Trotz Fokus auf HBM2 - AMD hält sich GDDR6 als Alternative offen

Obwohl AMD bereits vor einer Weile angekündigt hatte, sich zukünftig auf HBM2 als Speicher für die hauseigenen Grafikchips zu konzentrieren, sieht sich der Entwickler wohl nach einer Alternativlösung um.

von Sara Petzold,
04.12.2017 15:37 Uhr

Die Radeon RX Vega 56 setzt wie bereits die Fury-Karten auf HBM2-Speicher.Die Radeon RX Vega 56 setzt wie bereits die Fury-Karten auf HBM2-Speicher.

Update, 04.12.2017: Gegenüber der Webseite Wccftech hat AMD jetzt offiziell bestätigt, dass man tatsächlich an der Entwicklung von Grafikkarten mit GDDR6-Speicher arbeitet. Allerdings will AMD den Einsatz von GDDR6 auf Grafikkarten unterhalb des High-End-Segments beschränken. AMD plant nach eigener Aussage außerdem, im kommenden High-End-Bereich (Navi-Generation) weiterhin am HBM2-Standard festzuhalten und vorerst (noch) nicht auf HBM3 zu setzen.

Orginalmeldung: Als AMD vor einiger Zeit ankündigte, bei der Entwicklung von Grafikchips zukünftig auf HBM(2)-Speicher setzen zu wollen, prognostizierten Experten, dass der Grafikkarten-Hersteller langfristig noch eine Alternativlösung präsentieren würde. Wie die Webseite 3DCenter berichtet, gibt es jetzt Hinweise darauf, dass AMD in Zukunft neben HBM auch auf GDDR-6-Speicher setzen könnte.

GDDR 6 als günstige Alternative zu HBM2

Das Linked-In-Profil des AMD-Mitarbeiters Daehyun Jun deutet an, dass AMD bereits seit längerem an einem passenden DRAM-Controller für GDDR6 arbeitet. GDDR6, das ab Anfang 2018 großflächig verfügbar sein sowie mit einem GPU-Interface mit bis zu 384 Bit und einem Speichertakt von bis 4.000 MHz ausgestattet sein soll, dürfte eine kostengünstige Alternative zum HBM-Speicher darstellen, den AMD aktuell unter anderem in den Grafikkarten der Radeon-RX-Vega-Reihe einsetzt.

Während die Vorteile des HBM-Speichers vor allem in der Platzersparnis und dem geringeren Stromverbrauch liegen, dürfte sich der GDDR6-Speicher durchaus mit der Leistung des HBM-2-Speichers messen können. Momentan ist allerdings noch unklar, welche Speichermengen beim GDDR6-Speicher realisierbar sein werden.

Weil AMD außerdem noch keine Grafikkarten angekündigt hat, die auf den GDDR6-Speicher setzen, bleibt abzuwarten, ob und wenn ja in welchen Preisbereichen die Entwickler GDDR6 als Alternative zu HBM2 einsetzen werden.

In Anbetracht der aktuell offenbar vergleichbaren Leistung beider Speichersysteme und der geringeren Kosten des GDDR6-Speichers stellt letzterer für AMD aber zumindest für die nahe Zukunft wohl eine sinnvolle Option dar. Hauptkonkurrent Nvidia hat HMB-Speicher bislang nicht in seinen Geforce-Karten eingesetzt, nennenswerte Nachteile hat das aber nicht bedeutet.

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