Dagegen sieht jeder USB-Stick alt aus, aber lohnt sich die Anschaffung? Drei USB4-Gehäuse im Vergleich

Wenn eine externe Festplatte mit USB 3.0 zu langsam ist, können Modelle mit USB4 eine Alternative sein. Wir haben drei interessante USB4-Gehäuse im Test.

USB4-SSDs sind die perfekte und schnellere Alternative zu USB-Sticks (Quelle: OWC) USB4-SSDs sind die perfekte und schnellere Alternative zu USB-Sticks (Quelle: OWC)

Speziell für größere Datenmengen gibt es mit externen SSDs eine deutlich schnellere (und klar teurere) Alternative zu USB-Sticks. Ein solches Laufwerk empfiehlt sich für viele Einsatzzwecke, sei es zur Datensicherung oder um einfach mal Bilder oder Videos zu einem Freund mitzunehmen.

Aber auch als dauerhafte Speichererweiterung sind die kompakten Datenträger sehr praktisch. 

Ich denke da speziell an die Produkte von Apple, die in der Basisausstattung mit recht kleinen SSDs ausgeliefert werden und die sich nicht austauschen lassen. Mehr dazu erfahrt ihr auch in meinem Test zum aktuellen MacBook Pro

Heute schauen wir uns drei externe USB4-Gehäuse an, die hoffentlich nicht nur gut aussehen, sondern auch eine entsprechende Leistung bringen.

OWC Express 1M2

Herausragend
OWC Express 1M2<br>
OWC Express 1M2
Das OWC Express 1M2 ist eines der besten USB4-Gehäuse, die der Markt aktuell zu bieten hat. Die Transferraten sind gut und die Verarbeitung schlicht perfekt. Dazu kommen niedrige Temperaturen während des Betriebs. Wenn ich ein USB4-Gehäuse kaufen wollte, dann wäre es dieses.
  • Gute & stabile Leistung
  • Niedrige Temperaturen
  • Perfekte Verarbeitung
  • Teuer
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Der Hersteller OWC ist kein Unbekannter, das Unternehmen stellt unter anderem externe Gehäuse, aber auch interne Laufwerke her. Viele der Produkte werden auch speziell für Apple-Rechner entwickelt.

Lieferumfang

  • 1x kleiner Schraubendreher
  • 1x USB-C-Anschlusskabel
  • 1x Gummistandfäche zum ankleben

Ich habe mir vom Hersteller das Express-1M2-Gehäuse schicken lassen. Bereits auf den ersten Blick fällt auf, dass es mit seinen großen Kühlrippen anders aussieht als seine Kontrahenten.

Mit exakt 256 Gramm ist es dazu auch nicht wirklich leicht. Die Verarbeitung bewegt sich auf höchstem Niveau, es wirkt unglaublich massiv, irgendwelche Grate oder Ähnliches gibt es nicht. 

Um das Gehäuse zu öffnen, müssen an der Unterseite zwei Schrauben gelöst werden, ein kleiner Schraubenzieher liegt direkt in der Schachtel.

Was ich nicht nachvollziehen kann ist, dass nach Montage der SSD über die Schrauben die zweite Standfläche aus Gummi geklebt werden muss. Da hätte man sicher auch eine etwas elegantere Lösung finden können. 

Ist das Gehäuse offen, wird der Blick auf die kleine Platine frei, die dann auch die M.2 SSD aufnimmt. Am Deckel ist bereits ein Wärmeleitpad aufgebracht, das für einen optimalen Wärmeübergang vom Laufwerk zum massiven Aluminium sorgt.

Auch der Controller-Chip der Platine darf seine Abwärme mit einem kleinen Wärmeleitpad an den Alu-Deckel abgeben. 

Alles in allem hinterlässt das OWC Express 1M2 einen hervorragenden optischen und haptischen ersten Eindruck. Das Gehäuse ist für rund 140 Euro im Handel erhältlich.

