine hervorragende Idee!
Weitere Pluspunkte:
- Matter-Support: Über einen SwitchBot Hub lässt sich das Schloss problemlos in Apple Home, Google Home und Alexa integrieren.
- Dreifache Stromversorgung: Ein Hauptakku, eine Backup-Batterie und eine Notfall-Entsperroption sorgen für maximale Ausfallsicherheit.
- Zusatztaste am Keypad: Auf dem Keypad Vision gibt es eine extra Taste, die ihr frei belegen könnt – zum Beispiel als Klingel oder zum Auslösen einer Smart-Home-Szene. Ein super Feature!
Einziger kleiner Wermutstropfen für Power-User: Man kann nicht zwei Keypads (z.B. das alte und das neue Keypad Vision) gleichzeitig mit einem Schloss koppeln.
Solltet ihr euch das SwitchBot Lock Ultra kaufen?
Das SwitchBot Lock Ultra eignet sich für euch, wenn:
- Ihr die maximale Flexibilität und die neuesten technischen Spielereien wie eine funktionierende Gesichtserkennung wollt.
- Ihr Mieter seid und eine kinderleichte Installation ohne Bohren bevorzugt.
- Euch hohe Sicherheit durch Features wie PIN-Verschleierung und Matter-Support wichtig ist.
- Ihr eine blitzschnelle Entsperrung per NFC-Karte zu schätzen wisst.
Das SwitchBot Lock Ultra eignet sich eher nicht für euch, wenn:
- Zuverlässiges Auto-Unlock für euch die wichtigste Funktion eines smarten Schlosses ist.
- Ihr Wert auf ein möglichst zurückhaltendes, kompaktes Design legt.
Mögliche Alternativen zum SwitchBot Lock Ultra
- Nuki Smart Lock Pro (Gen 5): Die Referenz, wenn es um ein perfektes Auto-Unlock-Erlebnis und Geschwindigkeit geht. Es bietet jedoch keine Gesichtserkennung oder ein so funktionsreiches Keypad.
- Aqara U200: Hochwertigeres Design und Apple HomeKey-Support, allerdings ohne Auto Unlock.
- Netatmo Smart Lock: Wenn ihr maximale Sicherheit ohne jegliche Cloud- oder Internetanbindung sucht, ist dieses Schloss die richtige, wenn auch weniger
smarte
Wahl.
Fazit: Starkes Upgrade mit kleinen Schwächen
Das SwitchBot Lock Ultra ist ein gewaltiger Sprung nach vorn und in vielen Belangen eines der besten smarten Türschlösser auf dem Markt. Die Gesichtserkennung ist eine hervorragende Ergänzung zu den zahlreichen Entsperrmethoden und hat mich beeindruckt. Es ist schneller, leiser und durchdachter als sein Vorgänger.
Doch allen Fortschritten zum Trotz reicht es immer noch nicht für den Scmart-Lock-Thron. Allen voran Nuki bietet mittlerweile ein deutlich kompakteres Design, eine rasant schnelle Motorsteuerung und ein perfektes Auto-Unlock-Erlebnis. Das ist auch der Grund, warum ich es privat nicht wie erwartet durch das neue SwitchBot Lock Ultra ersetze.
Ihr seht also: Nuki hat bei Geschwindigkeit, Formfaktor und Auto Unlock die Nase vorn (und bekam dafür einen Leistungs-Award), SwitchBot dagegen bei Optionsvielfalt, Lautstärke und Akkulaufzeit. Und die Gesichtserkennung ist ein starkes Plus. Daher kann ich dieses Schloss auch jedem bedenkenlos empfehlen.
Je nachdem, welche Eigenschaften eines Smart Locks für euch wichtig sind, gehören diese beiden Schlösser für mich zu den besten, die ihr 2025 kaufen könnt.





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