Auf der Weihnachtsinsel leben 1.500 Menschen und 120 Millionen Krabben. Google hält es für den idealen Standort für die Verlegung eines Unterseekabels

Die Weihnachtsinsel soll ein KI-Rechenzentrum von Google bekommen. Dahinter steckt das US-Militär, das ein strategisches Interesse hat.

Bald könnte die Weihnachtsinsel nicht nur für die Massenwanderungen von Krabben bekannt sein. (Bildquellen: Google, Pokémon Company, Alvaro - adobe.stock.com) Bald könnte die Weihnachtsinsel nicht nur für die Massenwanderungen von Krabben bekannt sein. (Bildquellen: Google, Pokémon Company, Alvaro - adobe.stock.com)

Bis auf ihren prägnanten Namen hat die Weihnachtsinsel global nicht viel Gewicht. Das könnte sich nun bald ändern.

Google will auf dem Eiland, das rund 350 Kilometer südlich von Indonesien liegt, im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums ein KI-Rechenzentrum bauen, berichtet Reuters.

Darum ist das wichtig: Die Insel ist zwischen Australien und Indonesien günstig gelegen. Das US-Militär verspricht davon einen strategischen Vorteil, sollte es zum Konflikt mit China kommen. Kern des Ganzen ist die Möglichkeit, unbemannte Einsätze fernzusteuern, ohne sich allein auf eine Datenverbindung zu einem Satelliten zu verlassen. 

Einen ehemaligen US-Navy-Strategen zitiert Reuters damit, dass davon ausgegangen wird, China würde im Ernstfall Satellitenverbindungen attackieren. Unterseekabel seien zuverlässiger.

Viele Details sind momentan noch geheim. Google befindet sich bereits in Verhandlungen über die Anmietung von Grundstücken und die Bereitstellung des benötigten Stroms durch eine örtliche Minenfirma.

Das geplante Rechenzentrum soll in der Nähe des örtlichen Flughafens liegen.

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Warum ausgerechnet die Weihnachtsinsel?

Die Weihnachtsinsel misst gerade mal 125 Quadratkilometer und gehört zu Australien, obwohl es 1.500 Kilometer entfernt liegt. Auf ihr leben rund 1.500 Menschen, die Telekommunikation dort sei schlecht und es mangelt an Jobangeboten.

Bekannt ist die Weihnachtsinsel vor allem durch die Krabbenwanderung. Jedes Jahr kreuzen Massen von Tieren die Insel.

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Neben der für das US-Militär günstigen Lage, profitiert auch Google davon. Als Knotenpunkt im Indischen Ozean zwischen Afrika, Asien und Australien könnte Alphabet – das Unternehmen hinter Google – kommerzielle Vorteile schlagen.


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Wie sehen das die Menschen, die auf der Weihnachtsinsel leben? Die blicken einem möglichen Rechenzentrum positiv entgegen. Der Präsident der Weihnachtsinsel, Steve Pereira, evaluiert derzeit die Auswirkung eines möglichen Baus.

Es gibt Unterstützung dafür, vorausgesetzt, dieses Rechenzentrum gibt tatsächlich etwas an die Gemeinschaft zurück, indem es Infrastruktur, Arbeitsplätze und wirtschaftlichen Mehrwert für die Insel schafft.

120 Millionen Krabben bei ihrer Massenwanderung sollte das Rechenzentrum im besten Fall nicht beeinflussen. Die Natur findet immer einen Weg.

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