Die Übersetzungstechnik hat in den vergangenen Jahren gigantische Sprünge gemacht – vor allem durch immer bessere KI-Modelle.
Ich erinnere mich noch gut an einen Korea-Urlaub vor mehreren Jahren, in dem ich verschiedene Übersetzungs-Apps verwendet habe, um mit Personen reden zu können, die kein Englisch sprechen konnten. Die Anwendungen hatten damals zwar bereits gut funktioniert, längere Unterhaltungen und schnelle Übersetzungen konnte ich damit aber vergessen.
Dass Übersetzungsgadgets heute deutlich besser funktionieren, hat Linh bereits vor einigen Monaten in einem Gesprächstest mit seiner Mutter herausgefunden. Nun wagt sich Timekettle den nächsten Schritt und liefert mit dem X1 Meeting Interpreter Hub
ein Gerät, das speziell für Präsentationen, Meetings und den Büroalltag gedacht ist.
Im Gespräch mit Freunden sind mir gleich mehrere Anwendungsmöglichkeiten eingefallen, bei denen das Übersetzungsgadget zum Einsatz kommen könnte – sofern das Gerät natürlich hält, was es verspricht. Um das zu überprüfen, habe ich ein Testgerät bei Timekettle angefragt und mich in den Selbstversuch gewagt.
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Star Trek lässt grüßen: Das Potenzial von KI-Übersetzung
Kennt ihr die Universalübersetzer aus Star Trek? Genau dieses Gefühl vermittelt das Gadget auf den ersten Blick. Beim X1 Hub von Timekettle läuft die Kommunikation zwar mit einer minimalen Verzögerung, aber der Ansatz ist extrem nah dran.
Um das Gadget in einem echten Arbeitsszenario zu testen, habe ich das Tool in unsere täglichen Redaktions-Meetings zwischengeschaltet. Die sind zwar auf Deutsch, aber für mein Experiment habe ich mir die Gespräche per Bluetooth live auf Englisch in den Kopfhörern spielen lassen. So konnte ich direkt überprüfen, wie präzise und geschmeidig die Übersetzung arbeitet.
Und ich muss ehrlich sagen: Die Geschwindigkeit hat mich beeindruckt. Zwar gibt es eine kleine Verzögerung von etwa einer Sekunde, doch die stört im Gesprächsfluss überraschend wenig. Auch bei längeren Sätzen oder wenn mehrere Personen gesprochen haben, hat die KI problemlos verstanden, was gesagt wurde, und die passende Übersetzung geliefert.
Vereinzelte Patzer gab es nur bei unsauberer Aussprache oder Dialekten. Da die Sätze im Großen und Ganzen aber verständlich blieben, konnte ich mir den eigentlichen Begriff immer leicht aus dem Kontext erschließen.
Ein nettes Extra: Auf dem Display des Hubs läuft ein Live-Protokoll mit. Wer also mal kurz abgelenkt ist oder wegen der leichten Verzögerung etwas nachlesen möchte, wirft einfach einen Blick auf den Bildschirm.
Ein genialer Ansatz mit Stolpersteinen
Aus meiner Sicht liegt der sinnvollste Einsatz genau hier: im internationalen Büroalltag. Wenn im Meeting nicht alle die Sprache vollständig verstehen, schaltet man den Hub ein und hört oder liest problemlos mit.
Besonders stark für Unternehmen ist die Möglichkeit, das Gerät vollkommen offline zu nutzen – ohne Serverupload und mit bestmöglicher Datensicherheit, zumindest so lange auf eines der verfügbaren Offline-Sprachpakete zurückgegriffen wird.
Diese sind nämlich an Doppel-Kombinationen gebunden, die immer Englisch oder Chinesisch beinhalten. Heißt: Wenn ihr etwa Deutsch auf Spanisch übersetzen wollt, schaut ihr vergebens in die Röhre. Das schränkt die Flexibilität stark ein und muss von Timekettle dringend nachgebessert werden, wenn das Gerät im Berufsalltag ankommen soll.
Ebenfalls spannend ist die Möglichkeit, mehrere Hubs untereinander oder mit der PC-Software zu verbinden, um mehrsprachige Übersetzungen für Rückfragen zu fahren. Hier gibt es ebenfalls einen Haken, und der liegt am Preis. Um ein Meeting in drei Sprachen zu ermöglichen, etwa Deutsch, Englisch und Spanisch, braucht ihr nämlich gleich drei Geräte – was bei 700 Euro pro Gadget ganz schön ins Geld geht.
