Mit der nächsten USB-Version lässt sich sogar Call of Duty Warzone in nur 6 Sekunden kopieren

Bis zu 120 Gbit/s: Mit einem Trick soll USB4 2.0 noch einmal 50 Prozent schneller werden. So lässt sich sogar das gigantische Call of Duty: Warzone in 6 Sekunden verschieben.

Mit einem Trick wird USB4 2.0 noch schneller. (Bildquelle: Pixabay) Mit einem Trick wird USB4 2.0 noch schneller. (Bildquelle: Pixabay)

Die Ankündigung eines neuen USB-Standards ist noch keine Woche alt, da gibt es bereits erste Berichte, dass USB4 2.0 noch schneller werden könnte als angegeben. In der offiziellen Ankündigung der USB Promoters Group spricht man von 80 Gbit/s. Die Übertragungsrate soll sich aber noch einmal um 50 Prozent steigern lassen. Damit verschiebt ihr bei passender Ausstattung sogar gigantische Spielebrocken in wenigen Sekunden.

Um das zu ermöglichen, greift USB4 2.0 auf einen Trick zurück, den man bereits von USB-C-Hubs kennt. Wie der eigentlich auf die Halbleiterindustrie fokussierte Newsletter Angstronomics berichtet, soll USB4 2.0 so eine ausgehende Übertragungsrate von bis zu 120 Gbit/s erreicht werden.

So soll USB4 2.0 noch schneller werden

Die genaue Erklärung, wie diese hohen Übertragungsraten erreicht werden können, ist etwas technischer: Um Daten zu übertragen, nutzt der aktuelle USB-C-Anschluss vier verschiedene Lanes. Jede dieser Lanes kann bis zu 40 Gbit/s übertragen, wobei jeweils zwei von ihnen für das Übertragen bzw. Empfangen von Daten verantwortlich sind. So ergibt sich in jede Richtung eine Übertragungsrate von 80 Gbit/s.

Müssen mehr Daten gesendet als empfangen werden, kann USB4 2.0 aber offenbar auf einen Trick zurückgreifen. Hierfür wird eine der empfangenden Lanes umgedreht und zum Senden von Daten verwendet. Mit insgesamt drei übertragenden Lanes wird so eine Ausgangsgeschwindigkeit von 120 Gbit/s erreicht, während die Empfangsrate auf 40 Gbit/s sinkt.

Warum gibt es eigentlich so seltsame USB-Anschlüsse wie USB Typ B?

Angstronomics stützt die Behauptung, dass auch USB4 2.0 über einen solchen asymetrischen Modus verfügt, auf Artikel der chinesischen Webseite Keysight, sowie auf einen mittlerweile gelöschten Tweet des ehemaligen Intel-Managers Gregory M. Bryant. Darin finden sich Hinweise, dass ein derartiger Modus technisch möglich wäre.

Allerdings müsst ihr mehrere Voraussetzungen erfüllen, damit eure Geräte von der schnelleren Übertragungsrate von USB4 2.0 profitieren können. Die von euch verwendeten Kabel müssen natürlich USB4 2.0 unterstützen, wobei das auf vorhandenen Kabel vielleicht bereits zutreffen könnte:

Außerdem braucht ihr für den asymmetrischen Modus zwingend einen verdrehsicheren Anschluss, wobei die in der Praxis verwendete USB-C-Spezifikation diese Anforderung bereits erfüllt.

Und was bringt die höhere Übertragungsrate im Alltag? Natürlich profitieren Spieler auch beim Verschieben von Daten. Kopiert ihr beispielsweise Call of Duty: Warzone mit seinen rund 90 GB, dann dauert das mit normalem USB4 2.0 ungefähr 9 Sekunden. Kommt der asymmetrische Modus zum Einsatz, verringert sich diese Zeit auf 6 Sekunden.

Noch viel wichtiger dürften die 120 Gbit/s aber beim Anschließen von Displays über USB4 2.0 sein. Die höhere Ausgangsrate erlaubt hier technisch ganz neue Möglichkeiten. Dank des asymmetrischen Modus wären so zumindest in der Theorie Monitore mit 8K-Auflösung bei 90 Hz Bildwiederholrate machbar, zumindest wenn man auf HDR-Inhalte verzichtet.

Jetzt haben wir so viel über USB geplaudert, da entlassen wir euch doch passenderweise mit einer äußerst witzigen Geschichte, die unserem universell einsetzbarem Nils passiert ist:

„Stromüberspannung am USB-Anschluss“ – Man kann USB-C also doch falsch anschließen

Ist der asymmetrische Modus von USB4 2.0 eine reine technische Spielerei? Oder sind die neuen Möglichkeiten für Displays ein echter Mehrwert? Und würdet ihr euch einen Monitor zulegen, der die neuen Grenzen bei der Übertragungsrate ausreizt? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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