Ukraine-Konflikt: Immer mehr große Hardware-Hersteller stoppen Verkäufe nach Russland

Nachdem bereits große Namen wie AMD und Intel ihre Verkäufe nach Russland im Zuge des Krieges in der Ukraine unterbunden haben, folgen viele weitere.

von Kay Nordenbrock,
09.03.2022 12:02 Uhr

Durch die von den USA, der EU und dem Vereinigten Königreich Großbritannien verhängten Sanktionen haben bereits einige Hardwarehersteller die Verkäufe an Russland gestoppt. Zusätzlich hat der ukrainische Vize-Premierminister Mykhailo Fedorov einige der größten Hardware-Unternehmen direkt angesprochen, damit sie die Verkäufe an russische Kunden unterlassen. 

Über einige Hardwarehersteller, die die Verkäufe aussetzen, hatten wir bereits berichtet. Mittlerweile sind noch mehr große Namen dazu gekommen. Microsoft hat in einem Statement angekündigt, dass alle neuen Verkäufe nach Russland gestoppt werden. Dazu gehören das Windows Betriebssystem, die Unternehmenssoftware und auch die Xbox-Konsolen. 

Kurz nach dem Verkaufsstopp von Microsoft wendete sich der ukrainische Vize-Premierminister in einem offenen Brief via Twitter an das Unternehmen. In diesem dankt er Microsoft für die Schritte, die bereits eingeleitet wurden, fordert Microsoft aber auch auf, russische Nutzer vom technischen Support und Wartungsservice für Dienste wie Teams, Skype, Github und Microsoft 365 auszuschließen.

Wichtiger Hinweis: Der Ukraine-Krieg belastet uns alle und macht uns Angst. Ihr seid damit nicht allein. Lasst euch bitte helfen, wenn es euch zu viel wird und ihr jemandem zum Reden braucht:

Telefonnummern der Deutschen Telefonseelsorge:
0800 / 111 0 111
0800 / 111 0 222
116 123 116 111 (Nummer speziell für Kinder und Jugendliche)

Online-Angebot der Deutschen Telefonseelsorge:

online.telefonseelsorge.de

Krisenchat für junge Menschen unter 25:

https://krisenchat.de/

Ebenfalls Ansprechpartner bei Angst und Panik ist das Hilfe-Telefon „Mutruf“. Den Verein erreichen ihr telefonisch unter dieser Nummer:
04191 / 27 4928 0

Alle Angebote sind für euch kostenfrei.

Nvidia und Apple leiten ebenfalls Schritte ein

Dem Magazin PCMag zufolge stoppt auch Nvidia, der weltweit größte Grafikkartenhersteller, die Verkäufe nach Russland. Demnach sagte ein Sprecher von Nvidia: Wir verkaufen nicht nach Russland. Gründe dafür hat er nicht genannt, der Stopp soll aber alle Nvidia-Produkte betreffen. 

Unklar ist hingegen, ob das auch für Grafikkarten-Händler gilt, die Nvidias Chips verwenden. So könnten Nvidias GPUs trotzdem über Anbieter wie Asus, MSI oder andere Anbieter nach Russland gelangen, sofern sie den Verkauf nicht ihrerseits unterbinden.

Auch Apple hat Verkäufe an Russland gestoppt und schränkt einige Dienste dort ein. Das geht aus einem Statement des Unternehmens gegenüber Buzzfeed hervor. Dazu sind die Apps der russischen News-Outlets RT News und Sputnik News nicht mehr im App-Store außerhalb Russlands verfügbar. Außerdem hat Apple Verkehrsupdates und Live-Vorfälle auf Apple-Maps deaktiviert, um ukrainische Bürger zu schützen.

Auch Samsung schließt sich den Sanktionen an

Der koreanische Chip- und Hardware-Riese Samsung schließt sich den Sanktionen ebenfalls an. Laut Bloomberg betrifft das die Einfuhr von Smartphones und Chips nach Russland, wo Samsung der größte Anbieter von Smartphones ist.

Der Stopp erfolge zwei Tage nachdem der ukrainische Vize-Premierminister das Unternehmen in einem offenen Brief auf Twitter um Unterstützung gebeten hatte: 

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Twitter angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum Twitter-Inhalt

In dem Schreiben fordert er ebenfalls, dass Samsung den Zugang zu Diensten wie Samsung-Pay, dem Samsung-Galaxy Store und Samsung Shop blockiert. Ob Samsung darauf reagiert, ist bisweilen unklar. 

Neben Hardwareherstellern reagieren auch Spieleentwickler auf den Konflikt und bieten ihre Hilfe an, außerdem gibt es ein großes Spiele-Bundle mit fast 600 Titeln für zehn Euro, dessen Erlös zur Unterstützung der Ukraine eingesetzt wird: 

Warum keine Kommentare?
Aufgrund des zu zu erwartenden Moderationsaufwands haben wir uns entschieden, bei dieser News den Kommentarbereich zu schließen und ihn nicht ins Forum auszulagern.