Die US-Sanktionen haben Chinas Fabriken so stark ausgelastet, dass der lokale Chipriese vor der Wahl steht: KI oder Mobiltelefone

Eigentlich sollten die Sanktionen China ausbremsen. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

In China konkurrieren aktuell KI-Unternehmen mit Handy-Herstellern. (Bild: Deepseek und Huawei) In China konkurrieren aktuell KI-Unternehmen mit Handy-Herstellern. (Bild: Deepseek und Huawei)

Seit Jahren möchten die USA den technologischen Fortschritt in China mit verschiedenen Sanktionen ausbremsen. Möglicherweise führen die Maßnahmen aber nur dazu, dass das ostasiatische Land unabhängiger und eigenständiger wird.

Chinas Fabriken laufen auf Hochtouren

Die USA führen seit Jahren einen immer intensiveren »Tech-Krieg« gegen China. Viele chinesische Unternehmen sollen dabei vom Weltmarkt ausgeschlossen werden und man versucht, China den Zugriff auf wichtige Technologien vorzuenthalten.

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Besonders bekannt sind dabei etwa die hohen Zölle und Beschränkungen, die es China nahezu unmöglich machen sollen, Hochleistungs-GPUs von AMD oder Nvidia zu beschaffen. Es gibt aber etwa auch ein Verbot von Lithografie-Systemen der Firma ASML, mit denen China selbst moderne Prozessoren entwickeln könnte.

Die USA möchte damit verhindern, technologisch ins Hintertreffen zu gelangen und im schlimmsten Fall genau die Technik an China zu liefern, die dann wiederum gegen die USA eingesetzt wird. Ob die Maßnahmen fruchten, ist aber umstritten.

Ein neuer Bericht des chinesischen Chipriesen SMIC legt nahe, dass genau das Gegenteil der Fall sein könnte. Demnach sind nicht nur die Gewinne bis 2025 um satte 39 Prozent gestiegen, die Fabriken sind auch zu beeindruckenden 93,5 Prozent ausgelastet.

China scheint also aus der Not eine Tugend zu machen und sich selbst unabhängiger zu machen. Das Fehlen von modernen Lithografie-Systemen bremst die Entwicklung zwar aus, dank großer staatlicher Investitionen gibt es aber dennoch große Fortschritte.

Ein ähnlicher Effekt zeigt sich etwa auch beim Mobilfunkriesen Huawei, der nach dem Ausschluss aus den USA ein komplettes eigenes Ökosystem auf die Beine gestellt hat. Die Erfolge sorgen jetzt aber offenbar auch schon für interne Spannungen.

Da China ebenfalls im KI-Rennen mitlaufen will, entfällt ein großer Teil der Produktion von SMIC mittlerweile auf diese Branche. Das könnte wiederum zu Lieferproblemen bei Huawei führen. Aber auch hier finden sich mittlerweile interne Lösungen.

Ein ganz ähnliches Problem soll es übrigens auch bei Samsung geben. Das südkoreanische Unternehmen gehört zu den wichtigsten Halbleiter-Herstellern der Welt und muss sich ebenfalls entscheiden, ob der KI-Gewinn maximiert werden soll, auch wenn darunter die eigene Handy-Sparte leidet.

Am Ende könnten die Sanktionen und Maßnahmen also wie ein Boomerang zurückkommen. Aktuell haben die USA in einigen Technologien noch die Nase vorn. Das könnte sich in den kommenden Jahren aber ändern.

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