Etwas genervt hat mich zudem ein technischer Bug, der dafür gesorgt hat, dass ich bei einem meiner zwei Testgeräte einen ständigen Signalton für eine angebliche Neuverbindung der Kopfhörer bekommen habe – obwohl die Verbindung dauerhaft stabil war und ich alle Funktionen des Gadgets weiterhin nutzen konnte. Im dauerhaften Einsatz wären so ein ständiges Piepen in Kombination mit der Verzögerung ein absoluter K.-o.-Tropfen.
Ein kurzer Exkurs zu den anderen Features des X1 Hub:
Der Hub besitzt neben den Funktionen, die extra für den Meeting-Hub geschaffen wurden, auch einige weitere Features, die teilweise schon von anderen Geräten der Marke bekannt sind. Diese funktionieren mal mehr und mal weniger gut, wobei ich zunächst auf die zwei best funktionierenden Features eingehe.
- Listen & Play: Dieser Modus übersetzt durch reines Zuhören. Ich habe mir Pressekonferenzen und Videos auf Japanisch und Russisch angesehen und das Ergebnis mit anderen Tools abgeglichen. Die Übersetzung war dabei besonders akkurat und besser als in den Meetings.
- Ask & Go: Wie der Name verrät, übersetzt der Modus Eingesprochenes und gibt den Text über die Lautsprecher des Hubs aus. Übersetzungen waren während meines Tests präzise und schnell. Ein Gamechanger ist das allerdings nicht, da Apps wie DeepL oder Google-Übersetzer genauso gut sind.
Die größte Enttäuschung ist für mich der One-on-One-Modus. Dahinter steckt der von anderen Timekettle-Produkten bekannte Modus für direkte Gespräche zwischen zwei Personen. Während Linhs Test mit seiner Mutter sehr gut verlief und auch Ursula bei der IFA von der Technik begeistert war, hat die Übersetzung beim X1 Hub so gut wie gar nicht funktioniert.
Trotz der Garantie des Herstellers, bis zu 96 Akzente zu verstehen, war selbst bei der größten Mühe für eine saubere Sprache Hopfen und Malz verloren. Immer wieder hat das Gadget falsche Übersetzungen geliefert oder ganze Inhalte halluziniert.
Ein gutes Beispiel dafür: Als ich einen russischsprachigen Kumpel nach seinen Wochenendplänen gefragt habe, antwortete er, dass er in die Nachbarstadt fahre, um einkaufen zu gehen. Das Gerät übersetzte darauf hin, dass er in die Nachbarstadt fahre, um Kaffee zu trinken und Geschäfte zu kaufen
. Neben der falschen Übersetzung wurde der Teil mit dem Kaffeetrinken hinzugedichtet. Ein Fehler, der auch in anderen Sprachen passiert ist.
Trotz aller Kritik: Ich glaube an die Zukunft der Technik
Es wäre gelogen, wenn ich nicht sagen würde, dass ich mir mehr von dem X1 Meeting Hub von Timekettle versprochen hätte. Dennoch lässt mich die Erfahrung mit einem positiven Gefühl zurück. Denn auch wenn es einige Stolpersteine gibt und das Gadget bei der Personengesprächs-Funktion wirklich versagt hat, hat die Kernfunktion für Meetings beeindruckend gut funktioniert.
In einer immer internationaler werdenden Arbeitswelt mit vielen Unternehmen, die an Standorten auf der gesamten Welt arbeiten, kann ein solches Tool für echte Veränderung sorgen. Englisch ist zwar eine gute Grundlage, mit der man weit kommt, reicht in der Praxis aber nicht immer aus.
Während unseres Gesprächs im Freundeskreis zu den Möglichkeiten des Gadgets erzählen mir einige, dass sie in ihrem Job gelegentlich Kollegen aus Spanien oder Indien bekommen, die nur gebrochen Englisch sprechen und in komplexen Meetings kaum folgen können. Hier findet eine Technologie, wie sie Timekettle anbietet, Platz.
- Ich hatte auf der IFA einen KI-Übersetzer im Ohr und konnte plötzlich Chinesisch sprechen
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Gerade bei regelmäßigen Meetings ist es auf lange Sicht wahrscheinlich sinnvoller, in bestimmten Sprachangeboten nachzuschulen. Aber wenn man nur einmal im Jahr zu einem Meeting, etwa mit chinesischen Partnern, muss, eine Präsentation im Ausland hält oder eine internationale Konferenz besucht, ist so eine Technik aus meiner Sicht einfach nur genial.
Am Ende bleiben natürlich noch offene Fragen beim Datenschutz, den Anschaffungskosten und der Verlässlichkeit der KI. Mit dem aktuellen Ansatz geht Timekettle aus meiner Perspektive aber definitiv in die richtige Richtung für die Kommunikation der Zukunft – auch wenn bis dahin noch ein Stück Arbeit wartet.





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