Eine Schülerin hat ein System entwickelt, das Klimaanlagenwasser zur Lebensmittelproduktion wiederverwendet

Aus Klimaanlagen kommt nicht nur kalte Luft – doch geht der nasse Schatz verloren: Wasser. Ein Schulprojekt zeigt, wie sich damit Leben retten lassen.

Tropfen für Tropfen liefern Klimaanlagen wertvolles Wasser – richtig genutzt, kann es Nahrungsmittel versorgen.
(Bildquelle: Adobe Firefly, generative KI) Tropfen für Tropfen liefern Klimaanlagen wertvolles Wasser – richtig genutzt, kann es Nahrungsmittel versorgen. (Bildquelle: Adobe Firefly, generative KI)

An heißen Tagen bescheren Klimaanlagen Milderung durch Kühlung. Doch eine 18-jährige Schülerin hat Großes mit einem Abfallprodukt dieser verbreiteten Technologie vor: Wasser, in jeder Minute saugen es die Apparate Tropfen für Tropfen aus der Luft.

Dania Yasaret Saldaña Martínez begeisterte jetzt bei einem Forschungs-Wettbewerb im Norden Mexikos mit einer Idee, die weltweit für Furore sorgen könnte, bietet sie doch als Vorbild enormes Potenzial. Denn sie zeigt, wie sich Kondenswasser aus Klimaanlagen zur Steigerung der Nahrungsmittelproduktion einsetzen ließe.

Video starten 5:15 NASA-Video aus dem Jahr 2009: Wie der Klimawandel die Ozeane beeinflusst

Kondenswasser neu genutzt

Die Erfindung »Hidro AC+« sammelt das Kondenswasser aus Klimaanlagen, bereitet es auf und nutzt es im Anschluss zum Anbau von Nahrungsmitteln – die Alternative: Das Wasser fließt verschwendet in den Abfluss, versickert im Boden oder verdunstet.

Wie viel Kondenswasser eine Klimaanlage als Abfall abwirft, hängt von etlichen Faktoren ab:

  • Volumen der Anlage
  • Grad der Kühlung
  • Lufttemperatur
  • Luftfeuchtigkeit

Physikalisch steckt ein simples Prinzip dahinter: Luft schließt in Form von Wasserdampf Feuchtigkeit ein. Je heißer ein Volumen an Luft ist, desto mehr Wasserdampf passt quasi hinein. Sobald nun aber die Klimaanlage beginnt, die Luft abzukühlen, hemmt sie ihre Fähigkeit, Wasserdampf zu halten – das Wasser kondensiert in flüssiger Form an kalten Oberflächen. Den gleichen Effekt könnt ihr an jeder Flasche aus dem Kühlschrank im Sommer beobachten. Innerhalb von wenigen Minuten sammelt sich ein dünner Film aus Wassertropfen an ihrer Außenseite.

Dania Yasaret Saldaña Martínez und ihre wasserspendende Erfindung.
(Bildquelle: Facebook, Premio Nacional Juvenil del Agua) Dania Yasaret Saldaña Martínez und ihre wasserspendende Erfindung. (Bildquelle: Facebook, Premio Nacional Juvenil del Agua)

Je heißer und feuchter die Luft, desto mehr Kondenswasser kommt entsprechend pro Minute zusammen. In einem einzigen Haushalt mögen so bis zu mehr als ein Dutzend Liter pro Tag zusammenkommen. In Dania Yasaret Saldaña Martínez’ Heimat namens Nuevo Laredo gehören die Rinnsale unter Klimaanlagen zum Alltag. Das Thermometer klettert im Sommer regelmäßig wochenlang über die Marke von 40 Grad. Gleichzeitig leidet die Region zumindest zeitweise Jahr für Jahr unter Wasserknappheit oder gar Versorgungsunterbrechungen (via elimparcial).

Powerteam: Hidro AC+ und Hydrokulturen

Bliebe es beim Auffangen und Aufbereiten, gebühre ihr allein dafür Respekt, doch für ihren Regionalsieg beim »Premio Nacional Juvenil del Agua« (Mexikos wichtigstem Jugendwettbewerb im Wasserbereich) war die Ganzheitlichkeit ausschlaggebend. Denn das Wasser schwappt nicht einfach aufgefangen in einem Lagerbehälter – jetzt beginnt die zweite Hälfte der Arbeit von Hidro AC+.

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Mehrere Lagen an Filtern entfernen Verunreinigungen, wonach das Wasser mit Nährstoffen angereichert wird. Im Anschluss fließt es durch eine sogenannte NFT-Hydroponik. Das steht für Nutrient Film Technique (zu Deutsch etwa »Nährstofffilm-Technik«). Vereinfacht beschrieben, benässt hierbei ein dünner Wasserfilm fortwährend die Wurzeln.

Hydroponische Systeme sollen laut Berichten 70 bis 90 Prozent weniger Wasser brauchen als klassischer Erdanbau. Angebaut werden vor allem schnell wachsende Gemüse-/Kräuterkulturen wie Salat, Spinat, Koriander, Radieschen und Aromakräuter. Eine Pflanze schafft es derweil einzigartig eingeigelt sogar an der Hülle der ISS zu überleben. - ganz ohne Wasser, bombardiert von Strahlung.

In Kombination beider Technologien liegt deshalb eine Chance für die globale Nahrungsmittelproduktion. Denn nach vorliegenden Informationen sei der Bau einer »Hidro AC+«-Anlage günstig und erfordere weitverbreitete Bauteile, die sich quasi in jeder Gemeinde, Universität oder Schule finden lassen sollen.

Vielleicht sammeln ja einige Jahre in der Zukunft weltweit Nachbauten des Systems aus Mexiko einst verlorengehendes, kostbares Nass. An der Oberschule von Dania Yasaret Saldaña Martínez soll nach Berichten inzwischen eine Kombination von Kondenswassersammler und Hydrokultur Salat hervorbringen.


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