Die Angst vor dem digitalen Aus am Monatsende ist ab sofort Geschichte – zumindest für Millionen Smartphone-Nutzer aus Südkorea. Die Regierung des Landes hat diesen Monat ein neues Gesetz verabschiedet, das den unbegrenzten Zugang zum mobilen Internet zum Grundrecht erklärt, berichten Magazine wie Yonhap News und Korea Bizwire einstimmig.
Das zuständige Ministerium für Wissenschaft und IKT verpflichtet die größten Telekommunikationsanbieter des Landes künftig dazu, ihren Kunden nach Aufbrauchen des vertraglichen Highspeed-Volumens dauerhaft und ohne Zusatzkosten eine funktionierende Basis-Datenverbindung zur Verfügung zu stellen, anstatt sie komplett vom Netz zu trennen.
20:10
Profit zu jedem Preis? Warum das Internet stirbt und alle nur zuschauen
Südkorea verpflichtet die großen mobilen Provider
Grundsätzlich gilt, dass die drei großen Provider in Südkorea ihren Kunden einen Basisdienst anbieten müssen und sie nicht länger vom mobilen Internet abschneiden dürfen. Dies dürfe keine zusätzlichen Kosten für die Bürger verursachen.
Anders als in Deutschland, wo Provider ebenfalls oft die Geschwindigkeit drosseln, gilt in Südkorea aber ein weitaus höherer Grenzwert. So sollen die Provider Betroffenen mindestens 400 kbit/s zur Verfügung stellen.
Zum Vergleich: In Deutschland drosseln Provider oft auf das Zehnfache der Geschwindigkeit, üblicherweise auf 32 kbit/s oder 64 kbit/s. Damit dauert selbst das Laden von einfachen Webseiten lange, während Dienste wie Netflix gar nicht mehr genutzt werden können.
Während in Südkorea die staatliche Regulierung die Drosselung regelt, sind deutsche Bürger von den Tarifbedingungen des jeweiligen Providers abhängig. Ob dieser eine Drosselung anstatt einer kompletten Sperre für den Restmonat anbietet, ist daher nur aus dem abgeschlossenen Vertrag erkennbar.
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Laut Yonhap News sollen mehr als sieben Millionen Bürger von der neuen Regelung profitieren.
Während Handynutzer hierzulande am Monatsende nach verbrauchtem Datenvolumen oft in die analoge Steinzeit zurückfallen, macht Südkorea eindrucksvoll vor, wie zeitgemäße digitale Daseinsvorsorge wirklich aussehen könnte.
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