Seit der Einführung von Apples eigenen Prozessoren der M-Serie galt ein ungeschriebenes Gesetz: Wer die Pro-Leistung will, bekommt sie. Es hat bisher keine Rolle gespielt, ob ihr euch für das kompakte 14-Zoll-Modell oder das wuchtige 16-Zoll-Flaggschiff entscheidet.
Klar, das kleinere Gerät hatte auch in der Vergangenheit schon mit höheren Temperaturen zu kämpfen als das Große. Aber bei den Laptops der aktuellen M5-Generation scheint Apples Kühlsystem zumindest beim 14-Zoll-MacBook Pro nun endgültig an seine Grenzen zu stoßen.
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Das 30-Prozent-Dilemma
Aufgedeckt wurde die Performance-Lücke zwischen den beiden Gehäusegrößen vom YouTuber Max Tech. Nach dessen detaillierten Analysen ist das 16-Zoll MacBook Pro mit M5 Max Chip unter Dauerlast in bis zu 30 Prozent schneller als sein 14-Zoll-Pendant mit M5 Pro. Erzielt wurde dieses Ergebnis mit dem Cinebench 2026 Stresstest.
Zwar stehen dem größeren Notebook mit M5 Pro drei Kerne mehr zur Verfügung, aber ein Einbruch von 30 Prozent ist schon heftig.
Der Grund dafür ist simpel: Thermal Throttling. Das bedeutet nichts anderes als dass Taktfrequenzen und elektrische Leistung des Chips wegen zu hoher Temperaturen reduziert werden, um eine Beschädigung des Prozessors zu verhindern.
Physik lässt sich nicht überlisten
Schuld daran ist Apples Kühlsystem, das über die letzten Generationen, wenn überhaupt, nur minimal verändert wurde. Es besteht aus zwei Lüftern und einer einzelnen breiten Heatpipe. Wenn ihr euch dagegen mal anschaut, welcher Aufwand bei Laptops aus dem Windows-Lager betrieben wird, ist das Kühlsystem von Apple schon etwas aus der Zeit gefallen.
Das 14-Zoll-MacBook bietet dazu natürlich auch noch weniger Raum für Kühlsysteme als das größere Gerät. Hier stoßen zwei Faktoren aufeinander:
- Oberfläche: Das 16-Zoll-Modell verfügt über eine deutlich größere Metalloberfläche, die zu einem gewissen Teil passiv zur Wärmeabstrahlung beiträgt.
- Lüfter-Effizienz: Die größeren Lüfter im 16-Zoll-Modell können mehr Luft bewegen, ohne dabei sofort in ohrenbetäubende Drehzahlbereiche vorstoßen zu müssen.
Aufgrund zu hoher Temperaturen werden Taktfrequenz und Leistungsaufnahme reduziert. (Bild: Max Tech)
In Benchmarks und realen Workflows, wie etwa dem Export von 8K-Videos oder komplexen 3D-Renderings, zeigt sich, dass das 14-Zoll-Modell seine Taktfrequenz schon nach kurzer Zeit drosseln muss, um eine Überhitzung zu vermeiden. Das 16-Zoll-Modell kann den Turbo
dagegen deutlich länger halten.
Was bedeutet das für die Nutzer?
Für den Durchschnittsanwender, der E-Mails schreibt oder gelegentlich Fotos bearbeitet, wird dieser Unterschied kaum spürbar sein. Doch diese Menschen sind auch nicht die Zielgruppe für ein MacBook Pro. Ob die Pro-User
, welche die gebotene Leistung wirklich ausnutzen, und gleichzeitig ein möglichst mobiles Notebook haben möchten, dürften mit der gebotenen Performance vermutlich nicht glücklich sein.
Wir sprechen hier allerdings nur über das 14-Zoll-Gerät mit M5 Pro, ihr könnt für einen geringen Aufpreis
von 4.574 Euro (M5 Max + 40 Core GPU) natürlich auch All-In gehen. Stellt sich nur die Frage, welchen Sinn eine solche kostspielige Konfiguration macht, wenn das Kühlsystem bereits mit dem M5 Pro überfordert ist?
Die Analyse von Max Tech verdeutlicht, dass Käufer, die maximale Performance für ihr Geld erwarten, fast schon gezwungen sind, das größere (und teurere) Modell zu wählen, um das volle Potenzial des M5 Pro Chips überhaupt ausschöpfen zu können.
Fazit
Keine Probleme mit der Kühlung gibt es dagegen mit dem normalen M5-Prozessor. Den Test zum aktuellen MacBook Pro findet ihr hier: MacBook Pro M5 im Test: Laptop-Perfektion mit unerwarteten Sparmaßnahmen
Apples MacBooks sind teuer, das gilt insbesondere für die Modelle, bei denen die größeren Ausbaustufen des M5-Chips verbaut werden. Wer mehrere tausend Euro für ein Profi-Notebook investiert, möchte auch die volle Leistung nutzen und das auch nicht nur für ein paar Sekunden.
Spätestens mit dem M6 wird dem Hersteller nichts anderes übrig bleiben, als die Kühlung zu überarbeiten. So langsam wird es Zeit, dass Apple mal über die Integration einer Vapor-Chamber nachdenkt.
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