Mit dem letzten Addon für The Witcher 3, Songs of the Past, lässt das polnische Studio CD Projekt die bislang genutzte, hauseigene Red Engine hinter sich. Sowohl The Witcher 4 als auch der kommende Cyberpunk-2077-Nachfolger sollen künftig auf die Unreal Engine setzen.
Damit spart sich das Studio die Arbeit an einer eigenen Engine, in die neues Personal erst mühsam eingearbeitet werden müsste. Die Entwickler, die dadurch frei werden, können künftig direkt an den kommenden Spielen mitarbeiten, statt erst einmal ein Technik-Gerüst bauen zu müssen. Vor allem wegen dieser Entlastung wird die Unreal Engine immer mehr zum Branchen-Standard; nicht nur bei CD Projekt.
An dieser Entscheidung regt sich allerdings auch Kritik von Spielern. Viele empfinden die Unreal Engine gerade bei weitläufigen, offenen Rollenspielwelten als enormen Performance-Fresser. Die Engine sei nicht für Open Worlds gemacht.
Zudem sei der Look der Spiele durch das geteilte technische Grundgerüst auch sehr ähnlich; die Rede ist häufig von einem austauschbaren, klinischen Unreal-Look. Als Beispiele dafür werden etwa das Oblivion Remaster, Avowed oder das jüngste Halo Remake herangezogen.
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The Witcher 3 - Vorschau-Video zu Remaster & Songs of the Past
Witcher 4 wird kein beliebiges UE5-Spiel
CD Projekt ist sich der Kritik an der neuen Engine durchaus bewusst, verspricht seinen Fans aber, dass The Witcher 4 ganz sicher nicht einfach wie das nächste beliebige Unreal-Engine-Spiel aussehen soll. Der Schlüssel dazu liege laut Studio-Chef Michał Nowakowski in der Optimierung und dem, was das Team später auf dieses Unreal-Grundgerüst draufbauen werde.
Damit werde das Team seinen ganz eigenen optischen Stil finden, verriet der Chefentwickler im Gespräch mit The Game Business:
Das Thema optische Einzigartigkeit war eine wichtige Frage, die wir uns immer wieder gestellt haben, denn es ist essenziell, bei der Optik unserer kommenden Spiele und dem cineastischen Eindruck, den das Ganze vermittelt, neue Maßstäbe zu setzen.
Tatsächlich war das während der frühen Entwicklungsphase ein großes Fragezeichen: ob die Unreal Engine 5 dafür geeignet sein würde oder nicht. Wir haben uns all diese Fragen wirklich gestellt, und in einigen Fällen lautete die Antwort: Noch nicht.
Aber gemeinsam mit Epic können wir es bis dahin bringen. Ich weiß, als wir diesen Wechsel vollzogen haben, sagten die Leute: Oh, das wird wieder ein Spiel, das nach Unreal aussieht. Aber das wird es nicht sein. Wir werden uns wirklich von anderen abheben. Die Leute werden spüren, dass es immer noch ein CDPR-Spiel ist. Dann wird die Technologie, die dahintersteckt, aus Fan-Perspektive eigentlich irrelevant sein.
- Michał Nowakowski (CEO, CD Projekt)
Leicht habe man sich die Entscheidung für den Umstieg nicht gemacht, sondern immer wieder Kosten und Nutzen abgewägt. Denn auch mit einer eingekauften Engine müsse man zunächst das Personal anlernen und neue Arbeitsabläufe etablieren. Insgesamt ist der Studio-Chef aber davon überzeugt, dass Witcher 4 vom Wechsel auf die Unreal Engine deutlich profitiert.
Ein Releasedatum für den vierten Teil der Hexer-Saga hat CD Projekt bislang nicht kommuniziert; vor Kurzem teilte das Studio mit, man peile grob das Jahr 2028 für eine Veröffentlichung an. Allerdings sollen sich die Fehler von Cyberpunk 2077 nicht wiederholen; das Spiel soll erst erscheinen, wenn es auch wirklich fertig sei.
Witcher-Fans dürfte in der Zwischenzeit aber nicht langweilig werden. Schon diesen Monat soll The Witcher 3 ein umfangreiches Remaster erhalten, das als technische Grundlage für den kommenden dritten DLC Songs of Past dient. Dieser soll dann 2027 folgen.
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