Raidsonic Icy Box IB-1919M-C42

Raidsonic Icy Box IB-1919M-C42
Raidsonic Icy Box IB-1919M-C42
Für das Raidsonic Icy Box IB-1919M-C42 spricht das hübsche und kompakte Design. Leistung und Verarbeitung liegen auf einem hohen Niveau. Die Temperaturen fallen dagegen etwas zu hoch aus.
  • Gute & stabile Leistung
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Kompaktes Format
  • Zu hohe Temperaturen
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Das zweite Gehäuse kommt von Raidsonic und trägt die sperrige Bezeichnung IB-1919M-C42, im weiteren Verlauf C42 genannt. Der Hersteller ist schon ein alter Hase und hat neben diversen externen Gehäusen auch Dockingstations und Hubs im Produktprogramm. 

Lieferumfang

  • 1x USB-C-Anschlusskabel
  • 1x Wärmeleitpad
  • 1x Hitzeleitblech aus Aluminium
  • 3x Gummistopfen zum Befestigen der SSD im Gehäuse
  • 1x Halteschlaufe mit Karabiner 

Das C42 besteht ebenfalls komplett aus Aluminium, ist aber deutlich kompakter als das OWC-Gehäuse und wiegt mit 127 Gramm auch nur rund die Hälfte. Auch beim C42 wirkt die Verarbeitung sehr hochwertig. 

Öffnen lässt sich das kleine Gehäuse ganz ohne Werkzeug. Das gilt auch für die Montage der SSD, diese wird einfach mit einem Gummistopfen fixiert. Der Hersteller legt gleich drei Stück davon bei. 

Das installierte Laufwerk hat keinen direkten Kontakt zum Material des Gehäuses. Stattdessen wird auf die SSD ein Wärmeleitpad aufgebracht und darauf eine dünne Platte aus Metall gelegt. Wie sich das im Betrieb auf die Temperaturen der SSD auswirken wird, sehen wir uns später noch genauer an.  Das Raidsonic Icy Box IB-1919M-C42 bekommt ihr für knapp 80 Euro.

Inateck FE2028

Preis-Leistungs-Tipp
Inateck FE2028
Inateck FE2028
Das Inateck FE2028 ist das mit Abstand kleinste Gehäuse im Test. Die Leistung liegt dennoch auf dem gleichen guten Niveau wie bei den beiden anderen Testgeräten. Zwar sind die Temperaturen hoch, bleiben für ein so kleines Gehäuse aber noch akzeptabel.
  • Stabile & gute Leistung
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Sehr kompakt
  • Etwas hohe Temperaturen
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Das kompakteste Gehäuse in diesem Test-Trio ist das FE2028 von Inateck, das mit 103 Gramm auch das leichteste Modell darstellt. Wie die beiden anderen Gehäuse besteht auch dieses vollständig aus Aluminium. 

Lieferumfang

  • 1x USB-C-Anschlusskabel
  • 2x Wärmeleitpad
  • 2x Gummistopfen zum Befestigen der SSD im Gehäuse

Wie das Raidsonic C42 lässt sich auch das FE2028 ohne Werkzeug öffnen. Die SSD wird auch hier mit einem Gummistopfen fixiert. Der große Unterschied zum C42 liegt darin, dass die SSD über ein Wärmeleitpad direkten Kontakt zum Gehäuse hat und dieses so als Kühlkörper nutzen kann. 

Die Verarbeitungsqualität ist auch beim FE2028 auf hohem Niveau, scharfe Grate oder schief eingepasste Anschlüsse sucht man hier vergeblich. 

Das Unternehmen Inateck ist vielleicht noch nicht jedem von euch ein Begriff. Das Angebot umfasst diverses PC-Zubehör wie Hubs, externe Gehäuse aber auch Eingabegeräte und Taschen. Das kleine FE2028 Gehäuse ist für 80 Euro erhältlich, bei Amazon könnt ihr mit einem Gutschein noch 10 Euro sparen.

Benchmarks

Für die Benchmarks kommt eine Corsair MP600 Pro NH zum Einsatz. Diese erreicht eine Lesegeschwindigkeit von rund 7,0 GB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 5,7 GB/s. Diese Übertragungsraten schafft ein USB4-Gehäuse allerdings nicht. 

Auch wenn es offiziell heißt, dass Geschwindigkeiten von 40 GB/s möglich sind, bleibt davon in der Praxis deutlich weniger übrig. Genauso wie es schon bei den vorherigen USB-Standards der Fall war. 

