Sport und Bewegung ziehen sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Durch Breaking und Tricking habe ich vor Jahren den Großteil meines heutigen Freundeskreises kennengelernt – Menschen, mit denen ich mich heute so tief verbunden fühle wie mit meiner eigenen Familie. Bewegung ist für mich nie nur Mittel zum Zweck gewesen, sondern Leidenschaft und Gemeinschaft.
Bevor ich als Redakteur bei GameStar Tech eingestiegen bin, habe ich über zehn Jahre als Trainer und Leiter in einem gesundheitsorientierten Fitnessstudio gearbeitet. Ich kenne die Trainingsfläche in- und auswendig, habe Hunderte Menschen betreut und weiß, was es braucht, um langfristig fit zu bleiben.
Heute teste ich beruflich modernste Hardware und Gadgets, von Smartwatches über Wearables bis hin zu Exoskeletten. Versteht mich also nicht falsch: Ich verteufle Fitness-Technologie keineswegs.
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Wer laufen geht, Rennrad fährt oder seinen Puls beim Ausdauersport im Blick behalten will, profitiert enorm von modernen Smartwatches und Tracking-Apps. Für Cardio und Ausdauer nutze auch ich die digitale Unterstützung gerne.
Doch sobald ich ein Paar Kurzhanteln in die Hand nehme oder an der Klimmzugstange hänge, schalte ich auf komplett analog um. Wenn es um reines Krafttraining geht, haben Apps und smarte Gadgets für mich aus zwei einfachen Gründen Hausverbot.
Viel Ablenkung, kein echter Mehrwert
Ich habe es wirklich versucht. Ich habe mein Training akribisch mit Tracking-Apps wie Hevy strukturiert, habe Sätze, Wiederholungen und meine Herzfrequenz mit der Smartwatch aufgezeichnet. Das Ergebnis: Frust statt Fokus.
Anstatt mich in den Satzpausen mental auf die nächste schwere Übung vorzubereiten, war ich permanent damit beschäftigt, Daten einzutippen, nach Übungen in der Datenbank zu suchen oder mich darüber zu ärgern, dass die Uhr wieder einmal Wiederholungen falsch gezählt oder eine Übung gar nicht erst erkannt hat.
Beim Krafttraining will ich mich auf mein Muskelgefühl und meine Technik konzentrieren, gedanklich abschalten und nicht im Minutentakt auf einen Bildschirm starren. Mein Kumpel und Trainingspartner hat es sehr treffend in zwei einfachen Worten zusammengefasst: »Einfach Ballern.«
Die harte Realität ist: Das ganze Tech-Zeug hat mein Krafttraining nicht um einen einzigen Prozentpunkt effektiver gemacht. Es hat mir schlichtweg Zeit und Fokus gestohlen.
Am Ende entscheiden drei Dinge über deinen Erfolg an den Gewichten:
- Regelmäßigkeit
- Die richtige Ernährung
- Die passende Intensität
Für keines dieser Fundamente ist eine App essenziell.
Das Training ist mein persönlicher Digital Detox
Wie die meisten von uns verbringe ich täglich etliche Stunden vor Bildschirmen – durch meinen Job im Tech-Ressort gilt das für mich ganz besonders. Umso wichtiger ist für mich das Krafttraining als bewusste Auszeit von der digitalen Welt.
Das ist übrigens auch der Grund, warum ich trotz einer soliden Ausrüstung zu Hause extrem ungern im Home-Gym trainiere.
Nach dem Feierabend muss ich raus. Ich brauche den räumlichen Tapetenwechsel und einen Ort, der ausschließlich für die Bewegung reserviert ist – egal ob Fitnessstudio, eine grüne Wiese, ein Calisthenics-Park oder eine Turnhalle. Ganz gleich, ob ich an Maschinen trainiere, mich beim Tricking durch die Luft drehe oder beim Calisthenics an Eisenstangen hänge: Hier zähle nur ich und mein Körper.
Mein Kollege Aaron hat hingegen über 40 Apps für sein Training ausprobiert: Bevor ihr Geld für Fitness-Apps ausgebt: Nach über 40 Apps habe ich gute Nachrichten für euch
Auf den Körper hören, statt auf eine Uhr
Zugegeben: Zu Beginn der Trainingsreise oder bei sehr spezifischen Hypertrophie-Zielen kann das genaue Tracken von Sätzen und Gewichten extrem wertvoll sein. Progressive Überlastung ist das A und O: Man muss wissen, was man beim letzten Mal bewegt hat, um Reize zu setzen.
Heute trainiere ich jedoch nicht mehr, um neue Rekorde aufzustellen oder maximal Masse aufzubauen. Ich trainiere, um fit, schmerzfrei und beweglich zu bleiben, damit ich meine Leidenschaften wie Tricking noch viele Jahre ausüben kann.
Solange ich schwer, intensiv und mit sauberer Form trainiere und mich immer wieder neu herausfordere, werde ich Fortschritte machen. Ist eine Übung zu leicht, mache ich sie schwerer. Fühle ich mich platt, dann fahre ich das Gewicht zurück. Smartwatches können Daten sammeln, aber sie ersetzen kein echtes Körpergefühl; genau dieses Gefühl ist am Ende des Tages mein bester Trainingspartner – und der gute Tobi, dessen Rat ich heute gerne befolge: »Einfach Ballern«.

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