Wer Valve kennt, weiß, dass das Studio hinter Half-Life und Portal immer nur zwei Hauptspiele in einer Reihe entwickelt. Über das fehlende Half-Life 3 scherzen wir bis heute in der Redaktion, wenn es etwa um Bereitschaftsdienste geht. Hier hält es meist als Beispiel her, dass immer auch unvorhersehbare Dinge passieren könnten.
Ein drittes Portal blieb aber genauso aus und dabei waren wir 2007 so kurz davor, ein Prequel zur Story um Aperture Science zu bekommen. Unter dem Codenamen F-Stop werkelte Valve nach dem ersten Spiel an einer Vorgeschichte mit ganz eigenen Mechaniken. Playtester waren allerdings nicht wirklich überzeugt und so wurde das Projekt eingestampft, um mit Portal 2 eine konservativere Fortsetzung zu entwickeln.
19 Jahre später gelang es Fans, F-Stop mittels Valve-Leaks wieder zu einem funktionstüchtigen Spiel zusammenzusetzen.
Portal-Prequel F-Stop neu aufgebaut
Bei der jetzt spielbaren Version von F-Stop handelt es sich nicht um einen durchgesickerten Build des Originals, sondern vielmehr um einen Nachbau, der auf Leaks basiert. Zu diesen Leaks gehören:
- Der 12 TB große Steam-Leak von August 2026: die Datenpakete enthielten alte Versionen von Portal 2, in denen noch Dateireste von F-Stop zu finden waren
- VMF-Dateien von Valve, also unkompilierte Rohdateien des hauseigenen Level-Editors
- Der Quellcode von F-Stop
Die letzten beiden Punkte tauchten offenbar erst vor wenigen Tagen auf dem Discord-Server des Fan-Projekts auf, das sich dem gestrichenen Content von Valve widmet. Die Community, die sich Portal Series Beta Research nennt, fügte die Puzzleteile zu einem funktionierenden Build zusammen. Unter Project 2008 sollen darauf basierend in Zukunft auch noch neue Inhalte entstehen.
Was ist F-Stop für ein Spiel?
Das Grundgerüst von F-Stop entspricht aber dem Design-Konzept von Valve. Im Rahmen der »Directed Design Experiments« experimentierten Gabe Newell und sein Team mit neuen Spielmechaniken. Unter F-Stop entstand ein Prototyp für ein Spiel, welches ähnlich wie die heute bekannten Indiespiele Superliminal und Viewfinder funktionierte:
4:15
Viewfinder hat uns den Kopf verdreht und das Video wird mit euch das Gleiche tun
Mittels Handkamera konnte man im Spiel Fotos von Objekten und Umgebungen machen und diese durch Ändern der Perspektive vergrößern oder verkleinern. Mit der Erlaubnis von Valve veröffentlichte das Indie-Studio Lunchhouse Software vor einigen Jahren eine Doku-Reihe mit Gameplay von F-Stop, von der ihr Ausschnitte noch heute auf YouTube begutachten könnt (zum Beispiel auf dem Kanal von MinnMax).
Newell soll diesen Prototypen so gefeiert haben, dass er daraus ein Prequel zu Portal machen wollte. Ein ganzes Jahr wurde weiter daran gearbeitet, doch mit den ersten Playtests verflog die Euphorie.
Die Testpersonen bemängelten, dass zu wenig Portal in F-Stop steckte, denn weder GLaDOS noch die berühmte Portal-Gun spielten eine Rolle. So verschwand das Prequel in der Mottenkiste und Valve entwickelte mit Portal 2 eine direkte Fortsetzung, die auf den Mechaniken des Vorgängers aufbaute.
Während das Foto-Feature nie in einem Valve-Spiel zum Einsatz kam, wurden Teile der Story, des Designs und einige erstellte Assets unter anderem in Portal 2 genutzt. Ganz umsonst war die Arbeit also nicht.

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