Weil so viele Nutzer Discord verlassen, stößt ein alter Bekannter jetzt an seine Belastungsgrenzen

Weil Discord verpflichtende Altersverifikationen einführt, strömen viele Nutzer zu einer Alternative.

Wegen den Auflagen von Discord wandern viele Nutzer gerade zu TeamSpeak. (Bild: TeamSpeak und Discord) Wegen den Auflagen von Discord wandern viele Nutzer gerade zu TeamSpeak. (Bild: TeamSpeak und Discord)

Seit Discord angekündigt hat, dass im März 2026 eine Identitätsverifizierung eingeführt wird, ist die Aufregung groß.

Auf der Suche nach einer Alternative sind viele Nutzer offenbar wieder bei einem alten Bekannten gelandet.

Ansturm auf die TeamSpeak-Server

Wer ab März auf Discord nicht sein Alter nachweist, wird von der Plattform automatisch als minderjährig eingestuft.

Allerdings: Wer den Nachweis verweigert, kann die Plattform – wie Discord in einer Pressemitteilung schreibt – weiter nutzen, jedoch im restriktiveren Teen-Modus. Der beschränkt jedoch vor allem den Zugriff auf sogenannte NSFW-Kanäle und 18+-Server, die in der Regel pornografischen Inhalten gewidmet sind. Außerdem bleiben den Nutzern bestimmte Funktionen wie Direktnachrichten von Fremden versperrt.

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Der Altersnachweis erfordert, dass Nutzer entweder ihren Ausweis hochladen oder ein Foto ihres Gesichts zum Scan per KI zur Verfügung stellen.

Wie die BBC berichtet, sorgt allerdings nicht nur der Altersnachweis selbst für Kritik, sondern auch von wem er durchgeführt wird: Der US-Dienstleister Persona wird maßgeblich durch Peter Thiels Founders Fund finanziert. Die Nähe zum Palantir-Gründer schürt Ängste vor Überwachung mithilfe von biometrischen Daten – zumal erst im Oktober 2025 rund 70.000 Ausweisfotos bei einem früheren Partner von Discord geleakt sind.

Diese Punkte zusammengenommen verstärken den Drang vieler Nutzer nach einer Alternative. Eine solche ist gewissermaßen auch einer der erfolgreichsten Vorgänger von Discord: TeamSpeak.

In den 2000er-Jahren war TeamSpeak quasi das Synonym für Voice-Chats unter PC-Spielern. Die Plattform gibt es immer noch und eine Altersverifikation ist dort (noch) nicht nötig. Auch wir haben euch TeamSpeak bereits als eine mögliche Discord-Alternative vorgestellt – wir haben jedoch noch zwei weitere in petto.

Offenbar wenden sich aktuell so viele ehemalige Discord-Nutzer TeamSpeak zu, dass die Plattform in mehreren Regionen, darunter auch in den USA, ihre Server-Kapazitäten voll ausgelastet hat. Das teilt TeamSpeak zumindest auf X mit:

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Demnach sei man derzeit damit beschäftigt, die Kapazitäten zu erweitern, um weitere neue Nutzer aufnehmen zu können. Unklar ist allerdings, wie groß oder klein diese Ressourcen bisher waren, zu den genauen Zahlen macht TeamSpeak nämlich keine Angaben.

Dennoch deutet die Meldung auf ein wachsendes Interesse an Alternativen hin. Dass der Platzhirsch Discord mit seinen rund 200 Millionen aktiven Nutzern nun aber einfach durch einen anderen ersetzt wird, ist indes eher unwahrscheinlich.

Unser Kollege Jan hat mittlerweile noch einen weiteren heißen Kandidaten für die Zeit nach Discord für euch ausprobiert: Stout.

Für all diejenigen, die die Altersverifikation im Sinne eines Jugendschutzes nicht generell ablehnen, jedoch etwa ein Problem mit einem externen Anbieter wie Persona haben, gibt es indes von der EU gute Nachrichten:

Die plant im Rahmen des Digital Services Acts (DSA) bis Ende 2026 mit der EU Digital Identity Wallet nicht nur eine Art digitale Brieftasche, sondern arbeitet derzeit auch am Prototypen des Age Verification Blueprint. Das ist eine quelloffene Mini-Wallet, die einen Altersnachweis ohne das Teilen von biometrischen Daten ermöglicht.

Damit könnten datenschutzkonforme Nachweise bald für alle Plattformen zur Pflicht werden, jedoch ohne dass EU-Bürger ihre persönlichen Daten mit fragwürdigen Drittanbietern teilen müssen.

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