Tschüss Discord: 3 sehr gute Alternativen, die alles Wichtige können und ganz ohne Altersverifizierung auskommen

Discord will an euren Ausweis: Die drohende Altersprüfung macht Alternativen zum Marktführer besonders interessant. Wir stellen euch drei davon vor.

Wer dieser Tage Discord den Rücken kehren will, braucht eine gute Alternative. Wer dieser Tage Discord den Rücken kehren will, braucht eine gute Alternative.

Adieu, Discord: Der beliebte Social-Media Dienst führt ab März eine verpflichtende Identitätsverifizierung ein. Hintergrund soll eine Stärkung des Jugendschutzes sein.

Doch viele Nutzer empört gerade, wie die Verifikation passieren soll: die Schätzung des Nutzeralters durch KI-Gesichtsscan, das Hochladen von Ausweisdokumenten und die automatisierte Altersschätzung anhand des Nutzerverhaltens.

Die Maßnahmen finden große Teile der Community absurd, ein Nutzer fragt etwa auf Reddit: Mein Account besteht seit 8 Jahren, muss ich ernsthaft mein Gesicht scannen, um zu beweisen, dass ich erwachsen bin?

Grund genug, sich nach Alternativen umzusehen – wir stellen euch drei davon vor.

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Discord: 3 Alternativen, die ihr ohne Ausweis nutzen könnt

Eine Social-Media-Plattform zu wechseln, ist immer besonders schwer, denn: Soziale Medien sind dort, wo alle sind.

Gerade Discord vereint verschiedene Ebenen der Interaktion: von der Live-Kommunikation (Voice) über eine schriftliche Chatfunktion (Text) bis hin zur Präsentation in Echtzeit (Streaming), die vor allem für Spieler interessant ist.

Eine einzige Alternative, die alle Funktionen genauso gut bietet wie Discord, werdet ihr schwerlich finden. Jede andere Plattform kommt mit Stärken und Schwächen im Vergleich zum Platzhirsch.

1. TeamSpeak 6: Die Rückkehr des Sprach-Chat-Riesen

Wer über Discord spricht, muss unweigerlich an TeamSpeak denken.

In den 2000ern war das Tool der unangefochtene VoIP-Client, um während des Gamings in Verbindung zu bleiben. In den letzten Jahren ist das Urgestein jedoch fast in Vergessenheit geraten.

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Seit Sommer 2025 ist TeamSpeak 6 auf dem Markt und bietet sich besonders als VoIP-Client an:

  • Voice: Klarer Fokus auf latenzfreie Kommunikation mit Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen.
  • Text: Bietet klassischen Chat, ist aber weniger auf dauerhafte Historien oder große Community-Hubs ausgelegt wie Discord.
  • Streaming: Unterstützt mittlerweile nativ Screen Sharing, um den Bildschirm mit anderen im Kanal zu teilen.
Pro
  • Fokus auf Core-Gaming und exzellente Audioqualität
  • Vollständiger Verzicht auf Werbung und Monetarisierungs-Druck
  • Keine biometrische Überwachung oder KI-gestützte Altersprüfung
Kontra
  • Keine persistenten Text-Channel-Strukturen
  • ab 32 Leuten gleichzeitig auf einem Server wird ein kostenpflichtiges Abo fällig

2. Matrix: In Kontakt mit Discord ohne Discord

Matrix ist kein einzelner Dienst, sondern ein dezentrales Protokoll. Man kann es sich wie ein E-Mail-Programm vorstellen:

Egal, bei welchem Anbieter man ist – ein Nutzer auf matrix.org kann genauso nahtlos mit jemandem auf einem privaten Gaming-Server schreiben, wie ihr von Gmail aus eine Mail an eine GMX-Adresse senden könnt.

Was bei Discord die Server sind, sind bei Matrix die Spaces. Dort findet ihr Kanäle für Voice-Chats und Text-Diskussionen, wie ihr sie kennt. Aber das wohl interessanteste Feature für Wechselwillige sind die Bridges.

Wenn ihr selbst Discord den Rücken kehren wollt, aber euer Freundeskreis dort bleiben möchte, könnt ihr über diese Schnittstellen eure Nachrichten zwischen Matrix und Discord synchronisieren. Ihr seid also technisch unabhängig von Discords Datensammel-Modell, ohne den Kontakt zu euren Gruppen zu verlieren.

Pro
  • Privatsphäre steht durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an oberster Stelle
  • Bridges lassen die Verbindung zu Discord (und anderen Apps) zu
  • Keine zentrale Instanz, die Gesichtsscans oder Ausweise erzwingen kann
Kontra
  • aufwändige Einrichtung: Home-Server wählen, Client wählen, Space erstellen

3. Stoat/Revolt: Sieht aus wie Discord, aber ohne Discord

Stoat (ehemals Revolt) orientiert sich optisch und funktional sehr eng am Marktführer, was den Umstieg ohne große Einarbeitungszeit ermöglicht.

Im Gegensatz zum Original handelt es sich hierbei jedoch um ein reines Open-Source-Projekt.

Stoat (hier noch Revolt) erinnert im Design doch stark an Discord. (Bildquelle: stoat.chat) Stoat (hier noch Revolt) erinnert im Design doch stark an Discord. (Bildquelle: stoat.chat)

  • Text: Bietet das gewohnte Discord-Gefühl mit Kanälen, Rollen und persistenten Verläufen.
  • Voice: Die Sprachchat-Funktion ist integriert.
  • Streaming: Eine Screenshare-Funktion sei laut einem jüngsten Post auf Bluesky sehr bald verfügbar.
Pro
  • Nahtloser Umzug durch fast identische Benutzeroberfläche
  • Hohe Performance und geringer Ressourcenverbrauch
  • Alle Kernfeatures sind ohne Zusatzkosten verfügbar
Kontra
  • Das Ökosystem an Bots und Integrationen ist noch deutlich kleiner als bei Discord
  • Die Entwicklung der mobilen Apps hinkt dem Funktionsumfang der Desktop-Version hinterher

Fazit: Social Media wechseln ist nicht leicht, aber möglich

Ein Plattform-Umzug ist immer ein Kompromiss zwischen Komfort und Prinzipien. In der aktuellen Situation lassen sich die Alternativen jedoch gut für verschiedene Bedürfnisse sortieren:

  • Wer Discord in erster Linie als VoIP-Client verwendet, der findet bei dieser Gelegenheit vielleicht mit TeamSpeak zu einem alten Klassiker zurück.
  • Wer vielleicht der Einzige aus der Gruppe ist, der könnte mit Matrix ein neues Zuhause finden – mit dem großen Pluspunkt von maximaler digitaler Souveränität.
  • Am schnellsten zurechtfinden wird man sich nach Discord wohl auf Stoat. Es ist wie Discord, aber eben ohne Altersverifikation und Open Source.

Wer Discord nicht genug liebt, um das eigene Gesicht scannen zu lassen und Ausweisdokumente auf einem US-amerikanischen Server hochzuladen, der wird auf jeden Fall Mittel und Wege finden, trotzdem mit den eigenen Gruppen in Kontakt zu bleiben.

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