Auch nach über 100 Gaming-Tastatur-Tests bin ich kein großer Fan von flachen Tastaturen – aus Gewohnheit.
Denn: Low-Profile-Gaming-Keyboards sind noch immer eher selten. Das macht diese Bauweise trotz jahrelanger Testpraxis ungewohnt für mich.
Bei der Logitech G515 Lightspeed TKL ist das jedoch anders. Es fiel mir leicht, mich daran zu gewöhnen, was vor allem dem Design und Tippgefühl zu verdanken ist.
Im Test konnte mich die Tastatur insgesamt überzeugen. Ich habe aber auch hier und da etwas zu meckern.
Transparenzhinweis: Logitech hat uns die G515 Lightspeed TKL für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikel und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Flach aber schwerwiegend
Obwohl die Basisplatte aus Kunststoff gefertigt ist, bringt die Tastatur 880 Gramm auf die Waage. Ihr Stand ist felsenfest, die Verarbeitung dicht.
Im 80%-Prozent-TKL-Format fehlt der Nummernblock. Im Gegensatz zum 75%-Format liegen zwischen den Tasten Freiräume um die Pfeiltasten herum sowie zwischen Home- und Hauptblock. Auf der rutschfesten, geriffelten Unterseite kann per Anstellfüßchen der Winkel verändert werden. Hier finden wir außerdem ein Fach für den USB-Dongle.
Tertiärbelegungen für Zeichen wie {
und [
sind bloß weiß aufgedruckt, dafür aber ohne Beleuchtung zu erkennen – im Gegensatz zu der restlichen Beschriftung. Die Keycaps können abgenommen und ersetzt werden.
Optisch ist die G515 Lightspeed TKL das genaue Gegenteil der Corsair K70 Max, die selbst für eine Vollformat-Tastatur noch sehr große Abmessungen hat und mit einer breiten Handballenauflage sowie Sondertasten kommt. Logitechs Board ist flach und braucht keine Handballenablage mehr.
Praktisch aber nicht perfekt
Das 2in1-Wireless-Pairing, durch das sich bis zu zwei Lightspeed-Produkte mit nur einem Dongle verbinden lassen, spart einen USB-Steckplatz.
Die Tastatur kann mit Kabel, Bluetooth oder Funk verbunden werden. Jedoch ist nur eine Bluetooth-Kopplung möglich, während andere Geräte oft mehrere bieten.
Selbst mit eingeschalteter Beleuchtung hält der Akku lange. Ohne Beleuchtung sind es laut Hersteller rund 36 Stunden, was unser Test bestätigt.
Zum Schreiben besser als zum Spielen
Der Klang der Tastatur ist relativ leise, aber etwas plastikhaft-hohl. Allerdings fällt dieser Aspekt unter Geschmackssache.
Man kann das Modell nicht mit kostspieligeren Custom-Keyboards wie der Anvil Native 75% vergleichen.
Die G515 ist ansonsten super für Vielschreiber geeignet ist. Durch die flache Bauform liegen die Hände mit entspanntem Handgelenk an der Tastatur.
Der Widerstand bei den Low-Profile-Switches ist höher als bei herkömmlichen Tastaturen, um den verkürzten Hub-Weg zu kompensieren, was ein sicheres Schreibgefühl ergibt.
Beim Spielen kann dieser Widerstand aber stören: Während ich Banishers spielte, kam mir der abverlangte Druck auf Dauer zu hoch vor, besonders bei längeren Strecken mit der W-Taste.
Um zu Sprinten, muss zusätzlich zu W
auch noch Shift
gedrückt werden. Vor allem bei dieser Taste fiel mir ein widerstrebendes Feedback auf, insbesondere bei seitlichem Antippen.
Die Ursache liegt nicht nur im taktilen Widerstand der braunen Schalter: Sie sind auch nicht sehr leichtgängig, sondern etwas kratzig.
Trotzdem sind diese Low-Profile-Switches meinem Eindruck nach etwas geschmeidiger als bei älteren flachen Logitech-Modellen wie die G915 und G815.
Hot-Swap wäre sinnvoll gewesen, um die Taster selbstständig schmieren oder wechseln zu können.
Spezifikationen
- Verbindung: Kabel, Bluetooth, Lightspeed (Funk)
- Auslösekraft: 43 g (Linear), Taktil (45 g)
- Akkulaufzeit: ca. 36 Stunden
- Tastenkappen: Double-Shot-PBT (können ausgetauscht werden)
- Beleuchtung: Ja, RGB (über G-Hub anpassbar)
- Software: G-Hub
- Variationen: Schwarz oder Weiß, mit taktilen oder linearen Schaltern
- Abmessungen: 368 x 150 x 22 mm
- Gewicht: 880 g
- Lieferumfang: Tastatur, abnehmbares USB-A auf USB-C Lade- und Datenkabel (1,8 m), USB-Dongle, USB-Verlängerungskabel, Bedienungsanleitung
Preis und Verfügbarkeit
- Release: bereits erfolgt (25. Juni 2024)
- Preis: 149,99 Euro (UVP)
So habe ich getestet
Ich hatte die Logitech G515 Lightspeed TKL ungefähr einen Monat lang im Einsatz. Während dieser Zeit erledigte ich mit ihr acht Stunden täglich meine Büroarbeit. Nach Feierabend und an den Wochenenden spielte ich mit ihr. Darunter waren viele kleinere Indie-Titel, das Action-Adventure Banishers und ein paar kurze Runden in Counter-Strike 2.
Solltet ihr euch die Logitech G515 Lightspeed TKL kaufen?
Die Logitech G515 Lightspeed TKL lohnt sich für euch, wenn ihr ...
- eine ultraflache Gaming-Tastatur sucht, Platz sparen wollt und auf Handballenauflagen lieber verzichtet
- Vielschreiber seid, die keinen Nummernblock brauchen
- eine kabellose Tastatur mit ordentlicher Akkulaufzeit und verschiedenen Anschlussoptionen wollt
Mögliche Low-Profile-Alternativen zur Logitech G515 Lightspeed TKL
- Logitech G915 Lightspeed TKL: Dieses Modell gehört auch 2024 noch zu den besten Low-Profile-Gaming-Tastaturen. Es gibt sie als Vollformat und als TKL-Variante. Das Gehäuse ist aus gebürstetem Aluminium.
- Keychron K1 Max QMK Wireless: Dank Hot-Swap ist die Tastatur hochgradig individualisierbar.
- MSI Vigor GK50 Low Profile: Preiswert und mit speziellem Look überzeugt diese Gaming-Tastatur im Vollformat und mit einer Basisplatte aus Metall.
In unserer großen Kaufberatung findet ihr zahlreiche weitere Alternativen:
Die Logitech G515 Lightspeed TKL ist eine gute Wahl für Vielschreiber und Gelegenheitsspieler. Mit 2in1-Wireless-Paring und mehreren Verbindungsoptionen werden sowohl Büro-, als auch der Gaming-Alltag erleichtert.
Ihr 80%-Format in Kombination mit der flachen Bauweise erzeugt einen eleganten, gelenkschonenden Gesamteindruck.
Für rund 150 Euro ist die Tastatur allerdings kein Schnäppchen. Zu dem Preis kann man erwarten, dass die Tasten besser gleiten und die Tertiärbeschriftungen nicht nur aufgedruckt sind. Eine massivere Basisplatte, FN-Lock und Hot-Swap hätten die Tastatur weiter aufgewertet.

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