Meine Erwartung bei den Tests der drei Gehäuse war, dass die Geschwindigkeiten im Idealfall alle sehr nah beieinander liegen. Das hat sich dann auch bestätigt und zeigt, dass die Hersteller bei den Platinen nicht gespart haben. 

Die ermittelten Werte sind nahezu identisch: Beim AS SSD-Benchmark erreicht die SSD mit den Gehäusen einen Score zwischen 1.953 und 1.973 Punkten.

Im ATTO Disk-Benchmark liegen alle drei Gehäuse bei rund 3,5 GB/s, im CrystalDiskMark werden dagegen durch die Bank über 3,7 GB/s erreicht. Für externe SSDs sind das sind sehr gute Werte.

Temperaturen

Um die maximale Temperatur zu messen, habe ich jeweils eine 240 GByte große Testdatei auf die SSD kopiert. Während der Tests lag die Raumtemperatur bei konstant 20 °C. Die Ergebnisse sind dabei durchaus interessant.

  • Im Inateck FE2028 wurde die SSD maximal 60 Grad Celsius warm, das Gehäuse erhitzte sich dabei auf 53,7 Grad.
  • Im Raidsonic C42 wurde das Laufwerk mit 64 Grad noch etwas wärmer. Hier erweist es sich als Nachteil, dass das auf der SSD liegende Wärmeleitpad keinen direkten Kontakt zum Gehäuse hat. Mit 54,3 Grad wird die Oberfläche ähnlich warm wie beim Gehäuse von Inateck. 
  • Das OWC Express 1M2 spielt bei den Temperaturen in einer ganz anderen Liga. Beim Kopiervorgang erwärmte sich die SSD nur auf 52 Grad, während die Oberfläche nicht wärmer als 40 Grad wurde. Das sind exzellente Werte, die beweisen, dass die Kühlrippen keinesfalls nur eine Designspielerei sind. 

Das Fazit zu den drei USB-Gehäusen

Jedes der drei getesteten Gehäuse könnt ihr mit gutem Gewissen kaufen.

  • Tempo: Sie bieten alle eine höhere Geschwindigkeit als ein USB-Stick und dazu könnt ihr die SSD ganz nach Wunsch austauschen.
  • Verarbeitung: Alle drei Gehäuse liefern nicht nur eine hohe Leistung, sondern auch eine sehr ansprechende Verarbeitungsqualität.
  • Hitzeentwicklung: Der große Unterschied liegt bei den Temperaturen.

In puncto Wärmeentwicklung verliert das Raidsonic C42 an Boden und das nicht ohne Grund. Während bei den beiden anderen Gehäusen die Abwärme von der SSD direkt an das Alu-Gehäuse abgegeben wird, hat man sich bei Raidsonic für einen Heatspreader aus Alu entschieden. 

Diese Entscheidung sorgt dafür, dass die Temperatur bei identischer Last und gleicher SSD um 4 Grad höher ausfällt als beim kleineren Gehäuse von Inateck. Davon abgesehen ist aber das C42 kein schlechtes Gehäuse. 


Bei Inateck hat man mit dem FE2028 dagegen alles richtig gemacht. Das Gehäuse ist wirklich super kompakt und schlank ausgefallen. Die SSD wird mit bis zu 60 Grad zwar recht warm, in Relation zur Gehäusegröße ist das aber noch akzeptabel.

Das Raidsonic und auch das Inateck Gehäuse eignen sich aufgrund der kompakten Abmessungen perfekt für den mobilen Einsatz. Für den stationären und dauerhaften Betrieb würde ich beide dagegen nicht empfehlen. Dafür ist die Temperatur-Reserve an heißen Sommertagen für meinen Geschmack zu gering.   


Für Einsatzszenarien unter heißeren Bedingungen ist das OWC Express 1M2 gedacht. Es ist deutlich größer und schwerer, aber dafür kühlt es mit seinen massiven Kühlfinnen die SSD sehr effektiv auf knapp 52 Grad. Hier sind noch Reserven für den nächsten Sahara-Sommer vorhanden. 

Dazu liefert OWC hinsichtlich der Verarbeitung eine absolut überzeugende Vorstellung ab, die keine Wünsche offen lässt. Für mich gehört das OWC Express 1M2 derzeit zu den besten USB4-Gehäusen auf dem Markt – und mit rund 140 Euro leider auch zu den teuersten. 

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