Ein Handy-Tarif ganz ohne Datenlimit, nutzbar in 100 Ländern, für 10 Euro im Monat: Das verspricht der neue Mobilfunkanbieter Simsalasim. Mit Einschränkungen ist er dennoch verbunden, und frei buchen lässt sich der Tarif bisher nicht.
Was ihr für 10 Euro bekommt
Simsalasim bietet genau einen Tarif an: 10 Euro im Monat, ohne Mindestlaufzeit und ohne Aktivierungsgebühr. Enthalten sind unbegrenzte Daten in 100 Ländern – Deutschland und 99 weiteren – mit 5G, wo verfügbar. Telefonate und SMS laufen in 50 Ländern unbegrenzt, ebenso zu allen anderen Simsalasim-Nutzern.
Bei Daten zählt, wo euer Handy gerade ist, bei Telefonaten dagegen die gewählte Nummer. Laut Anbieter gibt es bei normaler Nutzung kein Datenlimit und keine Drosselung, weder zu Hause noch im Ausland. Gekündigt wird monatlich in der App, ohne Frist und ohne Gebühr.
Reist ihr in ein Land außerhalb der 100, braucht ihr einen Data Pass aus der App: eine Einmalzahlung mit fester Laufzeit, die sich nicht automatisch verlängert. In einigen wenigen Ländern gibt es gar keinen Service.
Warum der Tarif so günstig sein soll
Den Preis begründet Simsalasim mit einem Neuanfang: Das Netz sei auf heutiger Technik neu gebaut, daraus ergebe sich der Preis. Konkret betreibt das Unternehmen den Kern seines Mobilfunknetzes nach eigenen Angaben selbst und verbindet sich in jedem Land mit lokalen Netzen. Klassische Anbieter trennen dagegen Inlandstarif und Roaming; bei Simsalasim gilt derselbe Tarif zu Hause und im Ausland ohne Roaming-Aufschlag.
Einrichtung, Kündigung und Rufnummernmitnahme laufen komplett über die App, Fragen beantwortet zuerst ein KI-Assistent, einen Menschen gibt es auf Nachfrage. Das alles beruht bisher auf Angaben des Anbieters.
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Wo die Grenzen liegen
Ganz ohne Regeln kommt der Tarif nicht aus. Er ist für ein Smartphone gedacht: Tethering ist ausdrücklich erlaubt, ihr könnt das Handy also als Hotspot für Laptop oder Tablet nutzen, ohne Aufpreis und ohne Drosselung. Erste Medienberichte hatten das noch ausgeschlossen, auf der Website steht es inzwischen anders. Einen festen Internetanschluss ersetzt der Tarif nicht.
Router, Server-Boxen und dauerhaftes Tethering als Ersatz für das Netz zu Hause oder im Büro schließt Simsalasim aus. Solche Nutzung kostet nie extra.
Hinzu kommen technische Voraussetzungen: Simsalasim gibt es nur als eSIM, eine physische SIM-Karte ist nicht vorgesehen. Euer Handy muss eSIM unterstützen und ohne SIM-Lock sein, genannt werden etwa iPhone XR, Galaxy S20 und sowie Pixel 3 – oder jeweils neuer. Der Tarif gilt für ein Handy, ein zweites oder Ersatzhandy geht nicht; eine Smartwatch lässt sich laut Startseite mitnutzen. Zur Geschwindigkeit macht Simsalasim auf Startseite und in der Hilfe keine Angaben.
Wann ihr den Tarif buchen könnt
Frei buchbar ist der Tarif noch nicht. Ein Sprecher hat Finanztip bestätigt, dass seit Anfang Oktober ausgewählte Kunden testen und sich der Tarif in den folgenden Wochen für alle öffnen sollte. Auf der Website können sich Interessierte derzeit nur auf eine Warteliste setzen, laut Anbieter ohne Zahlungsverpflichtung. Einen Starttermin nennt Simsalasim auf Startseite und in der Hilfe nicht. Abgerechnet wird am Ende des ersten Monats, der Tarif startet mit der ersten Netzverbindung.
Ob Simsalasim bei Geschwindigkeit und Netzqualität hält, was es verspricht, lässt sich erst mit einem frei buchbaren Tarif prüfen. Interessant wird das vor allem für alle, die am Monatsende nach verbrauchtem Volumen auf 32 oder 64 kbit/s gedrosselt werden, wie es Provider in Deutschland oft handhaben – auch Südkorea hat sich mit dem Problem zuletzt per Gesetz befasst.
Jetzt seid ihr gefragt. Was haltet ihr vom Angebot von Simsalasim? Benötigt ihr unbegrenztes Datenvolumen oder kommt ihr mit dem von euch gebuchten Tarif zurecht? Glaubt ihr, der Anbieter könnte so auf dem deutschen Markt aufräumen? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare.

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